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Text File  |  1996-03-23  |  22.8 KB  |  543 lines

  1. Document Hardware.doc
  2.  
  3.                 Hardwaredokumentation zum Programm VIDEOTEXT
  4.                              Stand: 23.03.96
  5.  
  6.  
  7.  
  8. 0. WARNUNG
  9. ==========
  10.  
  11. Seien Sie sich darüber im klaren, daß selbstgebaute Hardwareerweiterungen,
  12. auch rein externe wie ein VT-Decoder, immer ein Risiko für Ihren Rechner 
  13. darstellen! Ein fehlerhaft gebautes Interface kann durch Kurzschluß
  14. Portbausteine zerstören oder, fast genauso ärgerlich, die Absicherung der
  15. Versorgungsspannung am Port auslösen. (Die Feinsicherungen im Amiga sind 
  16. äußerst wartungsunfreundlich: kleine, Widerständen ähnelnde Bauteile, fest 
  17. auf dem Motherboard eingelötet.) Überprüfen Sie eigene Schaltungen also
  18. sorgfältig auf unbeabsichtigte Verbindungen, bevor Sie sie anschließen!
  19.  
  20. Vorsicht auch beim Einstecken des Interface: Der Ratschlag, den Rechner zu 
  21. solchen Zwecken immer erst auszuschalten, kann nicht oft genug wiederholt 
  22. werden. Zwar ist es beim Amiga schwer, einen Stecker wirklich an den
  23. falschen Port anzuschließen. Den falschen Port mal eben zu berühren, ist
  24. aber leicht, und bei eingeschaltetem Rechner ist das halt schon tödlich. 
  25. Sub-D-Verbinder haben außerdem die unangenehme Angewohnheit, bei leicht
  26. verkantetem Einstecken eine ganze Stiftreihe des gegenüberliegenden 
  27. Steckers mit ihrer Metalleinfassung kurzzuschließen.
  28.  
  29.  
  30.  
  31. 1. Hardwareplattformen
  32. ======================
  33.  
  34. Hardwarevoraussetzung für mein Programm ist ein Videotextdecoder mit 
  35. I²C-Bus Interface zum Amiga. Die gibt es in zahlreichen Varianten, teils 
  36. als Bastelprojekte, teils als kommerzielle Produkte, und die jeweiligen
  37. Interfaces sind leider alles andere als einheitlich. 
  38.  
  39. Es folgt eine kleine Übersicht über die mir bekannten Typen, von denen ich 
  40. aus verschiedenen Gründen *nicht* alle unterstützen kann. Besitzen Sie also 
  41. bereits VT-Hardware, können Sie hier nachsehen, ob bzw. warum nicht 
  42. dieselbe für mein Programm nutzbar ist. Besitzen Sie noch keine, ist diese
  43. Übersicht Ihnen hoffentlich bei einer Kauf- oder Bauentscheidung 
  44. behilflich.
  45.  
  46.  
  47. 1.1. VTex von HK
  48. ----------------
  49.  
  50. Eine Neuheit (11/95) ist der VECTOR Video-Text Decoder, den es für 99,-
  51. bei
  52.  
  53.     HK-Computer GmbH
  54.     Hönninger Weg 220
  55.     50969 Köln
  56.     Tel. 0221/369062
  57.  
  58. gibt. Das Gerät wird am Parallelport angeschlossen, bei dem Preis sollte 
  59. man ihm das eigentlich verzeihen, und interessanterweise "mißbraucht" es
  60. den Port auch nicht einfach, um einen I²C-Bus zu emulieren, sondern nutzt 
  61. die 8 Bit Datenbreite voll aus. Leider habe ich gerade darum *keine* 
  62. Möglichkeit, es mit meinem Programm anzusteuern!
  63.  
  64. Was genau HK sich da hat einfallen lassen, möchte ich noch kurz erklären.
  65. Und zwar bestanden früher, bevor es den SAA 5246 gab, Videotextdecoder 
  66. immer aus zwei Chips (wenn man das RAM mal nicht mitzählt): dem SAA 5231, 
  67. der nichts weiter tut, das Videosignal so weit aufzubereiten, daß der 
  68. Videotext-Bitstrom handlich auf zwei Leitungen (Takt und Daten) isoliert 
  69. zur Verfügung steht, und dem SAA 5243, der den ganzen Rest enthält: Seiten-
  70. suchlogik, Bildschirmcontroller und I²C-Bus-Interface.
  71.  
  72. Und das HK-Gerät enthält nun u. a. einen solchen SAA 5231, aber eben nicht 
  73. den dazugehörigen 5243. Auf diese Weise wurde der teure und unnötige 
  74. Bildschirmcontroller elegant eingespart, und eine spezielle Kontrollogik,
  75. die die Daten über den Parallelport überträgt, ersetzt auch gleich den
  76. naturgemäß langsamen I²C-Bus. Das ganze funktioniert dann so, daß der Amiga 
  77. auf Kommando anfängt, alle existierenden Seiten einzulesen, und wenn man 
  78. meint, daß es reicht, klickt man "Stop" an, und darf sich anschließend (!) 
  79. die Seiten anschauen. Das Prinzip ist ganz interessant, aber ganz sicher 
  80. nicht mein Geschmack, und eben hochgradig inkompatibel zu allen anderen mir
  81. bekannten Systemen.
  82.  
  83. Immerhin konnte ich das Binärformat entschlüsseln, in dem die gesammelten 
  84. Seiten dann abgespeichert werden. So können meine Programme wenigstens die 
  85. von "VTex" erzeugten Dateien lesen.
  86.  
  87.  
  88. 1.2. VideoTXT von HSL
  89. ---------------------
  90.  
  91. Für 219 DM gibt es bei
  92.  
  93.     HSL Hard- und Software Lenzen
  94.     Klinkhammer 4
  95.     41751 Viersen
  96.     Tel. 02153/5831
  97.  
  98. ein komplettes "VideoTXT"-Paket zu kaufen, inclusive Bediensoftware, und 
  99. mit Hardware-Interface für Joystick- oder RS232-Port. Wie die Joystick-
  100. Variante funktioniert, weiß ich überhaupt nicht, und von der RS232-Variante 
  101. weiß ich so viel, daß sie *nicht* c't-kompatibel ist. 
  102.  
  103. Überhaupt sind diese Geräte Dongle-Ware, d. h. die Details des Hardware-
  104. Interface sind geheimgehalten (naja, sagen wir: nicht veröffentlicht), 
  105. dafür erhalten seine Besitzer kostenlose Updates über das Aminet. Ich nehme 
  106. nicht an, daß HSL im Prinzip etwas dagegen haben könnte, wenn auch andere
  107. Programme (wie meins) ihre Hardware unterstützen. Nur fragen müßte ich sie 
  108. doch vorher mal, und diesen Streß werde ich mir ganz sicher sparen, solange 
  109. mich nicht wenigstens mal ein paar HSL-Kunden darauf ansprechen. Ich nehme 
  110. aber auch an, daß die mit der HSL-Software ganz zufrieden sind.
  111.  
  112. Übrigens wurde dieses Produkt in der AmigaPlus (1/94) getestet und für gut 
  113. befunden, und ich habe mir auch einmal eine Demo der zugehörigen Software 
  114. angeschaut. Pluspunkte: sehr bescheiden im Speicherverbrauch, verblüffend 
  115. originalgetreue Emulation des Videotext-Fernsehbildes.
  116.  
  117.  
  118. 1.3. TeleTxt von Markt & Technik
  119. --------------------------------
  120.  
  121. Im Amiga Magazin wurde 1992 ein Projekt für einen Videotext-Decoder auf 
  122. einer autokonfigurierenden Zorro-II-Karte vorgestellt. Der ist in dieser
  123. Form nicht mehr erhältlich (wäre zumindest ein Wunder ;-) und wird z. Zt.
  124. von meiner Software auch noch nicht unterstützt, ABER: Eine Unterstützung
  125. wäre leicht machbar. Ich bräuchte dazu nur noch ein paar Besitzer dieser
  126. Karte: erstens zur Motivation (klar), zweitens für ein paar Angaben, die
  127. in der abgedruckten Projektbeschreibung fehlen, und drittens (naja) zum
  128. Testen.
  129.  
  130. Wenn Sie also glücklicher Besitzer dieser technisch saubersten aller 
  131. Videotext-Lösungen sind, schreiben Sie mir! Die Angaben, die mir fehlen,
  132. sind einfach nur die Hersteller- und Produkt-Codierung der Karte, wie man 
  133. sie z. B. mit "ShowConfig" in Erfahrung bringen kann. Ganz nützlich könnte 
  134. außerdem noch die original Steuersoftware sein, vorzugsweise als Quelltext,
  135. Binary täte es aber auch.
  136.  
  137.  
  138. 1.4. TeleText von Jan Leuverink
  139. -------------------------------
  140.  
  141. Ein recht beliebtes I²C-Interface hat Jan Leuverink mit seinem "TeleText"-
  142. Projekt eingeführt (s. aminet/hard/hack/tt120). Es wird an den Parallelport 
  143. angeschlossen, was ich für nicht ganz so toll halte, ist aber letztlich 
  144. Geschmackssache. Meine Software unterstützt es jedenfalls. (Genauer 
  145. gesagt: Brian Ipsens "i2c.library", die ich benutze, tut das. Soviel Zeit 
  146. muß sein. :-)
  147.  
  148. Von Bauteilaufwand und Schwierigkeitsgrad her entspricht das Projekt in
  149. etwa dem aus der c't. Die Anleitung enthält sehr gute Platinenlayouts,
  150. aber auch fertige Leerplatinen kann man bei J. L. bestellen. Weitere 
  151. Details entnehmen Sie bitte der tt120-Dokumentation selbst.
  152.  
  153.  
  154. 1.5. Das c't-Projekt
  155. --------------------
  156.  
  157. Die c't-Empfehlung für den I²C-Bus ist ein Interface am RS232-Port des
  158. Amiga. Dieses Interface benutze ich persönlich, habe es lange Zeit auch als
  159. einziges unterstützt, und ich kann es jedem empfehlen, der die Umschaltbox
  160. zum Modem nicht scheut (bzw. gar kein Modem besitzt :-).
  161.  
  162. Den c't-Decoder gibt es als Fertiggerät, als Leerplatine zum Selbst-
  163. bestücken, und für Enthusiasten folgt weiter unten auch noch eine kurze
  164. Beschreibung der Funktionsweise, zumindest, soweit es das I²C-Interface
  165. betrifft.
  166.  
  167. 1.5.1. Fertiggerät von CHV-Electronics
  168. --------------------------------------
  169.  
  170. Für 120 DM zzgl. Versandkosten können Sie per Nachnahme bei
  171.  
  172.     Christoph Vonrhein  
  173.     Bismarckstr. 24/1
  174.     88045 Friedrichshafen
  175.  
  176. einen kompletten c't-kompatiblen Videotext-Decoder für den Amiga bestellen.
  177.  
  178. Das Gerät enthält ein kleines Netzteil, die Stromversorgung erfolgt also 
  179. direkt über die Steckdose. Es hat eine Cinch-Buchse für den FBAS-Eingang, 
  180. einen Kippschalter, um die Signalleitung beim Anschließen an den Fernseher 
  181. vorübergehend trennen zu können (s. Abschnitt 3., `Elektrostatik'), und 
  182. ca. ½ m Anschlußleitung zum RS232-Port des Amiga.
  183.  
  184. Denken Sie bitte daran, daß Sie den Preis nicht mit dem HK-Gerät ver-
  185. gleichen sollten, das vom Funktionsprinzip ja komplett anders ist, sondern 
  186. eher mit dem von HSL (mal abgesehen davon, daß auch das nicht mit meiner
  187. Software kompatibel ist ;-).
  188.  
  189. 1.5.2. Das original c't-Bastelprojekt
  190. -------------------------------------
  191.  
  192. Sie können für 28 DM (zzgl. 6 DM Versandkosten) bei
  193.  
  194.     eMedia GmbH
  195.     Bissendorfer Str. 8
  196.     Postfach 61 01 06
  197.     30601 Hannover
  198.  
  199. eine fertige Leerplatine für den kompletten c't-Decoder bestellen (genauer
  200. gesagt: die Universalplatine für PC/Mac/Atari/Amiga). Und falls Sie die
  201. c't 7/92 nicht haben, für 5 DM zusätzlich eine Fotokopie der Projektbe-
  202. schreibung. Bestellcode für beides ist 9207177, bezahlt wird per Vorkasse,
  203. also einen Verrechnungsscheck über 34 bzw. 39 DM beilegen. (Der Preis 
  204. scheint stabil zu sein, Sie könnten aber auch sicherheitshalber eine 
  205. aktuelle c't-Ausgabe zu Rate ziehen.)
  206.  
  207. Die zugehörigen Bauteile müssen Sie sich anderweitig besorgen, aber das
  208. ist auch kein Problem: Den SAA 5246 und 27-MHz-Quarze gibt es bei Reichelt,
  209. Simons, Elpro, Segor und was weiß ich wo noch (na gut, nicht gerade bei
  210. Conrad), und die übrigen Teile sind mehr oder weniger Standard.
  211. Gesamtpreis: kann ich schwer schätzen, aber vielleicht nochmal 50 DM.
  212.  
  213.  
  214.  
  215. 2. Hintergrundinfos
  216. ===================
  217.  
  218. 2.1. Was ist der I²C-Bus?
  219. -------------------------
  220.  
  221. Der Name I²C-Bus steht für IIC = Interconnection of Integrated Circuits, 
  222. und wie damit schon angedeutet ist, dient er vor allem der Kommunikation 
  223. relativ autarker Chips innerhalb einer größeren Gesamtschaltung, typischer-
  224. weise in Geräten der Unterhaltungselektronik. Der Amiga besitzt keine I²C-
  225. Bus-Schnittstelle, diese läßt sich mit Hilfe eines Interface und einer 
  226. Handvoll freier I/O-Leitungen aber leicht emulieren.
  227.  
  228. Der I²C-Bus besteht im wesentlichen aus zwei Leitungen: Takt und Daten. 
  229. Dann braucht man natürlich noch eine Masseleitung, und eine vierte Leitung 
  230. mit 5V Versorgungsspannung kann auch nicht schaden. In der Elektor wird 
  231. sogar noch eine fünfte Leitung, "Interrupt" empfohlen, da einige IO-
  232. Bausteine für den I²C-Bus (PCF8574 z. B.) in der Tat ein solches Signal 
  233. erzeugen können. Für unsere Zwecke ist das aber unnötig.
  234.  
  235. Nach der Anzahl der Leitungen besteht noch die Frage, ob man den I²C-Bus
  236. durch ein einheitliches Steckersystem repräsentieren soll. Das kann 
  237. lohnen, da man nämlich (ungefähr wie beim genialen IEC-Bus des C64) viele
  238. verschiedene I²C-Chips (VPS-Decoder, AD/DA-Wandler, LED-Treiber, 
  239. Sprachsynthesizer etc.) an ein und denselben Bus hängen kann, sofern sie 
  240. sich durch ihre Adresse unterscheiden.
  241.  
  242. Auf diese Frage antwortet die c't mit "nein": kein I²C-Bus-Stecker, die
  243. RS232-Leitungen werden direkt auf die gemeinsame Platine von Bus-Interface
  244. und Decoderchip geführt. Die Elektor meint "ja", und schlägt 6polige
  245. Mini-DIN-Stecker vor. Ich meine auch "ja", finde aber 9polige Sub-D-Stecker
  246. erheblich sympathischer.
  247.  
  248. Signal      Mini-DIN-Stecker        Sub-D-Stecker
  249.             (Elektor-Konvention)    (mein persönlicher Favorit)
  250. ---------------------------------------------------------------
  251. SCL         Pin 5                   Pin 1
  252. SDA         Pin 2                   Pin 2
  253. INT         Pin 1                    ---
  254. +5V         Pin 3 & 4               Pin 7
  255.  0V         Pin 6 & Abschirmung     Pin 8
  256.  
  257. Elektor und ich stimmen überein, daß das erste Kabel vom Computer, dem
  258. Busmaster aus, in einem Stecker enden sollte. Elektor meint aber auch, daß
  259. alle weiteren Bus-Verbindungskabel Stecker an beiden Seiten haben sollten
  260. (wie beim IEC-Bus des C64 ...). Ich habe mich dagegen für Kabel mit Stecker 
  261. und Kupplung entschieden, das können dann auch handelsübliche Joystick-
  262. verlängerungen sein.
  263.  
  264. Kürzlich (d. h. ein paar Jahre zu spät) ist mir noch aufgefallen, daß ein
  265. Bus mit vier Leitungen geradezu nach 6/4-Western-Steckern verlangt, da
  266. man Kabel für das System, auch in großen Längen, nun wirklich fast 
  267. nachgeschmissen bekommt. Außerdem läßt sich die flache Gestalt der Kabel 
  268. dann noch ausnutzen, um Übersprechen zwischen SCL- und SDA-Leitung zu
  269. vermindern, indem man z. B. eine Pin-Reihenfolge wie 0V-SCL-5V-SDA oder 
  270. SCL-0V-5V-SDA wählt. Das nur noch so als Idee, ohne Gewähr, daß bei 
  271. konsequenter Durchführung nicht noch irgendwelche Probleme auftauchen. ;-)
  272.  
  273.  
  274. 2.2. Das Bus-Interface
  275. ----------------------
  276.  
  277. Das im folgenden beschriebene Bus-Interface entspricht in seiner Funktions-
  278. weise der c't-Empfehlung. Wenn Sie das original c't-Projekt bauen, brauchen 
  279. Sie es aber *nicht*, in dem Fall ist ein Interface mit auf der Decoder-
  280. platine integriert!
  281.  
  282. Spannungsversorgung:
  283.  
  284.  +5V: Pin 12 am Floppyport (100 mA kann der allemal vertragen und
  285.     normalerweise müßte ein Anschluß immer frei sein)
  286.     
  287. +12V: Pin  9 \\
  288.   0V: Pin  7  } am seriellen Port
  289. -12V: Pin 10 /
  290.  
  291. SCL/SDA: Ein-/Ausgabe-Leitungen, Open Collector, "Wired AND". Über einfache 
  292.     Inverterschaltungen aus npn-Transistor und Widerständen kann der Amiga 
  293.     sie auf LO ziehen, Über einen Pegelwandler MC 1488 wird ihr Zustand 
  294.     auf Port-Eingänge zurückgeführt. Zuordnung:
  295.                
  296.              | Eingang | Ausgang
  297.          ----+---------+---------
  298.          SDA | DCD (8) | DTR (20)
  299.          SCL | CTS (5) | RTS (4)
  300.  
  301.  
  302. Beschaltung des Pegelwandlers:
  303.                               ________
  304.     RS 232 Pin 10: -12 V ----|1  \\/ 14|---- +12 V: RS 232 Pin 9
  305.     I²C-Bus Pin 1:   SCL --->|        |
  306.     RS 232 Pin 5:    CTS <---|   MC   |
  307.     I²C-Bus Pin 2:   SDA -+->|  1488  |
  308.      "                    +->|        |
  309.     RS 232 Pin 8:    DCD <---|        |
  310.     RS 232 Pin 7:    GND ----|7______8|
  311.  
  312. Man beachte, daß Pin 4 und 5 des MC 1488 miteinander verbunden werden
  313. müssen, da sie zu einem Treiber mit zwei UND-verknüpften Eingängen gehören.
  314.  
  315.  
  316. Die Inverter:
  317.                     0V                                    0V
  318.  
  319.                     |                                     |
  320.           10 kOhm  _|                           10 kOhm  _|
  321. RS 232     ____    / E               RS 232      ____    / E
  322. Pin 4: ---|____|--|                  Pin 20: ---|____|--|
  323.  RTS               \\                  DTR                \\
  324.                  C  |     I²C-Bus                      C  |     I²C-Bus
  325.                     +----  Pin 1:                         +----  Pin 2:
  326.                     |       SCL                           |       SDA
  327.                    | | 4.7                               | | 4.7
  328.                    | | kOhm                              | | kOhm
  329.                     T                                     T
  330.                                     T1,T2:
  331.                    +5V             BC 548 B              +5V
  332.  
  333. Die gesamte Interfaceschaltung aus IC, zwei Transistoren und vier
  334. Widerständen kann problemlos auf Lochrasterplatine aufgebaut werden und
  335. läßt sich mit etwas Geschick in einer Sub-D-Steckerhaube unterbringen, so
  336. daß ein eigenes Gehäuse entfallen kann. Vorsicht nur mit metallisierten
  337. Steckerhauben, hier ist eine Isolierschicht unter der Platine ratsam, z. B. 
  338. ein passend zurechtgeschnittenes Papieretikett.
  339.  
  340. Ich verwende übrigens ein "SUB-D Selbstbaugehäuse 9/25" (s. Conrad-Katalog
  341. '96, S. 717), mit einem 9poligen Stecker auf der einen und einer 25poligen
  342. Kupplung auf der anderen Seite. Sieht cool aus (ungefähr wie diese Maus-
  343. adapter bei PC's), hatte sogar noch Platz, um eine Niedervoltbuchse mit
  344. Zentralbefestigung einzubauen (für die 5V vom Floppyport, ich liebe
  345. überflüssige Steckverbindungen :-). Der Nachteil ist nur, daß die ganze
  346. Konstruktion ziemlich weit (12 cm) nach hinten über den Rechner hinausragt.
  347.  
  348. In der c't ist SCL als reine Ausgabeleitung vorgesehen: ziemlich arrogant,
  349. I²C-Chips dürfen auch SCL auf LO festhalten, um eine Pause zu erzwingen. 
  350. Der SAA 5246 tut dies erfahrungsgemäß allerdings nicht, und um mit echten 
  351. c't-Interfaces kompatibel zu sein, darf die I²C-Software den SCL-Eingang 
  352. auch nicht abfragen. Andererseits kostet es nur zwei zusätzlich eingelötete
  353. Drähte, SCL auf einen Eingang zurückzuführen, und wer weiß, wozu das nicht
  354. noch nützlich sein kann.
  355.  
  356. Zur Funktionsweise des Interface bleibt festzuhalten, daß es alle Signale
  357. invertiert (+5V <=> -12V , 0V <=> +12V). Da die RS 232-Treiber im Amiga
  358. aber ebenfalls invertieren, entsteht letzendlich positive Logik: Ein
  359. gesetztes Bit in CIA B, Port A enspricht einem HI-Pegel auf den Leitungen
  360. des I²C-Bus.
  361.  
  362.  
  363. 2.3. Anschluß an den Bus
  364. ------------------------
  365.  
  366. Jedem I²C-Busteilnehmer stehen Serienwiderstände in SCL- und SDA-Leitung
  367. zu. Außerdem enthalten SDA und SCL je einen Pull-Up-Widerstand nach +5V
  368. (irgendwo im Verlauf des Busses, aber nicht mehrmals!), die offensichtlich
  369. erheblich größer als die Serienwiderstände sein müssen (Praxis: Faktor 10), 
  370. damit sich ein korrekter LO-Pegel <1.5V einstellen kann.
  371.  
  372. +5V --+--+--
  373.       |  |
  374.      | || |
  375.      |R||R|   4.7 kOhm
  376.      |_||_|
  377.       |  |
  378. SCL --+-------+-----------+-----------+------------
  379. SDA -----+-------+-----------+-----------+---------
  380.               |  |        |  |        |  |
  381.              | || |      | || |      | || |
  382.              |R||R|      |R||R|      |R||R|   470 Ohm
  383.              |_||_|      |_||_|      |_||_|
  384.               |  |        |  |        |  |
  385.              _|__|_      _|__|_      _|__|_
  386.             |      |    |      |    |      |
  387.             | SAA  |    | SAA  |    | SAA  |    etc.
  388.             | 5246 |    | 4700 |    | 1064 |
  389.             |______|    |______|    |______|
  390.  
  391. In unserem Fall sind die Pull-Ups im Bus-Interface zum Amiga integriert.
  392. Das macht Sinn, denn der Amiga *ist* die Zentrale, Busmaster nämlich.
  393. (Beim I²C-Bus kann zwar theoretisch jeder Teilnehmer Master werden, indem
  394. er einfach von sich aus eine Übertragung startet. Nur ist das bei keinem
  395. der I²C-Chips, die ich kenne, vorgesehen.)
  396.  
  397.  
  398. 2.4. Die Hauptsache: der Decoder
  399. --------------------------------
  400.  
  401. Es gibt (oder gab?) bei ELV und Conrad für 99 DM fertige VTX-Decodermodule
  402. zu kaufen, eigentlich als Ergänzung für Channel-VideoDat gedacht. Das Modul 
  403. wird in einen 20-poligen IC-Sockel gesteckt, Pin-Belegung (nach ELV-
  404. Journal 3/93):
  405.  
  406.     2: UB+ (mindestens 7V, da 5V-Spannungsregler an Bord)
  407.     5: SDA
  408.     9: 0V
  409.    15: SCL
  410.    20: FBAS in
  411.  
  412. Für den lästigen Spannungsregler gibt es zwei mögliche Lösungen: Entweder 
  413. spendieren Sie ihm ein eigenes Netzteil (7.5V=/300mA unstabilisiert gibt es 
  414. z. B. schon für 10 DM, ist auch die sanfteste Lösung), oder Sie entfernen
  415. und überbrücken ihn und versorgen die Platine direkt mit den 5V vom Amiga 
  416. (würde ich bevorzugen, die Schaltung verbraucht auch, wie gesagt, nur 
  417. ca. 100 mA).
  418.  
  419. Etwas ist noch seltsam an der ELV-Platine: Die 470-Ohm-Serienwiderstände, 
  420. die ich in SCL- und SDA-Leitung zum Decoder erwartet hätte, fehlen einfach, 
  421. vielleicht braucht der SAA 5246 sie gar nicht wirklich. Dafür sind auf der 
  422. Platine nochmal eigene 4K7 Pull-up-Widerstände enthalten. Die gehören aber,
  423. wie ich bereits erklärt habe, sinnvollerweise ins Interface des Amiga, und
  424. sind doppelt ganz sicher nicht nötig. Sie zu entfernen (oder die aus dem
  425. Amiga-Interface) ist vielleicht trotzdem nicht erforderlich, da sich hier 
  426. die fehlenden Serienwiderstände (in Hinsicht auf sicheres Erreichen von 
  427. LO-Pegeln <1.5V) gerade wieder günstig auswirken könnten - einfach mal 
  428. ausprobieren.
  429.  
  430. Falls Sie irgendwie an eine andere VTX-Platine gelangen sollten, die nicht 
  431. dieser Beschreibung entspricht, noch kurz die wichtigsten Pins des SAA5246
  432. als Orientierungshilfe: 23=SCL, 24=SDA, 8=FBAS-in. Und für die alte zwei-
  433. Chip-Lösung: 27 ist FBAS-in beim SAA5231, am SAA5243 sind 19=SCL, 20=SDA.
  434.  
  435.  
  436.  
  437. 3. Elektrostatik
  438. ================
  439.  
  440. In der c't wird davor gewarnt, daß ein eventueller Potentialausgleich
  441. zwischen Fernseher und Computer über den Videoeingang des SAA 5246
  442. stattfinden könnte -> tödlich für den Decoder-Chip. Dieses Szenario ist
  443. nicht ganz so unwahrscheinlich, da beim Einstecken von Cinch-Steckern immer
  444. erst der Signalanschluß Kontakt bekommt, dann erst der Masseanschluß. Meine 
  445. Vorgehensweise beim Verbinden der Geräte:
  446.  
  447.  - Decoderplatine an I²C-Bus und Spannungsversorgung anschließen
  448.  - Videoeingang des SAA 5246 von der FBAS-Eingangsbuchse trennen (ein-
  449.    poliger Schalter, die Masseverbindung bleibt!)
  450.  - Videosignal an die Eingangsbuchse der Decoderplatine anschließen,
  451.    eventueller Potentialausgleich findet jetzt über die Masseleitungen
  452.    statt
  453.  - Decodereingang aufs Videosignal aufschalten
  454.  
  455.  
  456.  
  457. 4. SCART Pin-Belegung
  458. =====================
  459.  
  460.                        ________
  461.                       |     -  | 1   Audio-Ausgang R
  462.   Audio-Eingang R   2 |  -     |
  463.                       |     -  | 3   Audio-Ausgang L
  464.       Audio-Masse   4 |  -     |
  465.                       |     -  | 5   Blau-Masse
  466.   Audio-Eingang L   6 |  -     |
  467.                       |     -  | 7   Blau-Signal
  468. AV-Schaltspannung   8 |  -     |
  469.                       |     -  | 9   Grün-Masse
  470.    Datenleitung 2  10 |  -     |
  471.                       |     -  | 11  Grün-Signal
  472.    Datenleitung 1  12 |  -     |
  473.                       |     -  | 13  Rot-Masse
  474.       Daten-Masse  14 |  -     |
  475.                       |     -  | 15  Rot-Signal
  476.    Austast-Signal  16 |  -     |                     _
  477.                       |     -  | 17  Video-Masse      \\  von hier kommt das
  478.     Austast-Masse  18 |  -     |                       }    FBAS-Signal
  479.                       |     -  | 19  Video-Ausgang   _/   für den Decoder
  480.     Video-Eingang  20 |  - ____|
  481.                       |__--
  482.  
  483.  
  484. Bei Pins 1, 2, 3, 6, 19 und 20 gelten die Bezeichnungen "Eingang" und
  485. "Ausgang" immer, für alle Geräte, SCART-Kabel müssen also jeweils über
  486. Kreuz Eingang mit Ausgang verbinden, d. h. 1-2, 2-1, 3-6, 6-3, 19-20
  487. und 20-19.
  488.  
  489. Die Schaltspannung an Pin 8 signalisiert, ob ein Video-Eingangssignal
  490. von dieser Buchse überhaupt beachtet werden soll. Das Austast-Signal an
  491. Pin 16/18 entscheidet, ob der RGB-Eingang das Signal des Video-Eingangs
  492. überstimmen soll. Als quasi 4. Farbe des RGB-Signals ermöglicht es so
  493. z. B. die gemischte Darstellung von Fernsehbild und Videotext.
  494.  
  495. Interessant finde ich die beiden Datenleitungen, Pin 10 und Pin 12. Daran
  496. könnte man glatt einen I²C-Bus anschließen. Ob das auch wirklich so gedacht
  497. ist, weiß ich nicht. Weiß wer was genaueres?
  498.  
  499.  
  500.  
  501. 5. Bauteile
  502. ===========
  503.  
  504. Wenn Sie das original c't-Projekt bauen wollen, müssen Sie einige der
  505. benötigten Teile vermutlich im Versandhandel bestellen:
  506.  
  507.     1  SAA 5246       (Videotext-Decoder)
  508.     1  Quarz 27 MHz
  509.  
  510. Und wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, vielleicht auch noch:
  511.  
  512.     1  SRAM 6264-200  (8K × 8bit, 200 ns)
  513.     1  MAX 232        (RS232-Treiber)
  514.  
  515. Den Rest müßten Sie in jedem Elektronikladen bekommen, genaue Stückliste
  516. entnehmen Sie der c't-Projektbeschreibung. (Für das Leuverink-Projekt
  517. gilt sinngemnäß dasselbe, allerdings brauchen Sie dort *keinen* MAX 232.)
  518.  
  519. Folgende Elektronik-Versandhäuser haben den SAA 5246 meines Wissens im
  520. Lieferprogramm:
  521.  
  522.     SIMONS electronic GmbH
  523.     Postfach 3365  (Daimlerstr. 20)
  524.     50148 Kerpen
  525.     Tel. (0 22 73) 53 09 1
  526.  
  527.     Segor Electronics
  528.     Kaiserin-Augusta-Allee 94
  529.     10589 Berlin
  530.     Tel. (0 30) 344 97 94
  531.  
  532.     Reichelt Elektronik
  533.     Marktstr. 101 - 103
  534.     26382 Wilhelmshaven
  535.     Tel. (0 44 21) 2 63 81
  536.  
  537.     elpro
  538.     Harald-Wirag-Elektronik
  539.     Pragelatostr. 12
  540.     64372 Ober-Ramstadt
  541.     Tel. (0 61 54) 30 06
  542.  
  543.