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- Document Hardware.doc
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- Hardwaredokumentation zum Programm VIDEOTEXT
- Stand: 23.03.96
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- 0. WARNUNG
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- Seien Sie sich darüber im klaren, daß selbstgebaute Hardwareerweiterungen,
- auch rein externe wie ein VT-Decoder, immer ein Risiko für Ihren Rechner
- darstellen! Ein fehlerhaft gebautes Interface kann durch Kurzschluß
- Portbausteine zerstören oder, fast genauso ärgerlich, die Absicherung der
- Versorgungsspannung am Port auslösen. (Die Feinsicherungen im Amiga sind
- äußerst wartungsunfreundlich: kleine, Widerständen ähnelnde Bauteile, fest
- auf dem Motherboard eingelötet.) Überprüfen Sie eigene Schaltungen also
- sorgfältig auf unbeabsichtigte Verbindungen, bevor Sie sie anschließen!
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- Vorsicht auch beim Einstecken des Interface: Der Ratschlag, den Rechner zu
- solchen Zwecken immer erst auszuschalten, kann nicht oft genug wiederholt
- werden. Zwar ist es beim Amiga schwer, einen Stecker wirklich an den
- falschen Port anzuschließen. Den falschen Port mal eben zu berühren, ist
- aber leicht, und bei eingeschaltetem Rechner ist das halt schon tödlich.
- Sub-D-Verbinder haben außerdem die unangenehme Angewohnheit, bei leicht
- verkantetem Einstecken eine ganze Stiftreihe des gegenüberliegenden
- Steckers mit ihrer Metalleinfassung kurzzuschließen.
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- 1. Hardwareplattformen
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- Hardwarevoraussetzung für mein Programm ist ein Videotextdecoder mit
- I²C-Bus Interface zum Amiga. Die gibt es in zahlreichen Varianten, teils
- als Bastelprojekte, teils als kommerzielle Produkte, und die jeweiligen
- Interfaces sind leider alles andere als einheitlich.
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- Es folgt eine kleine Übersicht über die mir bekannten Typen, von denen ich
- aus verschiedenen Gründen *nicht* alle unterstützen kann. Besitzen Sie also
- bereits VT-Hardware, können Sie hier nachsehen, ob bzw. warum nicht
- dieselbe für mein Programm nutzbar ist. Besitzen Sie noch keine, ist diese
- Übersicht Ihnen hoffentlich bei einer Kauf- oder Bauentscheidung
- behilflich.
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- 1.1. VTex von HK
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- Eine Neuheit (11/95) ist der VECTOR Video-Text Decoder, den es für 99,-
- bei
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- HK-Computer GmbH
- Hönninger Weg 220
- 50969 Köln
- Tel. 0221/369062
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- gibt. Das Gerät wird am Parallelport angeschlossen, bei dem Preis sollte
- man ihm das eigentlich verzeihen, und interessanterweise "mißbraucht" es
- den Port auch nicht einfach, um einen I²C-Bus zu emulieren, sondern nutzt
- die 8 Bit Datenbreite voll aus. Leider habe ich gerade darum *keine*
- Möglichkeit, es mit meinem Programm anzusteuern!
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- Was genau HK sich da hat einfallen lassen, möchte ich noch kurz erklären.
- Und zwar bestanden früher, bevor es den SAA 5246 gab, Videotextdecoder
- immer aus zwei Chips (wenn man das RAM mal nicht mitzählt): dem SAA 5231,
- der nichts weiter tut, das Videosignal so weit aufzubereiten, daß der
- Videotext-Bitstrom handlich auf zwei Leitungen (Takt und Daten) isoliert
- zur Verfügung steht, und dem SAA 5243, der den ganzen Rest enthält: Seiten-
- suchlogik, Bildschirmcontroller und I²C-Bus-Interface.
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- Und das HK-Gerät enthält nun u. a. einen solchen SAA 5231, aber eben nicht
- den dazugehörigen 5243. Auf diese Weise wurde der teure und unnötige
- Bildschirmcontroller elegant eingespart, und eine spezielle Kontrollogik,
- die die Daten über den Parallelport überträgt, ersetzt auch gleich den
- naturgemäß langsamen I²C-Bus. Das ganze funktioniert dann so, daß der Amiga
- auf Kommando anfängt, alle existierenden Seiten einzulesen, und wenn man
- meint, daß es reicht, klickt man "Stop" an, und darf sich anschließend (!)
- die Seiten anschauen. Das Prinzip ist ganz interessant, aber ganz sicher
- nicht mein Geschmack, und eben hochgradig inkompatibel zu allen anderen mir
- bekannten Systemen.
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- Immerhin konnte ich das Binärformat entschlüsseln, in dem die gesammelten
- Seiten dann abgespeichert werden. So können meine Programme wenigstens die
- von "VTex" erzeugten Dateien lesen.
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- 1.2. VideoTXT von HSL
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- Für 219 DM gibt es bei
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- HSL Hard- und Software Lenzen
- Klinkhammer 4
- 41751 Viersen
- Tel. 02153/5831
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- ein komplettes "VideoTXT"-Paket zu kaufen, inclusive Bediensoftware, und
- mit Hardware-Interface für Joystick- oder RS232-Port. Wie die Joystick-
- Variante funktioniert, weiß ich überhaupt nicht, und von der RS232-Variante
- weiß ich so viel, daß sie *nicht* c't-kompatibel ist.
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- Überhaupt sind diese Geräte Dongle-Ware, d. h. die Details des Hardware-
- Interface sind geheimgehalten (naja, sagen wir: nicht veröffentlicht),
- dafür erhalten seine Besitzer kostenlose Updates über das Aminet. Ich nehme
- nicht an, daß HSL im Prinzip etwas dagegen haben könnte, wenn auch andere
- Programme (wie meins) ihre Hardware unterstützen. Nur fragen müßte ich sie
- doch vorher mal, und diesen Streß werde ich mir ganz sicher sparen, solange
- mich nicht wenigstens mal ein paar HSL-Kunden darauf ansprechen. Ich nehme
- aber auch an, daß die mit der HSL-Software ganz zufrieden sind.
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- Übrigens wurde dieses Produkt in der AmigaPlus (1/94) getestet und für gut
- befunden, und ich habe mir auch einmal eine Demo der zugehörigen Software
- angeschaut. Pluspunkte: sehr bescheiden im Speicherverbrauch, verblüffend
- originalgetreue Emulation des Videotext-Fernsehbildes.
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- 1.3. TeleTxt von Markt & Technik
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- Im Amiga Magazin wurde 1992 ein Projekt für einen Videotext-Decoder auf
- einer autokonfigurierenden Zorro-II-Karte vorgestellt. Der ist in dieser
- Form nicht mehr erhältlich (wäre zumindest ein Wunder ;-) und wird z. Zt.
- von meiner Software auch noch nicht unterstützt, ABER: Eine Unterstützung
- wäre leicht machbar. Ich bräuchte dazu nur noch ein paar Besitzer dieser
- Karte: erstens zur Motivation (klar), zweitens für ein paar Angaben, die
- in der abgedruckten Projektbeschreibung fehlen, und drittens (naja) zum
- Testen.
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- Wenn Sie also glücklicher Besitzer dieser technisch saubersten aller
- Videotext-Lösungen sind, schreiben Sie mir! Die Angaben, die mir fehlen,
- sind einfach nur die Hersteller- und Produkt-Codierung der Karte, wie man
- sie z. B. mit "ShowConfig" in Erfahrung bringen kann. Ganz nützlich könnte
- außerdem noch die original Steuersoftware sein, vorzugsweise als Quelltext,
- Binary täte es aber auch.
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- 1.4. TeleText von Jan Leuverink
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- Ein recht beliebtes I²C-Interface hat Jan Leuverink mit seinem "TeleText"-
- Projekt eingeführt (s. aminet/hard/hack/tt120). Es wird an den Parallelport
- angeschlossen, was ich für nicht ganz so toll halte, ist aber letztlich
- Geschmackssache. Meine Software unterstützt es jedenfalls. (Genauer
- gesagt: Brian Ipsens "i2c.library", die ich benutze, tut das. Soviel Zeit
- muß sein. :-)
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- Von Bauteilaufwand und Schwierigkeitsgrad her entspricht das Projekt in
- etwa dem aus der c't. Die Anleitung enthält sehr gute Platinenlayouts,
- aber auch fertige Leerplatinen kann man bei J. L. bestellen. Weitere
- Details entnehmen Sie bitte der tt120-Dokumentation selbst.
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- 1.5. Das c't-Projekt
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- Die c't-Empfehlung für den I²C-Bus ist ein Interface am RS232-Port des
- Amiga. Dieses Interface benutze ich persönlich, habe es lange Zeit auch als
- einziges unterstützt, und ich kann es jedem empfehlen, der die Umschaltbox
- zum Modem nicht scheut (bzw. gar kein Modem besitzt :-).
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- Den c't-Decoder gibt es als Fertiggerät, als Leerplatine zum Selbst-
- bestücken, und für Enthusiasten folgt weiter unten auch noch eine kurze
- Beschreibung der Funktionsweise, zumindest, soweit es das I²C-Interface
- betrifft.
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- 1.5.1. Fertiggerät von CHV-Electronics
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- Für 120 DM zzgl. Versandkosten können Sie per Nachnahme bei
-
- Christoph Vonrhein
- Bismarckstr. 24/1
- 88045 Friedrichshafen
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- einen kompletten c't-kompatiblen Videotext-Decoder für den Amiga bestellen.
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- Das Gerät enthält ein kleines Netzteil, die Stromversorgung erfolgt also
- direkt über die Steckdose. Es hat eine Cinch-Buchse für den FBAS-Eingang,
- einen Kippschalter, um die Signalleitung beim Anschließen an den Fernseher
- vorübergehend trennen zu können (s. Abschnitt 3., `Elektrostatik'), und
- ca. ½ m Anschlußleitung zum RS232-Port des Amiga.
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- Denken Sie bitte daran, daß Sie den Preis nicht mit dem HK-Gerät ver-
- gleichen sollten, das vom Funktionsprinzip ja komplett anders ist, sondern
- eher mit dem von HSL (mal abgesehen davon, daß auch das nicht mit meiner
- Software kompatibel ist ;-).
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- 1.5.2. Das original c't-Bastelprojekt
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- Sie können für 28 DM (zzgl. 6 DM Versandkosten) bei
-
- eMedia GmbH
- Bissendorfer Str. 8
- Postfach 61 01 06
- 30601 Hannover
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- eine fertige Leerplatine für den kompletten c't-Decoder bestellen (genauer
- gesagt: die Universalplatine für PC/Mac/Atari/Amiga). Und falls Sie die
- c't 7/92 nicht haben, für 5 DM zusätzlich eine Fotokopie der Projektbe-
- schreibung. Bestellcode für beides ist 9207177, bezahlt wird per Vorkasse,
- also einen Verrechnungsscheck über 34 bzw. 39 DM beilegen. (Der Preis
- scheint stabil zu sein, Sie könnten aber auch sicherheitshalber eine
- aktuelle c't-Ausgabe zu Rate ziehen.)
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- Die zugehörigen Bauteile müssen Sie sich anderweitig besorgen, aber das
- ist auch kein Problem: Den SAA 5246 und 27-MHz-Quarze gibt es bei Reichelt,
- Simons, Elpro, Segor und was weiß ich wo noch (na gut, nicht gerade bei
- Conrad), und die übrigen Teile sind mehr oder weniger Standard.
- Gesamtpreis: kann ich schwer schätzen, aber vielleicht nochmal 50 DM.
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- 2. Hintergrundinfos
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- 2.1. Was ist der I²C-Bus?
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- Der Name I²C-Bus steht für IIC = Interconnection of Integrated Circuits,
- und wie damit schon angedeutet ist, dient er vor allem der Kommunikation
- relativ autarker Chips innerhalb einer größeren Gesamtschaltung, typischer-
- weise in Geräten der Unterhaltungselektronik. Der Amiga besitzt keine I²C-
- Bus-Schnittstelle, diese läßt sich mit Hilfe eines Interface und einer
- Handvoll freier I/O-Leitungen aber leicht emulieren.
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- Der I²C-Bus besteht im wesentlichen aus zwei Leitungen: Takt und Daten.
- Dann braucht man natürlich noch eine Masseleitung, und eine vierte Leitung
- mit 5V Versorgungsspannung kann auch nicht schaden. In der Elektor wird
- sogar noch eine fünfte Leitung, "Interrupt" empfohlen, da einige IO-
- Bausteine für den I²C-Bus (PCF8574 z. B.) in der Tat ein solches Signal
- erzeugen können. Für unsere Zwecke ist das aber unnötig.
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- Nach der Anzahl der Leitungen besteht noch die Frage, ob man den I²C-Bus
- durch ein einheitliches Steckersystem repräsentieren soll. Das kann
- lohnen, da man nämlich (ungefähr wie beim genialen IEC-Bus des C64) viele
- verschiedene I²C-Chips (VPS-Decoder, AD/DA-Wandler, LED-Treiber,
- Sprachsynthesizer etc.) an ein und denselben Bus hängen kann, sofern sie
- sich durch ihre Adresse unterscheiden.
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- Auf diese Frage antwortet die c't mit "nein": kein I²C-Bus-Stecker, die
- RS232-Leitungen werden direkt auf die gemeinsame Platine von Bus-Interface
- und Decoderchip geführt. Die Elektor meint "ja", und schlägt 6polige
- Mini-DIN-Stecker vor. Ich meine auch "ja", finde aber 9polige Sub-D-Stecker
- erheblich sympathischer.
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- Signal Mini-DIN-Stecker Sub-D-Stecker
- (Elektor-Konvention) (mein persönlicher Favorit)
- ---------------------------------------------------------------
- SCL Pin 5 Pin 1
- SDA Pin 2 Pin 2
- INT Pin 1 ---
- +5V Pin 3 & 4 Pin 7
- 0V Pin 6 & Abschirmung Pin 8
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- Elektor und ich stimmen überein, daß das erste Kabel vom Computer, dem
- Busmaster aus, in einem Stecker enden sollte. Elektor meint aber auch, daß
- alle weiteren Bus-Verbindungskabel Stecker an beiden Seiten haben sollten
- (wie beim IEC-Bus des C64 ...). Ich habe mich dagegen für Kabel mit Stecker
- und Kupplung entschieden, das können dann auch handelsübliche Joystick-
- verlängerungen sein.
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- Kürzlich (d. h. ein paar Jahre zu spät) ist mir noch aufgefallen, daß ein
- Bus mit vier Leitungen geradezu nach 6/4-Western-Steckern verlangt, da
- man Kabel für das System, auch in großen Längen, nun wirklich fast
- nachgeschmissen bekommt. Außerdem läßt sich die flache Gestalt der Kabel
- dann noch ausnutzen, um Übersprechen zwischen SCL- und SDA-Leitung zu
- vermindern, indem man z. B. eine Pin-Reihenfolge wie 0V-SCL-5V-SDA oder
- SCL-0V-5V-SDA wählt. Das nur noch so als Idee, ohne Gewähr, daß bei
- konsequenter Durchführung nicht noch irgendwelche Probleme auftauchen. ;-)
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-
- 2.2. Das Bus-Interface
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- Das im folgenden beschriebene Bus-Interface entspricht in seiner Funktions-
- weise der c't-Empfehlung. Wenn Sie das original c't-Projekt bauen, brauchen
- Sie es aber *nicht*, in dem Fall ist ein Interface mit auf der Decoder-
- platine integriert!
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- Spannungsversorgung:
-
- +5V: Pin 12 am Floppyport (100 mA kann der allemal vertragen und
- normalerweise müßte ein Anschluß immer frei sein)
-
- +12V: Pin 9 \\
- 0V: Pin 7 } am seriellen Port
- -12V: Pin 10 /
-
- SCL/SDA: Ein-/Ausgabe-Leitungen, Open Collector, "Wired AND". Über einfache
- Inverterschaltungen aus npn-Transistor und Widerständen kann der Amiga
- sie auf LO ziehen, Über einen Pegelwandler MC 1488 wird ihr Zustand
- auf Port-Eingänge zurückgeführt. Zuordnung:
-
- | Eingang | Ausgang
- ----+---------+---------
- SDA | DCD (8) | DTR (20)
- SCL | CTS (5) | RTS (4)
-
-
- Beschaltung des Pegelwandlers:
- ________
- RS 232 Pin 10: -12 V ----|1 \\/ 14|---- +12 V: RS 232 Pin 9
- I²C-Bus Pin 1: SCL --->| |
- RS 232 Pin 5: CTS <---| MC |
- I²C-Bus Pin 2: SDA -+->| 1488 |
- " +->| |
- RS 232 Pin 8: DCD <---| |
- RS 232 Pin 7: GND ----|7______8|
-
- Man beachte, daß Pin 4 und 5 des MC 1488 miteinander verbunden werden
- müssen, da sie zu einem Treiber mit zwei UND-verknüpften Eingängen gehören.
-
-
- Die Inverter:
- 0V 0V
-
- | |
- 10 kOhm _| 10 kOhm _|
- RS 232 ____ / E RS 232 ____ / E
- Pin 4: ---|____|--| Pin 20: ---|____|--|
- RTS \\ DTR \\
- C | I²C-Bus C | I²C-Bus
- +---- Pin 1: +---- Pin 2:
- | SCL | SDA
- | | 4.7 | | 4.7
- | | kOhm | | kOhm
- T T
- T1,T2:
- +5V BC 548 B +5V
-
- Die gesamte Interfaceschaltung aus IC, zwei Transistoren und vier
- Widerständen kann problemlos auf Lochrasterplatine aufgebaut werden und
- läßt sich mit etwas Geschick in einer Sub-D-Steckerhaube unterbringen, so
- daß ein eigenes Gehäuse entfallen kann. Vorsicht nur mit metallisierten
- Steckerhauben, hier ist eine Isolierschicht unter der Platine ratsam, z. B.
- ein passend zurechtgeschnittenes Papieretikett.
-
- Ich verwende übrigens ein "SUB-D Selbstbaugehäuse 9/25" (s. Conrad-Katalog
- '96, S. 717), mit einem 9poligen Stecker auf der einen und einer 25poligen
- Kupplung auf der anderen Seite. Sieht cool aus (ungefähr wie diese Maus-
- adapter bei PC's), hatte sogar noch Platz, um eine Niedervoltbuchse mit
- Zentralbefestigung einzubauen (für die 5V vom Floppyport, ich liebe
- überflüssige Steckverbindungen :-). Der Nachteil ist nur, daß die ganze
- Konstruktion ziemlich weit (12 cm) nach hinten über den Rechner hinausragt.
-
- In der c't ist SCL als reine Ausgabeleitung vorgesehen: ziemlich arrogant,
- I²C-Chips dürfen auch SCL auf LO festhalten, um eine Pause zu erzwingen.
- Der SAA 5246 tut dies erfahrungsgemäß allerdings nicht, und um mit echten
- c't-Interfaces kompatibel zu sein, darf die I²C-Software den SCL-Eingang
- auch nicht abfragen. Andererseits kostet es nur zwei zusätzlich eingelötete
- Drähte, SCL auf einen Eingang zurückzuführen, und wer weiß, wozu das nicht
- noch nützlich sein kann.
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- Zur Funktionsweise des Interface bleibt festzuhalten, daß es alle Signale
- invertiert (+5V <=> -12V , 0V <=> +12V). Da die RS 232-Treiber im Amiga
- aber ebenfalls invertieren, entsteht letzendlich positive Logik: Ein
- gesetztes Bit in CIA B, Port A enspricht einem HI-Pegel auf den Leitungen
- des I²C-Bus.
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- 2.3. Anschluß an den Bus
- ------------------------
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- Jedem I²C-Busteilnehmer stehen Serienwiderstände in SCL- und SDA-Leitung
- zu. Außerdem enthalten SDA und SCL je einen Pull-Up-Widerstand nach +5V
- (irgendwo im Verlauf des Busses, aber nicht mehrmals!), die offensichtlich
- erheblich größer als die Serienwiderstände sein müssen (Praxis: Faktor 10),
- damit sich ein korrekter LO-Pegel <1.5V einstellen kann.
-
- +5V --+--+--
- | |
- | || |
- |R||R| 4.7 kOhm
- |_||_|
- | |
- SCL --+-------+-----------+-----------+------------
- SDA -----+-------+-----------+-----------+---------
- | | | | | |
- | || | | || | | || |
- |R||R| |R||R| |R||R| 470 Ohm
- |_||_| |_||_| |_||_|
- | | | | | |
- _|__|_ _|__|_ _|__|_
- | | | | | |
- | SAA | | SAA | | SAA | etc.
- | 5246 | | 4700 | | 1064 |
- |______| |______| |______|
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- In unserem Fall sind die Pull-Ups im Bus-Interface zum Amiga integriert.
- Das macht Sinn, denn der Amiga *ist* die Zentrale, Busmaster nämlich.
- (Beim I²C-Bus kann zwar theoretisch jeder Teilnehmer Master werden, indem
- er einfach von sich aus eine Übertragung startet. Nur ist das bei keinem
- der I²C-Chips, die ich kenne, vorgesehen.)
-
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- 2.4. Die Hauptsache: der Decoder
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-
- Es gibt (oder gab?) bei ELV und Conrad für 99 DM fertige VTX-Decodermodule
- zu kaufen, eigentlich als Ergänzung für Channel-VideoDat gedacht. Das Modul
- wird in einen 20-poligen IC-Sockel gesteckt, Pin-Belegung (nach ELV-
- Journal 3/93):
-
- 2: UB+ (mindestens 7V, da 5V-Spannungsregler an Bord)
- 5: SDA
- 9: 0V
- 15: SCL
- 20: FBAS in
-
- Für den lästigen Spannungsregler gibt es zwei mögliche Lösungen: Entweder
- spendieren Sie ihm ein eigenes Netzteil (7.5V=/300mA unstabilisiert gibt es
- z. B. schon für 10 DM, ist auch die sanfteste Lösung), oder Sie entfernen
- und überbrücken ihn und versorgen die Platine direkt mit den 5V vom Amiga
- (würde ich bevorzugen, die Schaltung verbraucht auch, wie gesagt, nur
- ca. 100 mA).
-
- Etwas ist noch seltsam an der ELV-Platine: Die 470-Ohm-Serienwiderstände,
- die ich in SCL- und SDA-Leitung zum Decoder erwartet hätte, fehlen einfach,
- vielleicht braucht der SAA 5246 sie gar nicht wirklich. Dafür sind auf der
- Platine nochmal eigene 4K7 Pull-up-Widerstände enthalten. Die gehören aber,
- wie ich bereits erklärt habe, sinnvollerweise ins Interface des Amiga, und
- sind doppelt ganz sicher nicht nötig. Sie zu entfernen (oder die aus dem
- Amiga-Interface) ist vielleicht trotzdem nicht erforderlich, da sich hier
- die fehlenden Serienwiderstände (in Hinsicht auf sicheres Erreichen von
- LO-Pegeln <1.5V) gerade wieder günstig auswirken könnten - einfach mal
- ausprobieren.
-
- Falls Sie irgendwie an eine andere VTX-Platine gelangen sollten, die nicht
- dieser Beschreibung entspricht, noch kurz die wichtigsten Pins des SAA5246
- als Orientierungshilfe: 23=SCL, 24=SDA, 8=FBAS-in. Und für die alte zwei-
- Chip-Lösung: 27 ist FBAS-in beim SAA5231, am SAA5243 sind 19=SCL, 20=SDA.
-
-
-
- 3. Elektrostatik
- ================
-
- In der c't wird davor gewarnt, daß ein eventueller Potentialausgleich
- zwischen Fernseher und Computer über den Videoeingang des SAA 5246
- stattfinden könnte -> tödlich für den Decoder-Chip. Dieses Szenario ist
- nicht ganz so unwahrscheinlich, da beim Einstecken von Cinch-Steckern immer
- erst der Signalanschluß Kontakt bekommt, dann erst der Masseanschluß. Meine
- Vorgehensweise beim Verbinden der Geräte:
-
- - Decoderplatine an I²C-Bus und Spannungsversorgung anschließen
- - Videoeingang des SAA 5246 von der FBAS-Eingangsbuchse trennen (ein-
- poliger Schalter, die Masseverbindung bleibt!)
- - Videosignal an die Eingangsbuchse der Decoderplatine anschließen,
- eventueller Potentialausgleich findet jetzt über die Masseleitungen
- statt
- - Decodereingang aufs Videosignal aufschalten
-
-
-
- 4. SCART Pin-Belegung
- =====================
-
- ________
- | - | 1 Audio-Ausgang R
- Audio-Eingang R 2 | - |
- | - | 3 Audio-Ausgang L
- Audio-Masse 4 | - |
- | - | 5 Blau-Masse
- Audio-Eingang L 6 | - |
- | - | 7 Blau-Signal
- AV-Schaltspannung 8 | - |
- | - | 9 Grün-Masse
- Datenleitung 2 10 | - |
- | - | 11 Grün-Signal
- Datenleitung 1 12 | - |
- | - | 13 Rot-Masse
- Daten-Masse 14 | - |
- | - | 15 Rot-Signal
- Austast-Signal 16 | - | _
- | - | 17 Video-Masse \\ von hier kommt das
- Austast-Masse 18 | - | } FBAS-Signal
- | - | 19 Video-Ausgang _/ für den Decoder
- Video-Eingang 20 | - ____|
- |__--
-
-
- Bei Pins 1, 2, 3, 6, 19 und 20 gelten die Bezeichnungen "Eingang" und
- "Ausgang" immer, für alle Geräte, SCART-Kabel müssen also jeweils über
- Kreuz Eingang mit Ausgang verbinden, d. h. 1-2, 2-1, 3-6, 6-3, 19-20
- und 20-19.
-
- Die Schaltspannung an Pin 8 signalisiert, ob ein Video-Eingangssignal
- von dieser Buchse überhaupt beachtet werden soll. Das Austast-Signal an
- Pin 16/18 entscheidet, ob der RGB-Eingang das Signal des Video-Eingangs
- überstimmen soll. Als quasi 4. Farbe des RGB-Signals ermöglicht es so
- z. B. die gemischte Darstellung von Fernsehbild und Videotext.
-
- Interessant finde ich die beiden Datenleitungen, Pin 10 und Pin 12. Daran
- könnte man glatt einen I²C-Bus anschließen. Ob das auch wirklich so gedacht
- ist, weiß ich nicht. Weiß wer was genaueres?
-
-
-
- 5. Bauteile
- ===========
-
- Wenn Sie das original c't-Projekt bauen wollen, müssen Sie einige der
- benötigten Teile vermutlich im Versandhandel bestellen:
-
- 1 SAA 5246 (Videotext-Decoder)
- 1 Quarz 27 MHz
-
- Und wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, vielleicht auch noch:
-
- 1 SRAM 6264-200 (8K × 8bit, 200 ns)
- 1 MAX 232 (RS232-Treiber)
-
- Den Rest müßten Sie in jedem Elektronikladen bekommen, genaue Stückliste
- entnehmen Sie der c't-Projektbeschreibung. (Für das Leuverink-Projekt
- gilt sinngemnäß dasselbe, allerdings brauchen Sie dort *keinen* MAX 232.)
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- Folgende Elektronik-Versandhäuser haben den SAA 5246 meines Wissens im
- Lieferprogramm:
-
- SIMONS electronic GmbH
- Postfach 3365 (Daimlerstr. 20)
- 50148 Kerpen
- Tel. (0 22 73) 53 09 1
-
- Segor Electronics
- Kaiserin-Augusta-Allee 94
- 10589 Berlin
- Tel. (0 30) 344 97 94
-
- Reichelt Elektronik
- Marktstr. 101 - 103
- 26382 Wilhelmshaven
- Tel. (0 44 21) 2 63 81
-
- elpro
- Harald-Wirag-Elektronik
- Pragelatostr. 12
- 64372 Ober-Ramstadt
- Tel. (0 61 54) 30 06
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