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- Informationen zum Programm COMET
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- 0 INHALT
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- 1. zum Programm
- 2. Installation und Hardware-Anforderungen
- 3. Bedienung
- 4. Autoplayer
- 5. Spielstile
- 6. Spielstärke
- 7. Eröffnungs-Bibliothek
- 8. Steckbrief
- 9. Schluss
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- 1. zum PROGRAMM
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- COMET ist ein Schach-Programm; es beherrscht die Regeln zur Figuren-
- führung (samt den "Besonderheiten" wie en passant, Rochade, etc).
- Es erkennt Remis durch Zugwiederholung, Patt und Matt. Es kann eine
- von 16 Standard-Spielstufen ausgewählt werden, die sich durch
- unterschiedliche Bedenk- bzw Rechenzeiten pro Zug, pro vorgegebener
- Anzahl Züge oder pro Spiel unterscheiden. Oder der Benutzer kann sich
- selbst eine Stufe mit entsprechenden Zeitkontrollen definieren. Die
- Fischer-Uhr steht ebenfalls zur Verfügung.
- Manuelle Eingabe von Positionen, sowie Einlesen einer Position aus
- einer Datei bzw. Ausgabe in eine Datei sind möglich.
- Analysen des Rechners können während seiner Rechenzeit ausgegeben
- werden. Es kann angegeben werden, ob der Rechner die Bedenkzeit des
- Gegners nutzen soll ("permanent brain"); voreingestellt ist die
- Nutzung der gegnerischen Bedenkzeit.
-
- COMET verfügt über eine umfangreiche Eröffnungsbiblithek.
- Während seiner Suche erkennt COMET häufig Zugumstellungen im Suchbaum
- durch Verwendung einer Hash-Transpositions-Tabelle.
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- Seit Version A.30 verfügt COMET über einen Lern-Modus, der vom
- Programmstart an in der Eröffnung und im frühen Mittelspiel aktiv
- ist. Dieser soll das Spiel - besonders gegen Computer - etwas
- abwechslungsreicher machen; Spielwiederholungen sollten so weitest-
- gehend vermieden werden. Wollen Sie reproduzierbare Ergebnisse aus
- Teststellungen erhalten, so sollten Sie mittels des Kommandos "learn"
- die Lernfunktion ausschalten. Wenn Sie die Datei COMET.LRN löschen,
- so "vergißt" COMET alles Erlernte. (Wenn Sie diese Datei löschen, so
- wird sie vom Programm beim nächsten Start erneut erzeugt.)
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- Das Programm ist in der Programmiersprache C (WATCOM) realisiert worden.
- COMET ist ein 32 Bit -Programm (daher der Name COMET32.EXE) und läuft
- - eingebettet in einem "DOS-Extender" im "protected mode" und
- unterliegt damit nicht den normalerweise von DOS vorgegebenen
- anachronistischen Beschränkungen.
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- Viel zu verdanken hat Comet dem Schachprogramm GNU-Chess und seinen
- Weiterentwicklungen. Tatsächlich ist die Zuggenerierung vom COMETen
- im wesentlichen immer noch die von GNU-Chess.
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- Ausgelieferte Dateien:
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- COMET32.EXE - das Schachprogramm
- COMET.HBK - Eröffnungsbuch ("hashed book")
- COMET.LBK - Eröffnungsbuch, Teil 2
- COMET.TXT - Online-Manual
- WMCCC95.PGN - Micro WM 1995 Paderborn
- WMCCC96.PGN - Micro WM 1996 Djakarta
- AEGON96.PGN - Aegon Mensch-Maschine 1996
- YAZGAC.EPD - Positionen des Yacgaz-Tests
- BT-2450.EPD - Bednorz-Tönissen Test (2450)
- BT-2630.EPD - Bednorz-Tönissen Test (2630)
- BK.EPD - Bratko-Kopec-Test
- KAUFMAN.EPD - Kaufmans 1 Stunden-Test
- DIVERSE.EPD - alles mögliche
- BT-2450.BAT - Comet-Batch-File für BT-Test 2450
- BT-2630.BAT - Comet-Batch-File für BT-Test 2630
- BT-2450.EXE - Programm zur Auswertung von BT-2450
- BT-2630.EXE - Programm zur Auswertung von BT-2630
- GRUENF.BOK - Beispieldatei für ein ASCII-Buch
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- COMET.LRN - Lern-Archiv (im Lern-Modus angelegt)
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- 2. INSTALLATION und HARDWARE-ANFORDERUNGEN
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- Die Auslieferung erfolgt gewöhnlich mittels eines selbst-extrahie-
- renden Archivs. Am besten man gönnt dem COMETen ein eigenes Verzeichnis
- auf der Festplatte, kopiert das Archiv-File dort hin und ruft es auf.
- Mit allem Positions- und Partie-Archiven sollte nicht mehr als 4 MB
- Plattenplatz erforderlich sein.
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- Die gängigen Grafikkarten werden unterstützt (VGA, EGA, Hercules,
- ...); eine CGA-Karte reicht wegen zu geringer Auflösung NICHT aus.
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- Bedienung durch eine Maus wird unterstützt, sie ist jedoch nicht
- zwingend erforderlich.
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- Der Speicherbedarf des Programms ist gross; abhängig vom zur Verfügung
- stehenden Hauptspeicher, wird eine Transpositions-Hash-Tabelle generiert.
- Comet allokiert bei Programmstart eine der Memory-Größe angepaßte
- Hash-Tabelle.
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- Es besteht auch die Möglichkeit, den zur Verfügung stehende Speicher
- nicht voll zu nutzen, sondern eine kleinere Hash-Tabelle anzulegen. Dies
- geschieht, indem man vor Programmstart die Umgebungsvariable MAXHASH
- definiert, etwa
- SET MAXHASH=3
- stellt sicher, daß eine Tabelle < 3 Megabyte angelegt wird. Will man
- diese Bedingung permanent aktiv haben, so empfiehlt es sich, diese
- Zeile in die AUTOEXEC.BAT aufzunehmen.
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- Mindestens ein PC mit 80386-Prozessor ist für den Betrieb des
- Programms erforderlich.
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- 3. BEDIENUNG
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- Bedienkommandos werden über die Tastatur eingegeben; Züge können
- statt dessen auch mit der Maus ausgeführt werden.
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- Ausführen von Zügen:
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- a) Tastatur: Eingabe des Zuges in "algebraischer Notation", z.B.
- e2e4 <RET>
- Dabei steht <RET> für das Drücken der Return- (Eingabe-)
- Taste.
- b) Maus: Maus-Cursor auf Ausgangsfeld positionieren und kurz die
- linke Maustaste drücken; nachdem das Feld durch einen
- schwarzen Rahmen markiert wurde (vom Rechner), die Maus
- auf das Ziefeld positionieren und noch einmal die
- linke Maustaste drücken.
- Es darf auch erst das Ziel- und dann das Startfeld angegeben
- werden.
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- ausgewählte Kurz-Kommandos: (ohne abschliessendes Drücken von <RET>)
-
- die wichtigsten Kurz-Kommandos sind in der obersten, invers unter-
- unterlegten Bildschirmzeile angedeutet.
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- ALT 2 (gleichzeitig ALT- und 2 drücken)
- 2-Spieler-Modus aus-/einschalten
-
- ALT A Automatik-Modus aus-/einschalten
-
- ALT B Ton ein- oder ausschalten ("beep")
-
- ALT D aktuelle Partie auf Drucker ausgeben (PGN-Notation)
-
- ALT E aktuelle Position editieren
-
- ALT I momentane Einstellungen in Init-File ("COMET.INI")
- sichern (d.h. momentane Einstellungen als Voreinstellungen
- setzen); Löschen von COMET.INI bewirkt
- Auswahl der vom Autor vorgesehenen Voreinstellungen
-
- ^I oder CTRL I oder STRG I Import eines Spiels aus einer
- ASCII-PGN-Datei (weiteres siehe unten)
-
- ^E oder CTRL E oder STRG E Export eines Spiels in eine
- ASCII-PGN-Datei;
- im 2-Spieler-Modus besteht hier die Möglichkeit, die
- Namen der Spieler, Ort, Resultat, etc. einzugeben
-
- ALT G Position aus Datei laden
-
- ALT L Spiel aus Datei laden; nach Einlesen ist man im
- Nachspiel-Modus (Zurück zum Spielen mit "force");
- enthält der interaktiv eingegebene Dateiname die
- Endung ".pgn", so wird eine Datei im PGN-Format
- erwartet, sonst im Comet-Format
-
- ALT M Maus abschalten
-
- ALT N neues Spiel
-
- ALT P "permanent brain" ein- oder ausschalten (Voreinstellung:
- eingeschaltet)
-
- ALT R Brett drehen ("reverse")
-
- ALT S aktuelles Spiel in Datei speichern: enthält der interaktiv
- eingegebene Dateiname die Endung ".pgn", so wird im
- PGN-Format gespeichert, sonst im Comet-Format
-
- ALT T Auswahl einer neuen Spielstufe
- (Voreinstellung = 60 Züge in 15 Minuten)
-
- ALT V Variante und Bewertung anzeigen,
- unterste Zeile zeigt Eröffnungs-Repertoire
-
- ALT W Position in Datei speichern
-
- ALT X Programmende
-
- ALT Z Rechner soll unmittelbar ziehen
-
- <- (Cursortaste) letzten Halbzug zurücknehmen
-
- -> (Cursortaste) nächsten (schon einmal ausgeführten) Halbzug
- auf Brett ausführen
-
- <PgUp> 5 Züge zurück
-
- <PgDn> 5 Züge vor
-
- ? Auflistung dieser README - Datei
-
- <F1> Auflistung dieser README - Datei
-
- <HOME> oder <POS1> zurück zum Spielbeginn, ohne Spiel zu löschen,
- sodaß Spiel mit Cursor-Tasten nachgespielt werden kann
-
- <ENDE> oder <END> weiter bis zum Spielende
-
- <ESC> Computer soll während seiner Suche zum (vorzeitigen) Ziehen
- gezwungen werden
-
- Achtung: Ist der Spieler am Zug und permanent brain eingeschaltet,
- so bricht jede Eingabe den - im Hintergrund laufenden -
- Rechenvorgang ab
-
-
- Kommando-Uebersicht: (mit abschliessendem Drücken von <RET>)
-
- abb Autoplayer-Partien vorzeitig abbrechen ja/nein
- an neues Spiel beginnen
- aus Datei-Ausgabe im simplen Format "e2e4 e7e5 ..."
- back letzten Zug zurücknehmen
- batch mit diesem Kommando kann man Comet eine Stapel-
- datei anbieten, die dann abgearbeitet wird; die
- mitgelieferte Datei "bt-2450.bat" z.B. arbeitet den
- BT-2450-Test ab. Für die Resultate legt Comet
- eine Datei an, die genauso heißt wie die
- Stapeldatei, außer daß die Endung ".bat" durch
- ".out" ersetzt wird. (d.h. das Ergebnis von
- "bt-2450.bat" liegt in "bt-2450.out").
- Bei Eingabe des Dateinamens kann die Endung ".bat"
- fortgelassen werden.
- bd Bildschirm neu zeichnen
- both Computer spielt gegen sich selbst
- depth Suchtiefe vorgeben
- dr oder DR Zugausgabe auch auf Drucker ein-/aus
- edit aktuelle Postion verändern
- force Variante eingeben (COMET als Schiedsrichter)
- (z.B. Meisterpartie eingeben oder
- Variante für Eröffnungsbuch)
- get Position aus Datei einlesen
- (für Problemstellungen)
- EPD-Format ("extended positional description");
- die BT- und Yazgac -Tests werden als Dateien
- bt.epd bzw. yazgac.epd mitgeliefert.
- hash Hash-Tabelle ein-/ausschalten
- hint Zugvorschlag ausgeben
- home zurück zum Spielbeginn, ohne Spiel zu löschen, sodaß
- Spiel mit Cursor-Tasten nachgespielt werden kann
- ib initialisiere Buch (Buchinhalt ["comet.hbk"]
- wird gelöscht
- info Ausgabe von Infos zum Programm (Version, ...)
- init momentane Einstellungen in Init-File ("COMET.INI")
- sichern; Löschen von COMET.INI bewirkt
- Auswahl der Voreinstellungen
- koord Koordinatenanzeige ein-/aus-schalten
- learn Lern-Modus ein-/aus-schalten; Lern-Modus ist
- beim Start immer eingeschaltet
- load Spiel aus Datei einlesen
- (alle Züge samt Zeitverbrauch, Stufe,
- Stil, etc. - z.B. für Spielunterbrechungen
- oder Meisterpartien); nach Einlesen ist man im
- Nachspiel-Modus (Zurück zum Spielen mit "force");
- enthält der interaktiv eingegebene Dateiname die
- Endung ".pgn", so wird eine Datei im PGN-Format
- erwartet, sonst im Comet-Format
- level Spielstufe einstellen
- list Spiel in lesbarer ASCII-Datei ablegen
- mouse Maus abschalten
- name Name des Gegners eingeben
- nb neues Buch anlegen; aktuelle Variante wird
- an die Datei newbook.bok (ASCII) angehängt
- pgnex Export der aktuellen Partie in eine Archiv-Datei,
- wobei das PGN-Format ("portable game notation")
- verwendet wird. Dieser Standard ist dabei, sich
- in der Schach-Software durchzusetzen (MChess Pro,
- Hiarcs, WChess, Patzer, ...; es gibt auch
- Konvertierer zu allen gängigen Datenbanken
- pgnim Import einer Partie aus einer Archiv-Datei im
- PGN-Format; in beiden Fällen sorgt Comet
- dafür, dass der Dateiname des Archivs die
- Endung ".PGN" hat. Die Spiele der Computer-WM
- 1995 stehen in der Datei wccc.pgn zur Verfuegung.
- post Analyse ausgeben
- put Position in Datei ablegen
- (für Problemstellungen)
- EPD-Format ("extended positional description")
- quit Programm beenden
- reverse Brett umdrehen
- rf Remisfaktor einstellen (guter Gegner: > 0)
- save Spiel in Datei sichern
- (alle Züge samt Zeitverbrauch, Stufe,
- Stil, etc. - z.B. für Spielunterbrechungen
- oder Ablage von Meisterpartien);
- enthält der interaktiv
- eingegebene Dateiname die Endung ".pgn", so wird im
- PGN-Format gespeichert, sonst im Comet-Format
- shell Shell-Kommando ausführen
- style Spielstil auswählen
- sp Rechner soll spielen
- tc (TimeControl) verbleibende Zeit bis Zeitkontrolle
- für Computer setzen (jederzeit möglich; damit
- kann man z.B. unsymmetrische Level einstellen)
- undo letzten Halbzug zurücknehmen
- zb zusätzliches Buch; das angegebene (ASCII!)
- Buch (*.bok) wird an das aktuell geladene
- angehängt
-
- Da es mehrere Möglichkeiten gibt, Partien zu speichern, ist hier
- ein kurzer Hinweis angebracht. Unterbrochene Partien (Fernschach !)
- sollten mittels "save" und "load" (ALT S und ALT L) gespeichert
- werden, da alle wesentlichen Informationen (Uhrenstand, ...) mit
- abgespeichert sind.
- Die PGN-Exporte sind eher für abgeschlossene Partien gedacht.
-
- Kommando-Auswahl beim Blättern in PGN- oder EPD-Archiven
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-
- ALT D Inhaltsverzeichnis des Archivs auf Drucker ausgeben
-
- ALT S Zeichenkette im Inhaltsverzeichnis suchen
- (Suche beginnt in der 1. angezeigten Zeile)
-
- <RET> zuerst angezeigte Position/Partie laden
-
- <ESC> Auswahl abbrechen
-
- <PgDn> nächste Seite
-
- <PgUp> vorige Seite
-
- <Down> eine Zeile vor
-
- <Up> eine Zeile zurück
-
- Index der Position/Partie: lädt die jeweilige Position/Partie
-
-
- Erstellen von eigenen Eröffnungsbüchern
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- 1.) nutzen Sie das Kommado "nb", um nacheinander alle erforderlichen
- Varianten im ASCII-Format in der Datei "newbook.bok" abzulegen;
- ein ';' in der ersten Spalte markiert die entsprechende Zeile als
- Kommentar; unmittelbar an Züge, die Comet nur passiv kennen und
- nicht selbst spielen soll, bitte mit einem Editor ein '?' anhän-
- gen; siehe auch Beispieldatei "gruenf.bok"
- 2.) "newbook.bok" umbenennen, z.B .
- rename newbook.bok carokann.bok
- 3.) bei Bedarf mit Hilfe des Kommandos "ib" Inhalt des
- Buches ("comet.hbk") löschen, falls das neue Buch NICHT
- angehängt werden, sondern das alte ersetzen soll.
- 4.) mit Hilfe des Kommandos "zb" die neu erzeugte ASCII-Datei ins
- Buch ("comet.hbk") aufnehmen.
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- Wundern Sie sich nicht, wenn nach Einfügen neuer Varianten, die
- Datei "comet.hbk" nicht größer geworden ist. Da die Datei eine
- auf Platte abgelegte Hash-Tabelle ist, ist die Größe konstant;
- lediglich der Füllgrad ist variabel.
-
- Bemerkungen zur Anzeige:
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- Anschließend an die Ausgabe des Computerzuges erfolgt eine
- Zeit und in eckigen Klammern die Suchtiefe. Die angezeigten
- Werte beziehen sich auf den Zeitpunkt, zu dem der Zug als
- bester gewählt wurde (interessant für Tester!).
- Spielen Sie im "permanent brain" - Modus und wurde der Zug
- gefunden, während noch die Uhr des Gegners lief, so erscheinen hier
- Nullen als Zeit und Tiefe.
- Hinter der ganz oben erscheinenden Suchtiefe wird gelegentlich
- ein Pfeil nach oben (unten) ausgegeben; dann handelt es sich um
- eine Wiederholungssuche. Der wahre Wert liegt oberhalb (unterhalb)
- des Startfensters (fail high / fail low). Dies bedeutet immer, daß
- unerwartet drastische Veränderungen der Bewertung gefunden wurden
- (häufig taktische Wendungen).
- In der Nähe des unteren Bildrandes, in der Meldungszeile, zeigt
- Comet das aktive Eröffnungsrepertoire des Programms an (Züge und
- relative Häufigkeiten), falls angewählt (ALT V).
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- 4. AUTOPLAYER
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- Seit einiger Zeit ist der Autoplayer von Herrn Donninger ("auto232")
- erhältlich. Dank Chrillys weiser Entscheidung, neben den auf die
- Profis zugeschnittenen Installationen auch eine "standardisierte"
- NONAME-Schnittstelle einzuführen, können auch unbekanntere
- Amateur-Schachprogramme mit einem geringen Programmieraufwand
- diese Kommunikationsschnittstelle über den seriellen Port nutzen;
- so auch Comet. Im Autoplayer-Mode wird jede Partie mittels "save"
- (wie ALT S) unter dem vom Autoplayer vorgebenen Namen abgelegt, aber auch
- zusätzlich an ein Archiv unter demselben Namen mit der Endung ".pgn"
- angehängt, um ggf. bequem in eine Schach-Datenbank eingestellt werden
- zu können.
- Hält Comet die Partie für entschieden, so stellt das Programm im
- Autoplayer-Modus das Spielen ein, um sinnlose Spielverlängerungen
- zu vermeiden (abschaltbar mittels Kommando "abb"). So wird ein Abbruch
- provoziert und der Autoplayer kann die nächste Partie einleiten.
- Zu installieren ist die NONAME-Variante des Autoplayers.
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- Vermutlich kann Comet auch das PC-Brett Chess 232 nutzen,
- aber das konnte bislang noch nicht überprüft werden.
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- 5. SPIELSTILE
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- Die Suchalgorithmen vom Programm lassen sich in zweierlei Hinsicht
- vom Benutzer beeinflussen. Zum einen kann die Selektivität der
- Suche beeinflusst werden Kommando "style"; je nach Wahl spielt COMET
- "brute force" (sel=0), mäßig selektiv (sel=1) oder verstärkt selektiv
- (sel=2) - voreingestellt ist der Modus sel=2.
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- Im "brute force" - Modus (sel=0) betrachtet das Programm bis zu einer
- gewissen Rechentiefe alle sinnvollen und sinnlosen (die bei weitem
- überwiegenden) Zugkombinationen. (Es wird ausschliesslich die Methode
- des "backward pruning" verwendet.)
-
- Im Modus sel=1 wird (recht konservativ) beim letzten Halbzug vor
- Erreichen des Horizontes nach Stellungsbewertung selektiert und ggf.
- ein Halbzug eher die Quieszenzsuche eingeleitet. Außerdem sind in
- diesem Modus Abschneidungen in der Quieszenzsuche aktiv.
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- Im Modus sel=2 wird außerdem die Nullzug-Suche mit zum Teil reduzier-
- ter Tiefe durchgeführt. Zusätzlich werden in der vollen Suche an Knoten,
- die einer bestimmten Klasse angehören, die letzten Züge der Zuglisten
- nicht mehr betrachtet, wenn es einer der ersten Züge geschafft hat, die
- Bewertung ins aktuelle Alpha-Beta Fenster zu bringen (alles klar ?).
- Damit hat Comet dann keinen "brute-force Sockel" mehr.
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- Der bei Anwahl der Analyseausgabe (ALT V, s.u.) als "Rechentiefe"
- ausgegebene Wert (u.a.) ist im "brute force"-Modus die "brute force"-
- Rechentiefe; im selektiven Modus enthält er auch das selektive Ply. Ueber
- diese Tiefe hinaus werden nur noch "Quieszenz"-Zugfolgen weiterver-
- folgt (Schlagzüge, Umwandlungen, hängende Figuren, etc.). Dabei
- wird mit tiefer werdender Rechentiefe diese Auswahl von Quieszenz-
- zügen noch weiter "ausgedünnt".
- Diese Quieszenz-Auswahl kann ebenfalls vom Benutzer beeinflusst werden
- (Kommando "style"): anwählbar sind die Einstellungen "positionell"
- und "taktisch" (voreingestellt).
- Im taktischen Modus werden relativ viele über die eigentliche Suchtiefe
- hinausgehende Quieszenz-Zugfolgen berücksichtigt; das erhöht die
- taktische Stärke des Programms, behindert aber das Erreichen hoher
- Suchtiefen, weil Berücksichtigung umfangreicher Quieszenzen Zeit
- kostet. Außerdem sind im taktischen Modus aus der Nullzug-Suche resul-
- tierende Erweiterungen aktiv.
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- 6. SPIELSTÄRKE
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- Das Programm ist - je nach Hardware und Auswahl des Spielstils (s.u.) -
- taktisch recht stark, lässt aber positionell und besonders im Endspiel
- gelegentlich zu wünschen übrig.
- Laut SSDF-Liste vom August 1996 hat Comet 9.9 eine ELO-Zahl von 2225 auf
- 586/90.
- Die Spielstärke der Versionen ab A.00 (AEGON 96) liegt sicherlich
- etwas höher.
- Gegenüber der AEGON-Version A.00 wurden in erster Linie Verbesserungen
- hinsichtlich Königssicherheit durchgeführt (vgl. Partien gegen Seirawan
- und Boersma). Daneben wurden offensichtliche Lücken im Eröffnungsbuch
- gefüllt. Die Spielstärke ist somit sicherlich noch einmal erhöht worden;
- auch die Teststellungs-Lösezeiten bestätigen dies. Gegenüber der Welser
- Version A.12 wurde
- (a) die positionelle Bewertung komplett überarbeitet;
- (b) verbundene Freibauern werden nun besser gewürdigt;
- (c) die Selektivität wurde erhöht;
- (d) Wissen um Endspiele mit falschem Läufer wurde hinzugefügt;
- (e) Lernmodus kam hinzu;
- (f) Stellungswiederholungen im Suchbaum werden schneller erkannt;
- (g) Erzeugung von Schachzügen in der Ruhesuche wurde reduziert,
- wenn wenig Material auf dem Brett ist.
-
- Nach Einschätzung des Autors liegt die Stärke der aktuellen Version
- - je nach Hardware - im Bereich von ELO 2100 (386/40) bis 2300 (586/133).
-
- Andererseits kann man auch mittels Test-Positionen versuchen, die
- Spielstärke einzuschätzen.
- Im stark taktisch orientierten, reduzierten Yazgac-Test (N.H. Yazgac:
- "Schachcomputer was sie wirklich können", Beyer-Verlag 1989, siehe
- Datei "yazgac.epd", Kommando ALT/G, dann "yazgac" eingeben) erzielt
- COMET sehr gute Werte und setzt sich einsam an die Spitze aller
- (damals) getesteten Geräte (noch weit vor Mephisto Almeria 68020 und
- Conchess Amsterdam, den damaligen Spitzenreitern).
- Den Bednorz-Tönissen-Test (siehe Zeitschrift "Computer, Schach und
- Spiele" 5/91) können Sie auf Ihrer eigenen Hardware ablaufen lassen; und
- zwar mit Hilfe der Datei bt-2450.bat bzw. bt-2630.bat (Kommando "batch"
- und anschließend "bt-2450" bzw. "bt-2630", Dauer ca. 7.5 Stunden !!).
- Mit Hilfe der Programme "bt-2450.exe" und "bt-2630.exe" (dank Roland
- Pfister) kann man die erzeugten Dateien "bt-2450.out" bzw "bt-2630.out"
- automatisch auswerten lassen.
-
- Version HW Tester BT-2630
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- A.00 586/100 Wiesenecker 2208
- A.11 486/66 Türke 2166
-
- In Larry Kaufmans 1-Stunden-Test ("Computer Chess Reports", Vol.4 No.1,
- Datei "kaufman.epd") erreicht Comet A.28 (taktisch+selektiv=2) 52 Punkte
- auf 486/DX2-66 Hardware, was angeblich einer ELO-Zahl von nahezu 2300
- entspricht. Damit plazierte Comet sich in der Nähe von WCHESS und KALLISTO.
- Es liegen auch Turnierergebnisse vor:
- a) Bei der Micro-WM 1995 in Paderborn (WMCCC.PGN) erreichte die damalige
- (leider fehlerhafte) Version von Comet einen Platz im unteren Mittel-
- feld (3 Punkte Rückstand auf den Weltmeister MChess5).
- b) Im Mensch-Maschine-Turnier AEGON 1996 in Den Haag (AEGON.PGN) holte
- Version A.00 3/6 und erreichte auf 586/166 eine Performance von ELO
- 2364. Das Turnier AEGON-96 hat somit gezeigt, daß das Programm auf
- einem Pentium auch für Spitzenspieler ein sehr ernstzunehmender Gegner
- ist.
- c) 11. Platz für Version A.12 bei 20 Teilnehmern beim Welser
- Sommerturnier 1996 (per Auto232) vor so renommierten Programmen
- wie Kallisto 1.98, Quest3, Fritz3, Fritz2 und MChess5, u.a. Herr
- Wiesenecker wertete eine ELO-Leistung von 2290 auf P5/100 aus.
- d) oberer Mittelfeldplatz (11. von 27) für die Version A.30 bei der
- Micro-WM 1996 in Djakarta, wobei übrigens die Programme der
- Spitzengruppe (Platz 1 - 8) alle auf - zum Teil weit - überlegener
- Hardware liefen.
-
- Wer "kein Land sieht" im Spiel gegen das Programm, dem sei Spielstufe
- 0 (ALT T, dann "0" eingeben) empfohlen.
-
-
-
- 7. ERÖFFNUNGS-BIBLIOTHEK
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- Die Eröffnungsbibliothek enthält weit über 6000 Varianten mit insgesamt
- mehr als 200000 Halbzügen. Von Redundanzen befreit, ergibt dies
- ca 78000 unterschiedliche Positionen, für die ca 82000 aktive
- Halbzüge abgespeichert sind.
-
- Zugumstellungen werden korrekt erkannt. Neben vielen ruhigen
- Varianten sind auch viele "halsbrecherischen" Gambit-Varianten
- enthalten.
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-
- 8. STECKBRIEF
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- COMET nutzt viele Ideen, die dem "Stand der Technik" entsprechen;
- insbesondere wurde vom Programm GNU-Chess und seinen diversen
- Weiterentwicklungen profitiert.
-
- Es folgt ein kurzer Steckbrief vom COMETen:
- - Standard - Suchalgorithmus: Minmax + Alpha-Beta
- mit "Aspiration-Window";
- - performante Bewertung durch Nutzung einer Fenstertechnik;
- - akzeptable taktische Schlagkraft durch Erweiterungen der
- Quieszenz-Suche (wählbar) und Null-Zug Erweiterungen
- (Donninger 1993);
- - umfangreiches (!?) schachliches Wissen;
- - (persistente) Hash-Transpositions-Tabelle;
- - Berücksichtigung von diversen Klassen von Killer-Zügen:
- normale Killer nach Frey, Slate & Atkin, 1978,
- History-Heuristik (persistent) nach Schaeffer, 1983,
- Butterfly-Heuristik nach Hartmann, Kouwenhoven, 1990;
- Refutation-Heuristik nach Akl, Newborn, 1977
- - Null-Zug-Heuristik nach Goetsch and Campbell, 1989
- siehe auch GNU-Chess V4.6;
- - Selektivität durch
- a) Futility-Cut-Off ähnlich wie bei Schaeffer, 1986;
- b) Null-Zug-Suche mit z.T reduzierter Suchtiefe,
- c) Quieszenz-Abschneidungen wie in GNU-Chess
- d) spekulative Vorwärts-Abschneidungen in voller Suche
- - Lernfunktion (ähnlich Scherzer et al. "BEBE")
- - grafisches Display, Mausunterstützung, Auswahl des Spielstils und
- andere Spielereien;
- - kompatibel zu Ch. Donningers Autoplayer (Installation für NONAME)
- - liest und schreibt Standard-Formate (EPD und PGN)
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-
- 9. SCHLUSS
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- An dieser Stelle sei zuerst einmal Roland Pfister gedankt für viele
- Anregungen, Diskussionen und für die Umstellung der Graphik auf die
- WATCOM-Bibliothek. Sein Schach-Programm übrigens macht seinem Namen
- "Patzer" keine Ehre und kann allen Liebhabern empfohlen werden
- (Spielstärke etwas weniger als Comet, Bedienerfreundlichkeit und
- Oberfläche besser, ebenfalls mit Auto232-Anschluß).
-
- Mein Dank geht ebenfalls an Wolfgang Hettler für viele Tests und
- Anregungen, für Versorgung mit Literatur und Bereitstellung von
- Software-Gegnern, und besonders für Motivationen, weiter zu machen.
-
- Mein Dank geht auch an Dieter Reppmann für viele Tests, Anregungen und
- nicht zuletzt für die Bereitstellung von elektronischen Gegnern.
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- Last not least, danke ich auch den Herren Wolfgang Pilz und Franz
- Wiesenecker für Tests beziehungsweise Fehlermeldungen.
-
- COMET ist ein Amateur-Programmm; die neueste Version ist z.B.
- bei
-
- GAMBIT-SOFT
- Zimmerner Str. 9a
- D-78628 Rottweil
-
- erhältlich.
-
-
-
- Viel Spass
- U. Türke
-