Wireless LAN: Standards im Überblick

Fazit: Warten lohnt sich – aber nicht immer

Wireless: jetzt einsteigen? Falls ja: Welcher Standard ist der richtige? Falls nein: Wie lange muss ich noch warten? CHIP Online gibt Tipps für die richtige Kaufentscheidung.



Florian Schuster,
Stv. Chefredakteur
Vor ein paar Monaten war alles noch ganz einfach: Alle verfügbaren Funknetze basierten auf dem Standard 802.11b; Daten wurden mit theoretischen 11 MBit pro Sekunde übertragen. Jetzt plötzlich die Qual der Wahl: 11 MBit oder 54 MBit? Und wenn es schon schneller sein soll, muss es dann auch noch kompatibel sein?

Wer möglichst wenig Geld ausgeben will, steigt heute am besten mit einem 802.11b-Netz in die Wireless-Welt ein. Für mehr Geschwindigkeit zahlt man heute noch deutlich mehr. Das ändert sich aber in den nächsten Monaten. Für Leute mit wenig Geld und viel Need for Speed heißt es also: Warten! Bis Ende nächsten Jahres werden 802.11g-Geräte die 802.11b-Komponenten weitgehende verdrängt haben, erwarten die großen Hersteller.

Eine undankbare Rolle spielt 802.11a: nicht kompatibel zu aktuellen Netzen, deutlich teurer und weniger Reichweite. Für Privatanwender kommt 802.11a also kaum in Frage. Für Firmen bietet es jedoch einen entscheidenden Vorteil: Das Frequenzband ist breiter und bietet 8 parallele Kanäle. 802.11b/g-Netze müssen mit 3 parallelen Kanälen auskommen. Für große Funknetze mit hohen Benutzerzahlen ist 802.11a also besser geeignet.

Wer 802.11a einsetzen will, sollte unbedingt eine Dualband-Karte in sein Notebook stecken. So kann er auch an öffentlichen Hotspots oder in den meisten anderen Wireless-LANs ins Netz. Firmen, die bereits 802.11b-Netze einsetzen und nun auf 802.11a umsteigen wollen, können durch Dualband-Access-Points einen weichen Übergang mit einem sukzessiven Austausch der W-LAN-Karten der Mitarbeiter erreichen.