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Text File | 1995-06-08 | 96.2 KB | 1,971 lines |
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- 1 Einleitung 3
- 1.1 In eigener Sache 3
- 1.2 Dank 3
- 1.3 Bitte an die Leser 3
- 1.4 Versionspflege 4
- 1.5 Unerwartetes Feedback 5
- 1.6 Auffinden dieses Dokuments 5
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- 2 Vollständig entschlüsselte Zaubertricks 6
- 2.1 David Copperfield geht mit Kopf einer Blondine spazieren6
- 2.2 David Copperfield errät geometrische Figur 6
- 2.3 David Copperfield errät Graffiti im Voraus 7
- 2.4 Jungfrau wird zum Tiger 7
- 2.5 David Copperfield läßt riesige Karte aus einem
- Zeichenblock steigen und verwandelt sie in eine richtige
- Zeichnung 8
- 2.6 David Copperfield mit Harley-Davidson an zwei Orten
- zugleich 8
- 2.7 Jungfrau schwebt auf einem Schwert 9
- 2.8 Jungfrau ruht auf einer Stange, wird durchbohrt, und lebt
- weiter 10
- 2.9 Glühbirne leuchtet, wird abgeschraubt und ausgekippt 10
- 2.10 Zauberer schwebt auf Stuhl 10
- 2.11 Zauberer läßt Zigarette in einem Tuch verschwinden 10
- 2.12 Die Erscheinungskabine 11
- 2.13 Der Endlos-Kopf-dreher 11
- 2.14 Die schwebende Glühbirne 12
- 2.15 Verwandlung einer Person in einer anderen mit Hilfe von
- Kiste und Vorhang 12
- 2.16 David Copperfield schwebt im Schneidersitz hoch nach oben
- 12
- 2.17 Die von vielen Schwertern durchbohrte Jungfrau 13
- 2.18 David Copperfield verbindet drei Karten miteinander 13
- 2.19 David Copperfield läßt die Freiheitsstatue verschwinden14
- 2.20 David Copperfield sieht durch eine Jungfrau hindurch 16
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- 3 Unvollständig entschlüsselte Zaubertricks 18
- 3.1 Die frei-schwebende Jungfrau 18
- 3.1.1 Mit Balken 18
- 3.1.2 Mit Balken in S-Form 18
- 3.1.3 Mit Fäden 19
- 3.1.4 Mit Wassersäulen 19
- 3.1.5 Die Jungfrau schwebt nicht nur, sie verschwindet
- auch noch ! 19
- 3.1.6 David Copperfield läßt Jungfrau auf Holzplatte
- bewegungslos schweben 19
- 3.1.7 Jungfrau schwebt durch Doppelring 20
- 3.2 Die zersägte Jungfrau 20
- 3.3 David Copperfield und die Niagara-Fälle 21
- 3.4 Sind bei den "Pendragons" Zwillinge ? 22
- 3.5 David Copperfield läßt Papiertaschentuch schweben und
- verwandelt es in eine Rose 22
- 3.6 Wie läuft eine Entfesselung ? Wie tat es Houdini ? 23
- 3.7 David Copperfield entkommt aus Abbruchhochhaus 24
- 3.8 David Copperfield zeigt einen Kameratrick 25
- 3.9 David Copperfield durchbohrt Geldschein zweimal ohne ihn
- zu beschädigen 26
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- 4 Historische Zaubertricks 27
- 4.1 Der indische Seiltrick 27
- 4.2 Einen Türken bauen 27
- 4.3 Auf glühenden Kohlen laufen 28
- 4.4 Leichter Kasten, schwerer Kasten 28
- 4.5 Pistolenkugel mit den Zähnen aufschnappen 28
- 4.6 Die zersägte Jungfrau 29
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- 5 Wie entschlüsselt man Zaubertricks ? 30
- 5.1 Die Vorgehensweise 30
- 5.2 Geeignete Fernsehsendungen 30
- 5.3 Quellen 31
- 5.4 Fragen und Antworten 32
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- 1 Einleitung
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- 1.1 In eigener Sache
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- Datum: 29.1.1995
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- Autor und Copyright:
- Tilman Hausherr (Diplom-Informatiker TU, geboren 1965)
- CompuServe: 100060,2672
- Internet: 100060.2672@compuserve.com
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- Weitergabe ohne Änderung und für nicht-kommerzielle Zwecke frei.
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- Warum dieses Papier ? Der Autor:
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- 1. kann es nicht leiden, daß man ihm etwas vor macht, und
- haßt Geheimnisse.
- 2. hat möglicherweise ein übersteigertes
- Mitteilungsbedürfnis.
- 3. hat selbst nicht das Talent und den Charme, selbst
- Zauberer zu sein.
- 4. hat nicht die Geduld, einen Trick wieder und wieder zu
- üben, denn er ist durch seinen Beruf an schnelle
- Erfolgserlebnisse gewöhnt.
- 5. möchte sein Wissen teilen und selbst was lernen.
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- Es gibt in Bibliotheken eine Unmenge Zauberbücher, keine erklären
- jedoch kommerziell gezeigte Tricks, sogenannte Großillusionen. In
- diesem Artikel geht es daher nicht darum, Eier-, Münz-, Seil-
- Zerschneide- oder Kartentricks zu erklären, da diese leicht
- nachzulesen sind. Großillusionen sind für mich alles was vor einem
- großem Publikum gezeigt wird, besonders im Fernsehen. Die hier
- beschriebenen Tricks kommen aus eigenen Erkenntnissen,
- Teilnachrichten aus Büchern, und oft auch nur genaues hinschauen.
- Außerdem wird noch dies und das erzählt, was nicht jeder weiß.
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- Inzwischen hat sich die Lage geändert: in einer gewöhnlichen
- Bibliothek habe ich zwei harmlos aussehende Bücher
- durchgeblättert, und darin werden endlich viele ältere
- Bühnentricks genau erklärt ! Dazu kommen noch drei Bücher, welche
- mit der gleichen Zielsetzung wie dieses geschrieben wurden. Zwar
- konnte ich glücklich sein, daß viele "sicheren" Erklärungen
- tatsächlich stimmten; andererseits sehen jedoch jetzt meine
- Erklärungen so aus, als kämen sie aus einem Buch. Um "fair" zu
- bleiben, werde ich die Sachen kennzeichnen, welche ich nicht
- selbst entschlüsselt habe.
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- 1.2 Dank
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- Dank an D.L., der mir ein Video mit Tricks von David Copperfield
- gesendet hat, sowie die Erklärung zur Freiheitsstatue; an N.N. der
- mir eine Theorie über die "zersägte Jungfrau" gesendet hat; an Ben
- und Chan, die mir die drei Poundstone Bücher besorgt haben.
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- 1.3 Bitte an die Leser
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- Um folgendes wird gebeten:
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- · Bei einer Vorstellung nicht den Meister bei der Arbeit stören
- durch solche ich-weiß-wie-es-geht-Bemerkungen. Erstens stimmt dies
- meistens nicht, und zweitens stört es Meister und Zuschauer
- gleichermaßen. Magier verdienen durchaus Respekt: es ist erheblich
- mehr Aufwand, einen Trick zu lernen und zu praktizieren, als ihn
- zu entschlüsseln.
-
- · Nicht die Erklärungen lesen, zu denen man den Trick nicht
- gesehen hat, da dies den Spaß verdirbt.
- Natürlich freue ich mich auf e-mails, egal wie sie ausfallen.
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- Wer einige hier gar nicht oder nicht vollständig beschriebene
- Tricks entschlüsselt hat (David Copperfield geht durch einen
- Spiegel, Jungfrau windet sich durch David Copperfield, das
- Geheimnis von "durchsichtigen" Sockeln ["Owen's table"]), der
- melde sich bitte bei mir !
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- Außerdem würde ich gerne den Namen der Jungfrau mit DC's Frisur
- wissen. Sie ist nicht besonders schön (auch nicht besonders
- häßlich), ist aber jahrelang mit ihm auf der Bühne gewesen,
- inzwischen ist sie wohl an Magersucht gestorben <grins>. Sie ist
- z.B. in dem Teil "Huhn und Gans" (Bermuda-Dreick Video).
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- 1.4 Versionspflege
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- Dieser Text wird gepflegt; man achte auf das Datum und den
- Dateinamen.
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- Geändert / Ergänzt in der dritten Auflage:
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- ? Zersägte Jungfrau ergänzt wegen e-mail von N.N.
- ? Freiheitsstatue
- ? DC's linking cards
- ? Levitation: S-Form-Bild eingefügt
- ? Levitation: Super-X Zuschauerbeschreibung eingefügt
- ? Levitation: DC durch Doppelring erklärt
- ? DC entkommt aus Abbruchhochhaus
- ? Kameratrick aufgrund e-mail ergänzt
- ? "DC durchbohrt Geldschein" in die unsichere Ecke bewegt
- ? Bibliographie ergänzt, [Hinweise] zugefügt
- ? Rechtschreibung überprüft
- ? Leser gebeten, die Meister nicht zu ärgern
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- Geändert / Ergänzt in der vierten Auflage:
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- ? Zersägte Jungfrau (weitere Erklärungen aus Buch)
- ? Houdini (weitere Erklärungen aus Buch)
- ? DC sieht durch Jungfrau hindurch (neu)
- ? DC entkommt aus Abbruchhochhaus (Vermutungen, sowie
- steadicam)
- ? DC und Freiheitsstatue (kleine Erläuterungen)
- ? Metamorphose (Person verwandelt sich in eine andere mit
- Kiste und Vorhang)
- ? Bei Kameratrick (Zuschauerbeschreibung) den Gag genauer
- beschrieben
- ? Floating Rose (e-mail eingearbeitet)
- ? Schwebende & verschwindende Jungfrau (etwas ergänzt)
- ? Harley-Trick (etwas ergänzt)
- ? Super-X-Levitation (Fehler bei Zuschauerbeschreibung
- korrigiert, Erklärungsversuch eingefügt)
- ? "Jahrgang 1965" durch "Geboren 1965" ersetzt
- ? Kapitel 1 aktualisiert und neu organisiert, u.a. diesen
- Teil eingefügt
- ? Druckformatvorlagen auf "einzeilig" anstatt 12pt gesetzt
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- 1.5 Unerwartetes Feedback
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- Am 14.12 bekam ich die Nachricht, daß dieses Papier in "MZvD" (das
- steht wohl für "Magischer Zirkel von Deutschland") besprochen sei.
- Der Tippgeber faxte mir dann auch die Besprechung zu.
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- Unter der Überschrift "Der Präsident berichtet" (Seite 462 ? die
- Seiten werden wohl über das ganze Jahr durchnumeriert) stand nur
- angenehmes über die dritte Auflage:
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- Vor einigen Tagen erhielt ich (...) ein eigenartig skurriles
- Manuskript (...)
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- In Kapitel 2 erklärt der Autor z.B. 19 Illusionen und Effekte
- von David Copperfield. In den meisten Fällen stimmen mehr oder
- weniger die vom Autor offensichtlich entdeckten
- Trickerklärungen. Interessant ist, daß Tilman Hausherr
- gelegentlich den Magiern auch Tips und Ratschläge gibt, wie
- die eine oder andere Sache besser gemacht würde. (...)
-
- Es werden dann verschiedene Teile aus Kapitel 1 und 5 zitiert
- (Tricks selbst werden in dem Artikel nicht besprochen). Der
- Artikel endet schließlich:
-
- Wer das umfangreiche Manuskript von Tilman Hausherr gelesen
- hat, kommt zu dem Schluß, daß er sich sehr wohl sehr eingehend
- und lange mit der Zauberkunst beschäftigt hat. Natürlich
- könnten wir bei ihm, wie üblich, mit einem bitterbösen Brief
- gegen die Erklärungen protestieren, was meistens nicht viel
- bringt. Viel besser wäre es doch, mit ihm Kontakt aufzunehmen,
- und zu versuchen, ihn für unsere Ziele zu gewinnen und seine
- Fähigkeiten und seine Interessen an der Zauberkunst in unserem
- Sinne zu nutzen. Dann braucht er auch nicht mehr Zaubertricks
- zu entschlüsseln, sondern könnte in dieser Zeit neue Effekte
- und Illusionen kreieren. (...)
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- Es folgt dann der Hinweis auf meine CompuServe-Adresse (leider mit
- einer Null zu wenig), dort könne man sich das "kuriose Manuskript"
- holen.
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- 1.6 Auffinden dieses Dokuments
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- Dieses Dokument wird zuerst in CompuServe, GERNET Forum zur
- Verfügung gestellt. Der Dateiname ist ZAUBER01.ZIP. Zum Auspacken
- wird das Programm PKUNZIP 2.04g benötigt, welches jedoch überall
- verfügbar ist.
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- Bei Erscheinen der vierten Auflage wird durch einen freundlichen
- Leser ein Help-File dieses Dokuments erstellt.
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- Die gleiche Person, ein hypertext-fan, könnte auch HTML-Seiten
- für's WWW erstellen; dazu wird jedoch noch ein Gast-Rechner
- benötigt.
-
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- 2 Vollständig entschlüsselte Zaubertricks
-
- Zu ernst sollte man dies hier auch nicht nehmen. Ein Artikel aus
- der vorherigen Version flog bereits heraus und landete in die
- andere Abteilung !
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- 2.1 David Copperfield geht mit Kopf einer Blondine spazieren
-
- DC und eine Blondine mit Sonnenbrille und Regenmantel (und klasse
- Beine) kommen auf die Bühne. Nachdem die Blondine ein wenig
- getanzt hat, begibt sie sich in eine merkwürdige Einrichtung. Sie
- kniet sich hin, ihr Oberkörper ist zu sehen, ihre Beine sind
- hinter dem Regenmantel. Ihr Kopf ragt heraus, der wird dann jedoch
- in einen Kasten gesteckt, später wird dieser verschlossen (Kopf
- nicht mehr zu sehen). Später wird dann der Kasten von DC mit Hilfe
- einer Metallplatte "abgetrennt". (Klasse-Musik von Peter Gabriel).
- DC nimmt dann den Kasten zu einem Nachbartisch. Dieser sieht aus
- wie eine umgekippte Tiefkühltruhe, d.h. das Ding ist von vorne
- offen und hohl. Er stellt den Kasten auf, öffnet eine Klappe ? der
- Kopf ist da, bewegt sich sogar synchron zu Bewegungen des Körpers.
- Er schließt nun den Kasten wieder, alles wird umgekehrt gemacht,
- Blondine hat ihren Kopf zurück.
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- Bei der Entschlüsselung des Tricks half die Eigenschaft, daß der
- Autor seine Augen nur schwer von einem Décolleté lösen kann. Die
- Blondine hat eines, hinter einem durchsichtigen Stoff. Irritierend
- war jedoch, daß das ganze Ding irgendwie starr war. Der Busen
- hatte immer die gleiche Form, auch beim Atmen. Außerdem: warum
- sollte eine schöne Jungfrau ihr Gesicht mit einer Sonnenbrille
- verdecken ? Hat DC sie etwa geschlagen ?
-
- Der Trick: zwei Frauen mit blonder Perücke und Sonnenbrille, ein
- Mantel von dem der vordere Teil sich lösen kann, eine Busenform.
- Somit kann Blondine#1 sich rechtzeitig absenken und sich aus dem
- Mantel lösen. Der Kasten ist eine optische Täuschung, d.h. er ist
- nicht so tief, wie er aussieht. Wer schon mal ein "Escher"-Bild
- gesehen hat, kann sich denken, daß so etwas möglich ist.
- Blondine#2 wartet darin gut versteckt auf ihren Einsatz. Durch die
- Musik koordinieren sich beide.
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- Sind das vielleicht alles nur Vermutungen ? Eine weitere
- Bestätigung fand sich bei der Wiederholung der Sendung: irgendwann
- war die Kamera weit links, d.h. die "umgekippte Tiefkühltruhe" war
- seitlich zu sehen. Merkwürdig war jedoch, daß die näher gelegene
- äußere Kante kleiner war als die weiter weg gelegene innere Kante.
- Eigentlich sollte es umgekehrt sein, da 1. die innere Kante
- sowieso kleiner ist als die äußere und 2. ein weiter weg gelegenes
- Objekt gleicher Größe in der Perspektive kleiner wird.
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- Sollte ich mich dort irren, bleibt noch die Theorie von Axel
- Culmsee von TVneu: Blondine#2 ist ein falscher Kopf, der
- mechanisch lächeln kann. Immerhin braucht ein Mensch ja nur 2
- Muskeln, um zu lächeln.
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- 2.2 David Copperfield errät geometrische Figur
-
- DC kommt auf die Bühne mit einer Alu-Backform, einem Zeichenblock
- und einem Filzstift. Eine Zuschauerin wird auf die Bühne gebeten.
- Sie bekommt den Stift und den Block. Auf diesen soll sie eine
- geometrische Figur zeichnen, während DC sich abwendet. Sie malt
- ein Dreieck, und zeigt es dem Publikum, während DC abwartend auf
- die Backform starrt. DC sagt nun, er kann die Figur erraten. Er
- nimmt ein Tintenfaß und eine Pipette, und tropft etwas "magische"
- Tinte in die Mitte der Backform. Er bewegt die Form etwas hin und
- her, es kommt eine Linie, und plötzlich entsteht ein Dreieck !
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- Wieviel geometrische Figuren gibt es ? Im Grunde nur zwei: Dreieck
- und Viereck. Die Backform wird von DC als Spiegel verwendet. Die
- Backform hat sechs Linien (Erhöhungen), welche von außen bis kurz
- vor die Mitte gehen. Mit Hilfe der Oberflächenspannung der Tinte
- (sie hält sich an den Stellen fest, wo die Erhöhungen beginnen)
- kann durch geschicktes Bewegen nun die gewünschte Form erreicht
- werden.
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- 2.3 David Copperfield errät Graffiti im Voraus
-
- Der Trick, bei dem DC und Claudia Schiffer sich kennen gelernt
- haben: bei der Premiere in Berlin war sie die "freiwillige".
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- DC führt eine Mauer auf Rollen auf die Bühne. Er erklärt, daß er
- Graffiti vorausahnen kann. Er zeigt einen Umschlag, welcher an
- eine Laterne aufgehängt wird. Er läßt sich durch Zuschauer diverse
- Namen und Zahlen zurufen, welche er durch eine Zuschauerin auf die
- Mauer sprühen läßt. Schließlich läßt er die Zuschauerin die
- Spraydosen zurücklegen (Ordnung muß sein). Er präsentiert den
- Umschlag der Zuschauerin. Dort ist ein Tuch, auf dem (bis auf eine
- lustige Abweichung) genau das steht, was auf der Mauer war.
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- Es gibt keine Hellseher, und die verschiedenen Zuschauer wurden
- auf eine mir glaubwürdige Weise ausgewählt. Ein genauer Vergleich
- der Mauer mit dem Tuch zeigt geringfügige Abweichungen, ein
- "carbon copy" kommt also nicht in Frage (außerdem ist ja die
- lustige Abweichung vorhanden). Die Erklärung: während die
- Zuschauerin die Spraydosen aufräumt, gelangt "irgendwie" das Tuch,
- welches durch einen Mitarbeiter erstellt wurde, in den hoch und
- heilig verschlossenen Umschlag. Dies wird bekräftigt durch eine
- Stelle im Vorhang, wo dieser nicht ganz unten ist, und eine
- schwarze Stelle zu sehen ist.
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- Eine andere Theorie, die ich nicht überprüfen konnte (hab' das
- Video nicht mehr), sagt daß DC das zusammengefaltete Tuch durch
- die Mauer hinter dem Umschlag bekommt, während der Umschlag dort
- liegt. Er würde dann nicht das Tuch aus dem Umschlag, sondern
- hinter dem Umschlag herausziehen.
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- Eine unterschiedliche Version dieses Tricks wurde in der Sendung
- "Up'n Swutsch" gezeigt. Da war es eine Kiste, welche hoch und
- heilig verschlossen war. Deshalb mußte auch ein Assistent kommen,
- welcher die Kiste öffnete, wobei er hinter der Kiste stand. Auch
- hier gab es also eine Manipulationsmöglichkeit.
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- Wieder eine unterschiedliche Version präsentierte DC in der
- Sendung mit der Freiheitsstatue. Da ging es darum, daß Zuschauer
- die Nummer von DC's Hotelschlüssel erraten sollten. Er zeichnete
- zugerufene Nummern auf einen großen Zeichenblock. Die Übergabe
- erfolgte zu dem Zeitpunkt wo eine Assistentin ihm den Zeichenblock
- abnahm, wobei seine und ihre Hände kurzzeitig hinter dem
- Zeichenblock waren. Das Vertauschen der beiden Schlüssel in der
- Hand gehört zu den Grundlagen der Handfertigkeit "Sleight of
- hand".
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- 2.4 Jungfrau wird zum Tiger
-
- Ein hinten verhüllter Käfig (d.h. vorne offen) und eine massive
- Treppe werden hereingerollt. Der Käfig sieht leer aus, eine
- Jungfrau stöckelt die Treppe hoch und krümmt sich hinein. Der
- Käfig wird verhüllt, wieder enthüllt, und es kommt eine Raubkatze
- (Tiger, Löwe, Puma, etc.) zum Vorschein.
-
- Verblüffend bei Zaubertricks ist, daß viele sich ähneln. Dieser
- hier basiert auf einer besonderen Eigenschaft der Farbe schwarz.
- Diese Farbe reflektiert keine Lichtwellen und verhindert so das
- Erkennen von dreidimensionalen Dingen. Der Käfig wird am Anfang
- zwar als leer vorgezeigt, der Zuschauer sieht hinten das schwarze
- Tuch. Tatsächlich ist in der Mitte des Käfigs eine schwarze
- Klappe, so daß die schon vorhandene (und ruhiggestellte) Raubkatze
- verdeckt wird. Der Zuschauer kann nicht erkennen, wie "tief" der
- Käfig tatsächlich ist. Nach dem Verhüllen verschwindet die Dame
- durch eine Falltür in der Treppe, die Klappe wird runtergeklappt,
- die Treppe von einem Helfer weggerollt, und die Enthüllung zeigt
- die besagte Raubkatze. Die Dame kann zu einem späterem Zeitpunkt
- woanders erscheinen.
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- Es gibt jede Menge Varianten: eine ist, daß der Käfig leer
- vorgezeigt wird, das Tuch wird zugezogen, weggezogen: Jungfrau ist
- drin. Der Trick ist daß das Tuch von unten her noch mal in den
- Käfig geht. Auf diese Weise wird eine zweite Kammer hinten
- gebildet.
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- 2.5 David Copperfield läßt riesige Karte aus einem Zeichenblock
- steigen und verwandelt sie in eine richtige Zeichnung
-
- DC hat einen großen Zeichenblock und bittet eine schöne
- Zuschauerin auf die Bühne. Er läßt eine Karte durch sie auswählen
- (die Herz 3), die Karte wird den Zuschauern gezeigt, DC sieht die
- Karte nicht. Er sagt, er würde die Karte erraten und zeichnen.
- Nach einem erotischen Zwischenspiel tut er das auch und
- präsentiert eine Zeichnung mit der Pik 1. Peinlich: es ging wohl
- schief. Er ist verlegen. Er malt einige Linien dazu (es entsteht
- ein Kartenpaket) und sagt: die Pik ist die erste Karte des Pakets,
- die Karte der Zuschauerin befinde sich in dem Paket. Wohlwollender
- Applaus der Zuschauer. DC hebt eine Hand langsam, und es steigt
- langsam eine riesige Herz 3 aus dem Stapel. DC heißt das Blatt ab,
- und gibt es der Zuschauerin. Es ist deutlich zu sehen, daß die
- Herz 3 wirklich auf dem Blatt gemalt ist.
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- Die Art, wie die Zuschauerin zur Auswahl der Karte gezwungen wird,
- ist unwichtig: es gibt sooo viele Möglichkeiten dazu (es empfiehlt
- sich ein Blick in die nächste Bibliothek). Mit dem Video stellt
- man übrigens fest, daß der Kartenblock (mit Pik 1 Bild) welcher
- gemalt wird, nicht ganz der Gleiche ist, welcher ausgehändigt
- wird. Der Trick liegt teilweise in der Mechanik des
- "Kartensteigers" (wie die Mechanik genau funktioniert weiß ich
- nicht, ich sehe es als nebensächlich), hauptsächlich jedoch in der
- Art, wie DC das Papier abreißt. Er nimmt scheinbar das oberste
- Blatt, klappt es zurück, und reißt es ab. Tatsächlich klappt er
- zwei Blätter zurück. Das Oberste ist das mit dem Kartensteiger,
- das untere enthält das schon vorgemalte Paket mit der richtigen
- Karte. Beim Zurückklappen wird das untere Blatt zum oberen Blatt -
- es ist geschafft.
-
- Wer das Ganze nicht glaubt, sollte sich klar machen, daß 1. kein
- Mensch ein Blatt so kompliziert abreißt und 2. in der Sendung
- "Up'n Swutsch" der gleich Vorgang mit genau den gleichen Karten
- erfolgte !
-
- Ein Dank an meine Chan ? sie durchschaute das Abreißen.
-
- 2.6 David Copperfield mit Harley-Davidson an zwei Orten zugleich
-
- DC erscheint auf der Bühne auf der Bühne mit einer Harley-Davison.
- Er zieht Motorrad-Kleidung und einen undurchsichtigen Helm an. Er
- geht hinter einem Vorhang, zieht diesen zurück (Hand die ganze
- Zeit sichtbar), es erscheint eine Hebebühne. Er tanzt ein wenig
- herum, fährt dann mit der Maschine auf die Hebebühne. Das
- Schwermetall wird in die Luft gehoben, es entsteht ein Brand, die
- Bühne fällt auseinander ? keiner da. Statt dessen gehen die
- Scheinwerfer an eine andere Stelle der Bühne, DC ist da, nimmt den
- Helm ab.
-
- Der Trick liegt in der Art, wie Vorhang zurückgezogen wird.
- "Seine" Hand ist nicht seine Hand, sondern die Hand eines
- Assistenten, der genauso bekleidet ist. Diese Hand muß erscheinen
- noch während DC als ganzes zu sehen ist. Man benötigt natürlich
- zwei Motorräder...
-
- Für das Verschwinden oben gibt es verschiedene Möglichkeiten: der
- Brand blockiert kurzzeitig die Sicht, und der Oberteil der Bühne
- ist schwarz.
-
- Die Theorie von Redakteur Axel Culmsee von TVneu ist daß der
- Vorderteil der Bühne (Metallgitter mit Mosaikmuster) aus
- Spezialglas besteht, welches schwarz wird wenn Strom durchgeleitet
- wird. Das Motorrad ist die ganze Zeit auf einem zweiten Boden da.
- Gegen die "Spezialglas-Erklärung" spricht, daß es Reflexionen
- geben müßte - gegen das "dagegen" spricht aber, daß Brillengläser
- schließlich auch entspiegelt werden.
-
- In [5] wird der Austausch der Magier gar nicht behandelt, sondern
- nur das Verschwinden des Schwermetalls. Die dort angebotene
- Erklärung (für einen älteren Trick von einem anderen Zauberer) ist
- einfacher, und somit besser. Das Motorrad wird auf einer Schiene
- nach hinten geleitet, während ein Vorhang in der Farbe des
- Hintergrundvorhangs herunterkommt.
-
- Der Personentausch hinter dem Vorhang sollte jeder mal mit einer
- Tür am Arbeitsplatz probieren, um seine Kollegen zu verwirren.
-
- 2.7 Jungfrau schwebt auf einem Schwert
-
- Die Bühne wird von einer schönen Jungfrau betreten. Der Magier
- nimmt ein langes Schwert und steckt es senkrecht irgendwo in den
- Boden der Bühne. Dann hypnotisiert er die Jungfrau, was man daran
- erkennt, daß ihre Arme schlapp machen und sie aufhört zu lächeln
- und zu tanzen. Er hebt sie dann mühelos hoch, so daß sie anfängt
- zu schweben, nur noch mit dem Ellbogen auf dem Schwert gestützt.
- Später beweist der Magier mit einem großen Ring, daß keine Fäden
- im Spiel sind.
-
- Der Trick wurde schon im 19ten Jahrhundert von Jean-Eugène Robert-
- Houdin, ein Meister zu seiner Zeit, gezeigt. (Houdin war vorher
- Uhrmacher und hat u.a. das Taxameter erfunden). Damals betäubte er
- scheinbar sein eigenen Sohn mit Äther, was so arrangiert wurde,
- daß dies auch das Publikum riechen konnte. Natürlich gab es
- Proteste wegen Kindesmißhandlung. Tatsächlich wird niemand betäubt
- oder hypnotisiert, außer der Zuschauer (vor Bewunderung).
-
- Die Technik ist seit damals dieselbe, nur daß die schöne Jungfrau
- weniger an hat als Houdin's Sohn. Er trug ein bauschiges Kostüm;
- sie trägt z.B. eine Art Bikini mit schwarzem losem Rückenteil,
- welches den gesamten Rücken bedeckt ("vorne Bikini, hinten
- Einteiler"); in einem anderem Fall trug sie ein "Fetzen-Kostüm".
- Unter dem Kostüm ist eine stabile Konstruktion eingearbeitet,
- welche einfach auf das Schwert gesteckt wird, und zwei Positionen
- bietet (niedrig oder hoch Schweben). Schweben findet (wie immer)
- nur in den Köpfen des Zuschauer statt. Die Jungfrau muß kräftig
- genug sein, um während der paar Minuten oben ihre Beine und ihren
- Körper ruhig und gerade zu lassen. Um die Jungfrau aus der
- Konstruktion wieder zu lösen, muß der Magier sie am Ende sogar
- etwas heben, um das "Einrasten" rückgängig zu machen. Diesmal ist
- es übrigens nicht die Zeitlupe, sondern die Zeitraffer-Funktion
- des VCR's, welche beweist, daß die Erklärung nicht aus den Fingern
- gesaugt wird: man erkennt dann nämlich daß das Schwert sich unter
- dem Gewicht etwas biegt, nachdem der Zauberer die Jungfrau
- vorsichtig losläßt.
-
- Der Trick ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß, da es schon seit
- Jahrzehnten das "Freischweben" gibt, wobei keine dem Zuschauer
- sichtbaren Verbindungen zwischen Jungfrau und Erde bestehen. (Man
- arbeitet mit Fäden oder Hebebühnen in der gleichen Farbe wie der
- Bühnenhintergrund, der obligatorische Ring ist entweder getürkt
- oder die Hebebühne ist ein langes æS'). Siehe dazu weiter unten.
-
- Buchquelle: [3]
-
- 2.8 Jungfrau ruht auf einer Stange, wird durchbohrt, und lebt
- weiter
-
- Eine makabre (lechz !) Weiterentwicklung von "Jungfrau schwebt auf
- einem Schwert": diesmal schwebt sie nicht mit dem Ellbogen auf der
- Stange, sondern mit der Mitte des Rückens. Sie wird vom Zauberer
- langsam gedreht, später losgelassen ? plötzlich wird sie
- durchbohrt, und sinkt so tief, daß oben ein Teil hervorkommt. Sie
- ist leblos. Doch der Zauberer weckt sie wieder, sie steigt wieder
- auf, wird heruntergeholt, alles ist wieder gut.
-
- Die zu durchbohrende Jungfrau trägt ein Stahlkorsett. Das Schwert
- wird hinten eingerastet. Die Mechanik ist schwarz und somit unter
- dem Anzug nicht zu erkennen. Das Schwert senkt sich selbst ab bzw.
- schrumpft wie eine Antenne. Oben klappt die Jungfrau ein kleines
- Teil raus, was vorher in der Kleidung verborgen war. Durch gutes
- Timing (Signale durch die Musik) erfolgt alles synchron, damit die
- dem Zuschauer sichtbare Länge immer gleich bleibt. Die Musik dient
- auch dazu, das Motorengeräusch zu verdecken.
-
- Das ganze setzt jedoch voraus, daß die Zauberer richtig proben. In
- der Sendung "Up'n Swutsch" konnte man deutlich sehen, daß der
- obere Teil schrägt rausgeklappt wurde, und die gesamte Länge
- variierte.
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- 2.9 Glühbirne leuchtet, wird abgeschraubt und ausgekippt
-
- Gesehen bei "Up'n Swutsch" als Teil einer Kombination: Zauberer
- kippt Milch in Zeitungsrolle, Milch ist jedoch nirgendwo (wird
- z.B. mit Schlauch gemacht). Später schaltet er eine Tischlampe mit
- einer großen Birne ein, aus, schraubt die Birne ab, und kippt sie
- aus.
-
- Erklärung: die richtige Glühbirne ist weiter oben in der Lampe.
- Sie leuchtet in die Flüssigkeit hinein. Ist eigentlich kein Trick,
- nur ein Gag.
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- 2.10Zauberer schwebt auf Stuhl
-
- Gesehen bei "Up'n Swutsch". Der Zauberer setzt sich im
- Schneidersitz auf einen Stuhl mit gerader Lehne, und steigt etwas
- 20cm auf. Auf Befehl senkt er sich wieder.
-
- Erklärung: ein Teil der Lehne oder des Stuhls funktioniert als
- Hebevorrichtung. Nicht besonders aufregend.
-
- 2.11Zauberer läßt Zigarette in einem Tuch verschwinden
-
- Ein Assistent kommt rauchend auf die Bühne und verärgert den
- Zauberer. Dieser nimmt ein leicht durchsichtiges Tuch, zeigt es
- vor, tut es dann auf die Hand, und gräbt zwischen Daumen und
- Zeigefinger eine Mulde. Er nimmt die Zigarette, tut sie in die
- Mulde, nimmt die Hand wieder weg, und zeigt das Tuch leer vor.
-
- Es gilt herauszufinden, wo die Zigarette geblieben war ! Zuerst
- vermutete ich, die Zigarette sei zwischen der Fingern oder hinter
- der Hand versteckt, doch es kam etwas anders. Dank Videorecorder
- konnte man nämlich sehen, daß der eine Daumen des Zauberer
- verdächtig lang und dick ist. Es gibt im Fachhandel sogenannte
- "Daumenspitzen" zu kaufen, auf Wunsch mit Metallverkleidung innen.
- Der Zauberer muß also nur die Daumenspitze beim Graben der Mulde
- abnehmen, später die Zigarette sorgfältig ausdrücken, den Daumen
- wieder anziehen, und seine Hand möglichst nicht zu deutlich
- zeigen.
-
- Bestätigung durch: [3]
-
- 2.12Die Erscheinungskabine
-
- Eine Kabine wird auf die Bühne gerollt, leer gezeigt, verhüllt,
- enthüllt: eine Person erscheint.
-
- Um diesen Trick zu erklären, hatte ich einfach Glück. Im Berliner
- Panoptikum (eine light-Version von Madame Tussaud's) war eine
- Ausstellung "drei Jahrtausende Zauberei" oder so ähnlich. Es stand
- auch so eine Kabine dort, mit der Erklärung (aus Sicht des
- Zuschauers). Die Kabine war geöffnet, davor war jedoch ein Seil
- mit der Aufschrift HIGH VOLTAGE. Davon ließ ich mich jedoch nicht
- abschrecken. Zunächst waren nur zwei in 90 Grad gewinkelte
- engmaschige Gitter zu sehen, es stellte sich jedoch heraus, daß
- hinter den Gittern Spiegel waren. Die Gitter waren nur für die
- Ausstellung gedacht. Man muß sich das als ein V vorstellen, dessen
- Spitze zum Zuschauer zeigt. Die beiden Spiegel sorgen dafür, daß
- die inneren Seitenwände (welche mit einem unscharfen Muster
- verkleidet waren) reflektiert wurden. So sieht der Kasten leer
- aus.
-
- Danach bin ich trotz Verbot hinter den Kasten gegangen. Die
- Spiegel waren auch nur "falsch", d.h. die versteckte Person konnte
- alles sehen, was vorging. Einer der Spiegel war außerdem eine Tür.
-
- David Copperfield hat selbst eine viel bessere Version. Eine von
- allen Seiten offene Fahrstuhlkabine kommt bei klasse Musik langsam
- runter, wird von innen verhüllt (mit æner Art Reispapier), und der
- Meister erscheint. Wie funktioniert das ? Keine Ahnung. Aber
- Faszinierend.
-
- 2.13Der Endlos-Kopf-dreher
-
- Die Assistentin wird in eine Art Schrank geleitet. Ihre Beine sind
- unten die ganze Zeit zu sehen, der Kopf ragt oben heraus. Dieser
- Kopf wird nun in einen Kasten gesteckt, so daß nur das Gesicht zu
- sehen ist. Der Zauberer dreht den Kasten etwas links, etwas rechts
- ? plötzlich dreht er ihn um 360 Grad ! (Assistentin lächelt)
- Anschließend dreht er den Kasten noch viel mehr. Der Schrank wird
- geöffnet, anstatt des Körpers ist eine frei stehende völlig
- verdrehte Säule aus Stoff zu sehen, aus der gerade noch die Hände
- herauskommen. Nachdem sich die Lacher gelegt haben, erfolgt der
- ganze Vorgang umgekehrt.
-
- Wer "Die Erscheinungskabine" gelesen hat, versteht leicht auch
- dieses: wieder Spiegel in V-Form, das Knäuel muß von der
- Assistentin eingespannt werden. Das Ganze wird dadurch bewiesen,
- daß man manchmal sieht, daß einige Finger sich spiegeln, falls der
- Kameramann das Knäuel genauer filmt. Der Kopfdreher ist leicht zu
- verstehen: die Assistentin muß den Kopf um ca. 180 Grad
- zurückdrehen, während die Öffnung hinten ist. Der Trick kann
- natürlich nicht im Zirkus ausgeführt werden.
-
- In einer Variante ist auch hinten eine Öffnung, so daß man die
- Haare der Assistentin sieht. Wenn man sich vorher die Haare der
- Dame genau anschaut, sieht man leicht, daß es eine Perücke ist,
- welche auf einem Teil ist, welches den Kasten eben doch hinten
- schließt.
-
- 2.14Die schwebende Glühbirne
-
- Gesehen in der Sendung "Thomas Gottschalk präsentiert
- Spitzenmagier", von Walt Disney. Gezeigt wurde u.a. ein gewisser
- Harry Blackstone junior. Er nahm eine Glühbirne, welche auch nach
- dem Abschrauben weiter leuchtete. (Das ist kein Trick, sondern mit
- Hilfe einer Spezialbirne und einer Batterie zu machen). Es ließ
- die Glühbirne auf der Bühne, sogar weit im Zuschauerraum schweben.
- Um zu beweisen, daß keine Fäden im Spiel waren, ließ er einen Ring
- schnell um die Glühbirne kreisen. Er bot einer Zuschauerin auch
- an, die Birne in die Hand zu nehmen; als diese es tun wollte,
- erschreckte er sie (ksssssss!).
-
- Das war so unglaublich, da half nur noch das Standbild. Was das
- jedoch zeigte, war sehr unerfreulich: der Ring kreiste die ganze
- Zeit HINTER der Glühbirne. In Echtzeit war dies deshalb schwer zu
- bemerken, weil die Birne etwas durchsichtig war, und weil die
- Drehungen recht schnell waren. Ich fand es besonders übel, die
- Zuschauerin zu erschrecken.
-
- 2.15Verwandlung einer Person in einer anderen mit Hilfe von Kiste
- und Vorhang
-
- Eine Kiste wird auf die Bühne gebracht. Sie wird geöffnet, ein
- Sack wird gezeigt und die Assistentin geht hinein. Mit einem Seil
- wird der Sack verschlossen. Die Kiste wird verschlossen
- (Vorhängeschloß) und mit einer langen Kette oben noch zusätzlich
- verschlossen. Der Zauberer nimmt ein langes Tuch (Röhre) , welches
- rundherum um die Kiste gelegt wird. Er steigt auf die Kiste, hebt
- das Tuch mehrmals ? plötzlich ist statt ihm die Assistentin zu
- sehen. Sie steigt heraus, nimmt das Tuch weg, öffnet die Kiste,
- den Sack, und der Zauberer steigt heraus, ev. sogar in anderer
- Kleidung.
-
- Ein typischer Zirkustrick, weil er fast eine 360? Sicht
- ermöglicht. Alles liegt im Talent der beiden Darsteller. Da die
- Kiste und Sack nicht genau gezeigt werden (der Sack wird nicht mal
- vollständig entnommen), kann man davon ausgehen, daß sich oben
- oder hinten an der Kiste sich eine nach innen öffnende Klappe
- befindet, und der Sack (natürlich schwarz) unten offen ist, so daß
- der Zauberer ihn nur noch über den Kopf streifen muß. Es kommt
- also alleine auf gute Koordination zwischen Zauberer und
- Assistentin an. Besonders wichtig ist der Austausch der Hände.
- Eine Möglichkeit dazu ist es, von vornherein falsche Hände zu
- verwenden ? sie können dann die ganze Zeit gesehen werden.
-
- Der Name des Tricks ist "Metamorphose".
-
- Bestätigung Buchquellen: [3, 7]
-
- 2.16David Copperfield schwebt im Schneidersitz hoch nach oben
-
- Auf die Bühne wird ein Sockel mit einem Sitz und drei Säulen
- gerollt. DC setzt sich im Schneidersitz. Während Klasse-Musik (von
- Sting) ertönt, steigt er langsam auf. Der Sitz wird fortgetragen,
- später die erste, dann die zweite Säule (nur die dritte bleibt).
- Eine der Säulen wird unter DC gewedelt. Zwei Helfer kommen mit
- einem riesigen Tuch, und lassen es über DC gleiten, um zu
- beweisen, daß keine Fäden im Spiel sind. DC holt mit der
- entgegengesetzten Hand etwas von der Säule, was er am Ende des
- Tricks einer Assistentin gibt.
-
- Der Trick liegt in der dritten Säule und der Kleidung. Er trägt
- eine Art Kimono (weiß) und eine schwarze Hose, wo hinten ein
- schwarzes Teil herunterhängt. Über die gesamte Länge der Ärmel
- hängt auch etwas schwarzes runter (ca. 5 cm). Das sieht modisch
- aus, ist es aber nicht: es soll nur die Konstruktion verbergen,
- auf der DC sitzt. Die Hebevorrichtung ist im Sockel, in der Säule
- und im Ärmel. Deshalb ist DC die ganze Zeit mit der Säule fest
- verbunden. Ein Wunderwerk amerikanischer Ingenieurskunst.
-
- 2.17Die von vielen Schwertern durchbohrte Jungfrau
-
- Eine Jungfrau steigt in eine Kiste. Diese Kiste wird von jede
- Menge Schwertern durchbohrt. Später steigt die Jungfrau wieder
- heil heraus. Manchmal wird zwischendurch die Kiste auch als leer
- vorgeführt.
-
- Bis auf das "leer-zeigen" (siehe dazu unter "Die
- Erscheinungskabine") vermutet im Grunde jeder, wie der Trick geht:
- die Schwerter seien teilweise nicht echt (sie schrumpfen
- teleskopisch), auf der anderen Seite wird zum richtigen Zeitpunkt
- die Spitze herausgesteckt. Eine andere Vermutung, ist daß die
- Schwerter doch echt seien, aber die Jungfrau sei flexibel genug
- und habe gerade eben genug Platz.
-
- Vermutung#1 wird in [4] etwas erläutert. In der dortigen Erklärung
- bestehen die meisten Schwerter aus drei Teilen: Griff, Mittelteil
- und Spitze.
-
- Vermutung#2 habe ich im ZDF am 14.5.1994 gesehen: eine Variante
- des Tricks wurde von den Teamjungfrauen "Sky & Ty" vorgeführt
- (Erstsendung vermutlich Anfang der 80er Jahre). In der Variante
- wurde am Ende der Kasten geöffnet, und man konnte sehen, wie die
- Jungfrau unangenehm gekrümmt zwischen der Schwertern war.
-
- Folgende Erkenntnisse kamen noch dazu:
-
- · Die Schwerter dürfen (bis auf eines, welches untersucht wird)
- nicht scharf sei (aber glitzern sollten sie);
-
- · Die Schwerter werden zwar alle waagerecht von einer Seite
- gesteckt, zusätzlicher Spielraum wird aber noch dadurch erreicht,
- daß manche Schwerter mit der Fläche horizontal, manche vertikal
- gesteckt wurden;
- · Die Schwerter sind biegsam, damit sich die Jungfrau noch
- unbemerkt etwas Platz zusätzlich schaffen kann.
- 2.18David Copperfield verbindet drei Karten miteinander
-
- (Danke an D.L. für die ursprüngliche Erklärung).
-
- DC (damals mit mindestens doppelt so viel Haaren wie heute) kommt
- mit drei Karten auf die Bühne. Er faltet die Karten in zwei, und
- reißt an der Faltstelle ein riesiges Loch. Die Karten werden
- wieder auseinandergefaltet, und er nimmt in die eine Hand zwei
- Karten, in die andere Hand eine. Die Musik setzt ein, DC macht
- eine geschickte Bewegung: eine Karte hängt in dem Loch der beiden
- anderen. Er zeigt daß er sie auch trennen kann (durch darauf
- pusten), dann hebt er die Karte mit den beiden wieder auf, sie
- hängt wieder drin. Dann trennt er die Trägerkarten an einer
- Stelle, um die dritte Karte zu entnehmen. Schließlich gibt er alle
- Karten an die Zuschauer: es gibt keinen Riß, alle drei Karten sind
- gleich heil, mit dem Loch in der Mitte.
-
- Für D.L. war es verdächtig, daß die Karten am Ende heil waren. Für
- mich war es verdächtig, daß er drei Karten für ein Trick brauchte,
- der doch auch beeindruckend mit zwei wäre ! D.L.'s Erklärung ist
- daß die Trägerkarten (von denen die Zuschauer nur die Rückseite
- sehen) in Wirklichkeit zwei gefaltete Karten sind, die wiederum
- übereinander gelegt werden, und somit natürlich NIEMALS verbunden
- sind. Somit kann man beliebig oft den Anschein erwecken, daß etwas
- drin wäre, und es auch wieder herausnehmen. Zeitweise hält DC die
- Karten (scheinbar) ungefaltet. Dabei benutzt er jedoch fast die
- ganze Zeit beide Hände, damit beide "Verbundstellen", die ja keine
- sind, nicht sichtbar sind. Nur für das Aufheben der Karte mit den
- beiden nimmt er eine Hand weg, bewegt die Karten dann jedoch für
- die Kamera zu schnell.
-
- Es war trotzdem noch schwer nachzuvollziehen, wie er das tat. Hier
- half ein genaues Betrachten der Anfangssequenz, d.h. wo er
- erstmals die Karten ineinander bekommt. Er hält mit der (aus Sicht
- des Zuschauers) linken Hand ein Kreuz und ein Herz, mit der
- rechten Hand ein Karo. Etwas später kann man die Farbe der
- einzelnen Karte sehen: es ist die schwarze ! (Rat an Magier: den
- Trick mit drei Karten der gleichen Farbe vorführen).
-
- 2.19David Copperfield läßt die Freiheitsstatue verschwinden
-
- Den folgenden e-mail bekam ich von D.L. (meine Anmerkungen in
- [eckigen Klammern]):
-
- In unserer Wirtschaftszeitung CASH, haben sie diese Woche einen
- Artikel über David Copperfield und den Trick mit der
- Freiheitsstatue. Ich habe ihn nachfolgend angehängt. Mögliche
- Fehler sind auf den Scanner zurückzufühen. <g>
-
- Aus CASH Nr. 40 vom 7. Oktober 1994, S. 97; Die schönen Seiten
-
- Der Dreh mit Miss Liberty
-
- David Copperfield - entzaubert von hartnäckig recherchierenden
- Enthüllungskünstlern
-
- ½Are you ready for the magic?? Mit dieser Frage pflegt High-Tech-
- Magier David Copperfield das Publikum auf seine Show einzustimmen.
- Weg mit der Magie, her mit den Fakten, die für Desillusionierung
- sorgen! CASH enthüllt den Dreh mit der Freiheitsstatue und die
- Bücher, die sich nicht wegzaubern lassen.
-
- Andreas Güntert
-
- Vielleicht ist's am vernünftigsten, ½es? gar nicht genau wissen zu
- wollen. Sich einfach einlullen lassen von des Meisters
- Begleitmusik (wahlweise Schmusegeigen oder Weichspülrock). Sich
- einfühlen ins mystische Ambiente (meist streicht im Halbdunkel
- seiner grossen Fernseh-Specials sanfter Wind über die dunkle
- Tolle). Anmutig-fröstelig mitgehen bei Glutauges abgehobener
- Dramaturgie (was seine Assistentinnen auch tun) und nicht nach dem
- Wie (und dem Wieviel an Licht, Effekt und Technik) fragen: So
- holen sich Fans ein Optimum aus den Mega-Illusionen des David
- Copperfield. Denn wer nach dem Wie fragt kann Antworten bekommen,
- die die ganze magische Staffage des Illusionisten und
- Grossverdieners in sich zusammensacken lassen, bis nur noch ein
- paar Motoren, Lichtmaschinen, Spiegel und einige Brocken
- Trockeneis übrigbleiben. Einer, der danach gefragt hat, ist der US-
- Autor William Poundstone der in seinen Büchern ½Big Secrets? [5],
- ½Bigger Secrets? [6] und ½Biggest Secrets? [7] [genaue Angaben am
- Ende des Dokuments] vergleichsweise profanen Dingen wie der Coca-
- Cola-Formel und der Kartenzinkerei auf die Spur zu kommen
- trachtete. Und natürlich setzte er seinen ganzen Ehrgeiz daran,
- auch dem Magier Copperfield auf die Schliche zu kommen.
-
- Keiner ging durch die Mauer des Schweigens
-
- Keiner seiner 100 Mitarbeiter, so heißt es, kenne mehr als ein
- Bruchstück einer einzelnen Nummer; zusätzlich zur Aufstückelung
- des ganzen Geheimnisses in Kleinstzellen muss sich Copperfields
- Team mit Schweigeverträgen binden. Unverhältnismäßig erscheint das
- nur auf den ersten Blick, denn in die Entwicklung der aktuellen
- Flugnummer sollen der Maestro und seine Crew immerhin sieben Jahre
- und nicht weniger als 700'000 Dollar gesteckt haben. Mit mühsamer
- Recherche und nicht immer einwandfreier Zusammenarbeit mit engen
- Vertrauten des Zaubermeisters konnte Poundstone schließlich die
- Stücke zusammensetzen, die den Trick mit dem Verschwinden der 225
- Tonnen schweren Freiheitsstatue 1983 ausmachten. So wirkte der
- Zauber: Der Turmbogen: Die Zuschauer auf Liberty Island sahen die
- Freiheitsstatue nur durch einen 30 Meter hohen Turmbogen, den
- Copperfields Techniker eigens für den Anlaß errichtet hatten.
-
- Auch den 50 Millionen Fernsehzuschauern wurde die Sicht auf Miß
- Liberty lediglich durch den Bogen gewährt. Dann schlossen sich
- riesige rote Samtvorhänge [falsch, es ist ein blauer Vorhang], die
- Statue wurde für Kameras und Zuschauer unsichtbar, der ½Zauber?
- konnte beginnen. Die Drehplattform: Der Torbogen, die
- Zuschauerplätze und die Kameras waren auf einer ? unsichtbaren ?
- motorbetriebenen und computergesteuerten Drehplattform
- installiert. Kaum hatten sich die Vorhänge geschlossen, bewegte
- sich die Drehbühne sachte und unmerklich nach rechts. [laut [6]
- ist hier ist ein längerer Werbeblock ? auf dem Video ist jedoch
- kein Schnitt zu diesem Zeitpunkt !] Als sich der Vorhang wieder
- öffnete [nach 20 Sekunden], blickten die Zuschauer ins Leere, die
- Statue war nun unbeleuchtet und vom linken Bogenturm verdeckt. Das
- Licht: Nach der Öffnung der Vorhänge wurde der Torbogen von
- Scheinwerfern so hell erleuchtet daß das geblendete Publikum nicht
- einmal den Umriß der Statue sehen konnte. Der Lichterkranz der die
- Statue zuvor hell erleuchtet hatte, war als Duplikat 30 Meter
- entfernt nachgebaut worden und leuchtete ins Niemandsland; die
- ursprüngliche Beleuchtung von Miß Liberty war in der Zwischenzeit
- gelöscht worden. Selbst mit den stärksten Blitzlichtern war die
- Freiheitsstatue nicht mehr aufs Bild zu bringen [weil Blitzlichter
- in der Ferne nichts nützen]. Sie stand nun in völligem Dunkel, und
- zahlreiche Models bewirkten mit ihren hellen Gewändern [naja ? sie
- tragen mittelblaue Togas], daß alle Blitzlichter sich an ihnen
- reflektierten und so keine Wirkung mehr entfalten konnten [Weil
- das Blitzlicht für die Mädchen im Vordergrund ausreicht, wählt die
- Kamera eine kleine Blende und kurze Belichtungszeit. Für die nicht
- beleuchtete Statue im Hintergrund reicht dies nicht aus. Dem
- Hersteller der Sofortbildkameras und Sponsor der Show, KODAK, hat
- dies nicht geholfen ? Polaroid gewann das Gerichtsverfahren wegen
- Patentverletzung].
-
- [Nachzulesen in [6] ? D.L.'s e-mail war Anstoß, [5], [6] und [7]
- zu kaufen !]
-
- Im November droht die nächste Desillusionierung
-
- Die verschwundene Freiheitsstatue - ein einfacher Trick mit
- Drehbühne, Licht und Torbogen! Die allfällige Enttäuschung
- eingefleischter Fans dürfte ein Pappenstiel sein gegen die
- Bestürzung, die Meistermagier Copperfield kürzlich beim
- Bekanntwerden eines neuen Enthüllungswerkes verspürte. Mochte er
- Poundstones Aufsatz noch als bittere Pille schlucken, so bemühen
- sich seine Anwälte in den USA derzeit, das Buch eines intimen
- Kenners der Illusionsszene zu verhindem. Herbert L. Becker heißt
- der Mann, der David Copperfield, Houdini, Siegfried and Roy und
- weitere Illusionisten endgültig entzaubern will. Mit seiner
- Kolumne ½It's magic? war Becker im ganzen nordamerikanischen
- Blätterwald vertreten, jetzt sollen dem verblüfften Publikum mit
- dem Buch ½All the secrets of magic revealed? (Alle Geheimnisse der
- Magie gelüftet, Verlag Lifetime Books) die Augen geöffnet werden.
- Copperfield behauptet, daß sich Becker nach Besuchen und
- Gesprächen nicht an die schriftlich vereinbarte Geheimhaltung
- gehalten habe. Becker hingegen will von Copperfield gar keine
- Tricks erfahren, sondern sie selbst herausgefunden haben. Nachdem
- ein Gericht in Los Angeles einen einstweiligen Rückhaltungsauftrag
- seitens Copperfield aufgehoben hat, ist der Verlag zu
- versichtlich: Mitte November soll das Werk erscheinen. 300'000
- Vorbestellungen liegen bereits vor, und der Verlag frohlockt nicht
- zu Unrecht: ½Copperfield kann wohl ein Flugzeug zum Verschwinden
- bringen, aber ein Buch kann er nicht wegzaubern!?
-
- [Stand Dezember 1994: das Buch ist bisher immer noch nicht
- erschienen]
-
- 2.20David Copperfield sieht durch eine Jungfrau hindurch
-
- Gesehen in der Sendung aus China. DC nennt seinen Trick "seeing
- thru a woman". Er bittet eine Jungfrau auf die Bühne, welche ganz
- in rot gekleidet ist ? ihr Kleid setzt sich sogar in eine Art
- Mütze fort. Die Jungfrau steigt in eine Art Kabine ein. Diese
- besteht aus zwei Teilen: für den Körper ein großer, breiter
- Zylinder (runde Tür vorne abnehmbar - runde Tür hinten klappbar
- nach unten); für den Kopf ein Kubus. Die Knie bleiben die ganze
- Zeit sichtbar, werden jedoch in zwei große Klemmen befestigt. Zu
- diesem Zeitpunkt sind Kopf und Körper noch sichtbar, die runde Tür
- hinten ist dran, die runde Tür vorne wird nun darangesetzt. Beide
- Türen sind etwas lichtdurchlässig, ähnlich wie Reispapier. Die
- runde Tür hinten hat ein Loch. DC hypnotisiert die Jungfrau mit
- einer Handbewegung, und der Kopfteil wird geschlossen.
-
- Hinten wird durch das Loch eine Glühbirne eingeführt. Diese wird
- kurz eingeschaltet, der Umriß des Körpers erscheint. Sie wird
- wieder ausgeschaltet, etwas später wieder eingeschaltet ? innen
- ist nichts mehr. DC öffnet den Kopfteil (Kopf nun sichtbar), nimmt
- am Körperteil die Klappe vorne ab, senkt die Klappe hinten, und
- öffnet sogar noch Klappen an beiden Seiten. DC faßt auch kurz
- hinein, geht hinten herum, die Kamera zoomt hindurch.
-
- Die Klappe hinten wird durch DC und ein Helfer wieder zugeklappt,
- DC entnimmt die Glühbirne. Alle anderen Klappen werden ebenfalls
- geschlossen bzw. eingesetzt. Nach einer Pause wird vorne geöffnet,
- die Jungfrau ist vollständig da, und muß nur noch erweckt werden.
-
- Der Trick war eigentlich auf der "find'ste nie heraus" Liste. Hier
- half ein Bericht in [6] über ein Trick "The girl without a
- middle". DC's Trick ist eine Weiterentwicklung: die Beine der
- Jungfrau sind nämlich die ganze Zeit sichtbar. Beiden Tricks
- gemeinsam ist der falsche Kopf (der nicht zu genau gezeigt wird),
- und daß die Jungfrau sich zwischendurch versteckt. In diesem Trick
- hält sich die Jungfrau "verzweifelt" unter der hinteren Klappe.
- Deshalb ist es auch besser, wenn DC und ein Helfer das
- Wiederaufrichten der Klappe durchführen. Am oberen Teil der
- Knieklemmen wird etwas schwarzes befestigt ? somit kann der
- Zuschauer nicht sehen, daß sie nur bis ca. zur Hälfte gefüllt
- sind, und danach die Beine der Jungfrau nach hinten weiter gehen.
-
- Die Seitenklappen haben nicht nur den Zweck, zu zeigen daß
- wirklich nichts da ist ? sie dienen auch als Schutz für das, was
- unter der hinteren Klappe ist. Sie ermöglichen einen größeren
- Winkel.
-
-
-
- 3 Unvollständig entschlüsselte Zaubertricks
-
- Hier werden teil-erklärte Tricks erläutert, sowie Tricks, die ich
- meine verstanden zu haben, jedoch dies nicht beweisen kann, bzw.
- an mir selbst zweifele.
-
- 3.1 Die frei-schwebende Jungfrau
-
- Wird in allerlei Varianten gezeigt. Gemeinsam ist daß man
- irgendwie beweist, daß keine Fäden oder Hebevorrichtungen im Spiel
- sind. Getan wird dies mit einem Tuch oder mit einem großen Ring.
- Nicht besprochen werden hier die Tricks, wo die Jungfrau auf einem
- Schwert o.ä. ruht, das ist weiter oben erläutert. Es gibt mit
- Sicherheit noch weitere Methoden, mindestens eine von DC in einer
- seinen frühen Shows.
-
- 3.1.1 Mit Balken
-
- Die Jungfrau trägt ein langes weites Kleid, oder ein Kostüm, an
- dem "etwas herunterhängt". Der Zauberer schiebt unauffällig einen
- Balken hinein, auf der sie ruht. Deshalb und nicht durch die
- Hypnose wirkt sie so gerade ! Der Balken ist mit schwarzen Stange
- verbunden, welche seitlich aus dem Kleid herauskommt. Durch den
- schwarzen Hintergrund ist die Stange nicht zu sehen. Der Ring wird
- hin und her gewedelt. Dem Zuschauer wird nicht klar, daß es sehr
- wohl einen Teil des Ringes gibt, den er nicht sieht, nämlich den
- Teil hinter der Jungfrau: dort muß aus meiner Sicht ein Scharnier
- sein.
-
- Inzwischen bin ich nicht sicher, ob dieser Trick jemals so
- ausgeführt wurde, da die nächste Erklärung viel besser ist.
-
- 3.1.2 Mit Balken in S-Form
-
- Auch hier gilt das Schwarz-auf-Schwarz Prinzip. Die Jungfrau ruht
- auf einem Teil vom S. Der Zauberer kann einen echten Ring deshalb
- hin- und her bewegen, weil das S eben lang genug ist. Diese
- Bewegung muß in drei Schritten erfolgen, es wird jedoch die
- Illusion erzeugt, daß der (echte) Ring sich frei um die Jungfrau
- frei bewegen könnte.
-
- e
- J +--+
- N | |a
- G |c |
- F | |
- G----+ | +--- ab hier hinter dem Vorhang !
- R | |
- A |b |
- U +--+
-
-
- d
-
- Das Bild hilft zunächst wenig. Man stelle es sich so vor:
-
- 1. Ring um Jungfrau, hinterer Ringteil wird von (a) nach (b)
- bewegt
- 2. Vorderseite vom Ring nach hinten (d). D.h. der Ring ist
- zwischen (d) und (b)
- 3. Ring wieder zurück, d.h. Ring ist nun zwischen (c) und
- (e)
- 4. Der Teil, der bei (e) ist, nach vorne.
- 5. Nun den Ring wieder um die Jungfrau herum.
-
- Buchquelle: [3]
-
- 3.1.3 Mit Fäden
-
- Die Jungfrau trägt ein Metallkorsett, welches durch unsichtbare
- Fäden hochgehoben wird. Der Zauberer läßt ein Tuch über die
- Jungfrau schweben, läßt es jedoch für kurze Zeit mit einer Hand
- los, und nimmt es mit der anderen. Für den Zuschauer sieht es aus
- wie eine elegante Bewegung, es ist jedoch das Umgehen der Fäden.
-
- Es muß jedoch noch mindestens eine andere Version mit Fäden geben,
- in DC's Sendung mit der Freiheitsstatue. Dort wird ein Ring
- zweimal in der gleichen Richtung um eine hoch oben schwebende
- Jungfrau geführt. In dieser Sendung gibt es jedoch einiges
- Verdächtige: Der Kopf der schwebenden Jungfrau ist zu keinem
- Zeitpunkt gut zu sehen; vor dem Schweben guckt die Kamera 10 Meter
- entfernt; am Ende des Schwebens ist ein Schnitt; der Schatten der
- Jungfrau hat nur wenig Ähnlichkeit mit der Jungfrau selbst, ein
- Balken ist im Schatten zu erkennen. Ich tippe auf eine falsche
- (leichte) Jungfrau, so daß auch bei heller Beleuchtung sehr dünne
- Fäden verwendet werden könnten, der Ring (der mit beiden Händen
- gehalten wird) braucht nur leicht auseinander gezogen werden.
-
- 3.1.4 Mit Wassersäulen
-
- Die Jungfrau schwebt scheinbar auf hunderten kleinen Wassersäulen.
- Tatsächlich schwebt sie hinter den Säulen, welche nur den Zweck
- haben, Hilfsmittel zu verdecken. Wie immer braucht man viel
- schwarzen Hintergrund. Die Fernsehzeitschrift TVneu hatte deshalb
- auch als spöttische Bildunterschrift den Satz "Kann Wasser Balken
- haben ?".
-
- 3.1.5 Die Jungfrau schwebt nicht nur, sie verschwindet auch
- noch !
-
- Die Jungfrau wird mit einem Tuch vollständig verdeckt. Sie schwebt
- empor, plötzlich fällt das Tuch runter, niemand ist da !
-
- Tatsächlich verschwindet die Jungfrau schon vorher hinter einer
- schwarzen Abdeckung. Das Tuch wird durch geeignete Fäden, durch
- eine zusammenklappbare Drahtkonstruktion oder durch einen
- Luftballon in Körperform kunstvoll in Körperform gehalten. In dem
- letzten Fall muß der Knall durch einen Paukenschlag verdeckt
- werden.
-
- Buchquellen: [1,5]
-
- Wie David Copperfield das mit dem Speisewagen des Orientexpreß
- gemacht hat, ist mir ein Rätsel.
-
- 3.1.6 David Copperfield läßt Jungfrau auf Holzplatte
- bewegungslos schweben
-
- Den folgenden Trick kenne ich beim Namen: Super-X-Levitation (aus
- "Wörterbuch der Zauberkunst", Henschel Verlag). Er wird von DC
- gezeigt in der Sendung aus China, als Teil einer Vorführung für
- die Mitarbeiter der chinesischen Botschaft. Er wurde auch
- vorgeführt von den "magic Orwellis" in der Sendung "Up'n Swutsch".
-
- Auf die Bühne werden zwei (asymmetrische, d.h. auf einer Seite
- senkrecht, auf der anderen schräg) Holzböcke gebracht, sowie eine
- dicke Holzplatte. Dann wird eine "Tischdecke" ausgebreitet. Die
- Jungfrau legt sich auf die Platte, legt ihre Füße und Arme
- übereinander (obwohl doch Platz genug ist). Der Zauberer nimmt den
- linken (Sicht des Zuschauers) Holzbock nach hinten und dreht ihn
- um, dann das Gleiche mit dem rechten. Somit schwebt die Jungfrau,
- Zuschauer jubeln. Der Zauberer nimmt einen Ring, bewegt beide
- Holzböcke etwas (geht ganz leicht ?!), und der Ring geht dann um
- die Platte. Schließlich wird der rechte, dann der linke Holzbock
- zurückgestellt.
-
- Die Jungfrau steigt herab, und sagt, es sei toll gewesen (obwohl
- aus ihrer Sicht gar nichts passiert ist). Applaus. Der Trick wäre
- eigentlich der langweiligste, würde DC nicht gleichzeitig ein
- Playback von Frank Sinatra "Come fly with me" machen.
-
- Der Zweck der Tischdecke ist natürlich, etwas unter der Platte zu
- verbergen. Das Übereinanderlegen der Beine und Arme dient dazu,
- daß die Jungfrau sich nicht umdrehen kann (um nachzusehen). Der
- Magier muß wohl ständig die Aufmerksamkeit der Jungfrau haben.
- Hilfreich ist jedoch, daß die Jungfrau als einige in dem gesamten
- Saal keine Ahnung hat, was vorgeht.
-
- Anstoß zu diesem Erklärungsversuch ist daß die Holzböcke nicht
- einfach "irgendwo" auf den Boden gestellt werden, sondern auf eine
- ca. 5 cm hohen Bodenplatte. Die Holzplatte "schwebt" nämlich immer
- etwas tiefer als sie noch auf den Holzböcken war. Die Kamera zeigt
- daß der rechte Holzbock wirklich allein da steht. Der linke
- Holzbock wird nur teilweise gezeigt. DC bewegt sich niemals
- zwischen dem linken Holzbock und der Tischplatte. Es darf daher
- vermutet werden, daß der linke Holzbock ein ganz besonderer sei:
- er ist die ganze Zeit mit der Tischplatte verbunden. (Würde die
- Erklärung hier enden, fällt die Tischplatte natürlich sofort mit
- Holzbock runter !). Der Holzbock selbst muß unten noch mit dem
- Boden verbunden sein, oder besser, mit der Bodenplatte. Bei der
- Vorführung von DC fällt auf, daß die Tischplatte etwas schwingt.
- Die Belastungen müssen recht hoch sein...
-
- Dem Leser fehlt noch die Erklärung für das Bewegen beider
- Holzböcke während des Schwebens. Der rechte Holzbock wird etwa
- 10cm bewegt, der linke rotiert dagegen um die vordere Achse.
-
- Leider kann ich mich nicht erinnern, ob die Bodenplatte bei den
- "Orwellis" da war. Gemeinsam waren jedoch alle Bewegungen der
- Holzböcke.
-
- Warum zum Teufel heißt der Trick bloß "Super-X" ?
-
- 3.1.7 Jungfrau schwebt durch Doppelring
-
- (Wenn DC Katholik ist, ist er ja auch noch Jungfrau, da er noch
- ledig ist !)
-
- Gesehen in "The magic of DC: Passions of Fire". Aus Sicht der
- Zuschauer wird ein angezündeter rotierender Doppelring (45?
- gewinkelt) um ihn herum bewegt, durch zwei nach vorne laufende
- Helfer. Tatsächlich geraten die Ringe aber nie in den Luftraum
- über DC. Dies wird durch die Zuschauer nicht bemerkt, weil die
- ständigen Bewegungen der Ringe die 3D-Fähigkeit der Gehirne
- eingeschränkt werden.
-
- Doppelringe werden auch verwendet in seinem neuesten "DC fliegt
- frei auf der Bühne herum" Trick. Leider habe ich es nicht mehr im
- Gedächtnis, ob dort auf die gleiche Weise geschummelt wurde. Dies
- wurde jedoch unaufgefordert im Internet erwähnt.
-
- 3.2 Die zersägte Jungfrau
-
- Jeder hat diesen Trick schon mal gesehen. Die Jungfrau legt sich
- in einen dünnen Doppelkasten, welcher in Hüfthöhe auf Rollen
- steht. Zwischen den beiden Teilen werden zwei Metallplatten
- gesteckt, die beiden Kästen werden abgetrennt, herumgerollt,
- manchmal werden auch seitliche Klappen geöffnet, um zu zeigen daß
- alles mit rechten Dingen geht.
-
- Meine vermutete Erklärung war folgende: man braucht zwei Frauen.
- Die am Fußende steckt ihre Füße raus beim Umdrehen der Anlage
- (wenn die Füße nicht sichtbar sind), noch vor der Trennung. Die am
- Kopfende krümmt sich entsprechend zusammen. Alternativ dazu kann
- man auch zwei falsche Füße verwenden. (Diese sollten sich aber
- wenigstens getrennt bewegen können, sonst sieht es doof aus, wie
- im Zirkus einmal gesehen).
-
- Gegen diese Erklärung spricht, daß in dem Tisch gar kein Platz
- ist, um sich zu verstecken! Ich vermute, daß durch Spiegel der
- Hohlraum verdeckt wird ? die Spiegelposition ist mir ein Rätsel.
- Aufgefallen ist mir, daß alle Kästen immer eines gemeinsam hatten:
- eine dreieckige Platte ca. 10cm über dem Boden, wobei die Spitze
- des Dreiecks immer zur Mitte zeigt (d.h. da wo "gesägt" wird).
-
- ?
-
- Eine erste Erklärung kam vom Leser N.N..
-
- Er hatte eine vor längerer Zeit eine Sendung gesehen, in der
- Prominente Zirkus machten. Es gab auch ein Trick mit einer
- zersägten Jungfrau, der jedoch schlecht ausgeführt wurde: der
- Deckel hob sich nach dem Verschließen um ca. 5 cm. Dies geschah
- natürlich dadurch, daß die Jungfrau ihre Beine an die Brust zog.
- Warum bleibt dies im Normalfall verborgen ?
-
- · Der Kasten sei höher und tiefer, als es den Anschein hat.
- Meist ruhe er auf einem (fahrbaren) Gestell, dessen Auflagefläche
- (schwarz gestrichen) nochmals etwa 10cm bringt. Oft sei deshalb
- sogar zu erkennen, daß der Hals nach unten geht !
-
- · Die Beine werden nicht parallel (nach oben) angezogen, sondern
- breitbeinig, wobei die Breite des Kastens und weniger die Höhe
- verwendet wird.
- ?
-
- Die richtige Erklärung fand ich in [5]. "Breitbeinig" gilt nicht.
- Es gibt auch keine zweite Jungfrau. Die Jungfrau zieht die Beine
- seitlich auf der gleichen Seite an, nämlich auf der den Zuschauern
- abgewandten Seite. Die Zuschauerseite kann geöffnet werden, der
- Arm ist natürlich sichtbar. An der Fußseite ist ein Stück Stoff
- oder ein falsches Bein zu sehen.
-
- Bleibt noch die Frage, was die beiden dreieckigen Platten sollen:
- sie sind ein Scherz am Zuschauer, um ihn in die Irre zu führen: er
- soll glauben, etwas würde mit Spiegeln ablaufen.
-
- Dieser Trick wird in das andere Kapitel bewegt, sowie ich ihn mal
- wieder im Fernsehen sehe.
-
- 3.3 David Copperfield und die Niagara-Fälle
-
- DC wird auf eine Platte gefesselt, und zwar an Händen und Füßen.
- Es wird dann ein gelbes Ding über ihn getan, so daß nur noch Hände
- und Füße sichtbar sind. Diese Konstruktion wird nun an vier Ketten
- befestigt, welche an einer Würfelkonstruktion (nur Kanten, keine
- Seiten) angehängt wurden. Unten ist das Zeug auf einer Art
- Gummiboot. Um es noch spannender zu machen, wird noch ein Brand
- gelegt. DC hat eine Minute zu entkommen; man sieht die Hände
- verschwinden, er schafft es jedoch nicht, alles geht in den
- Abgrund. Die Kamera bleibt aktiv ? nach einiger Zeit kommt ein
- Hubschrauber mit einem Seil, an dem DC hängt.
-
- Es gibt wirklich Leute, welche in high-tech-Tonnen die Niagara-
- Fälle heruntergerast sind. Falls es ihnen lebend gelang, mußten
- jedoch hohe Geldstrafen zahlen. Viele wurden auch schon vor dem
- "Abgang" gefaßt. Schon deshalb ist es unwahrscheinlich, daß DC je
- in der Konstruktion drin gewesen ist.
-
- Meine Vermutung: die Hände, welche oben erscheinen, sind schon
- nicht mehr seine. (Beim Überstülpen der gelben Konstruktion sind
- ja die Hände kurz verdeckt !). Was oben erscheint, sind ein paar
- ferngesteuerte Hände. Nicht ohne Grund kosten DC's Tricks ja
- Millionen ! Bei den Füßen gilt ähnliches. DC trägt keine Schuhe,
- sondern ist auf Socken. Die Haut seiner Beine sieht man nicht.
- Leider ist ein Schnitt an der Stelle, wo seine Füße in einer Art
- Scharnier gesteckt werden ? man kann nicht wissen, ob die Füße die
- ganze Zeit zu sehen waren. Merkwürdig ist auch, daß an den Knien
- die "Halterung" viel breiter ist als die beiden anderen
- Halterungen an Bauch und Hals. Ich vermute, daß DC durch ein
- verdeckte Falltür verschwindet, bevor das Brett weggetragen wird.
-
- 3.4 Sind bei den "Pendragons" Zwillinge ?
-
- Die "Pendragons" bestehen aus einem männlich (naja) aussehendem
- Mann (Manta-Fahrer-Typ), einigen Frauen, und Helfern. Der Zauberer
- versucht sich auch mit Erotik, bei David Copperfield abgeguckt.
-
- In der weiter oben angegebenen Walt Disney Sendung haben die
- "Pendragons" gleich zwei Zaubertricks gezeigt, welche nur mit
- Zwillingen oder mit Kamera-Schnitten realisierbar sind. David
- Copperfield zeigt in einer Show maximal einen Trick "an zwei Orten
- zugleich", und sie lassen sich alle auf Doppelgänger
- zurückzuführen, weil man nämlich DC teilweise nur von weitem (aber
- in der richtigen Kleidung und mit Sonnenbrille) oder nur mit
- undurchsichtigem Helm sieht. Bei den "Pendragons" waren jedoch die
- Leute jedesmal gut zu sehen.
-
- 3.5 David Copperfield läßt Papiertaschentuch schweben und
- verwandelt es in eine Rose
-
- DC läßt eine Zuschauerin auf die Bühne kommen. Er nimmt ein
- Papiertaschentuch und läßt es untersuchen. Es wird für gut
- befunden, DC knüllt es zusammen. Er läßt es dann auf
- Fingerbewegung mit Musik herumhüpfen. Er formt seine Arme zu einem
- Kreis um zu beweisen, daß keine Fäden im Spiel sind. Danach
- entfaltet er das Taschentuch, und faltet es zu einer Blume. Diese
- hüpft auch, und schwebt schließlich auf der Bühne frei herum, als
- DC die Hände cool in die Taschen steckt. DC nimmt ein Feuerzeug
- aus der Tasche, und zündet die Papierblume an. Sie brennt sehr
- hell und auf einmal, und statt der Papierblume kommt eine richtige
- Rose zum Vorschein, die der entzückten Zuschauerin gegeben wird.
- Rauschender Applaus.
-
- Es gibt seit einer Ewigkeit auf der Straße für DM 5.- ein Ding zu
- kaufen mit dem Namen "Willi der Wunderwurm". Ein kleiner
- Plüschwurm kriecht scheinbar frei herum. Ich habe so ein Ding vor
- über zehn Jahren gekauft ? das Geheimnis war ein Faden. Dieser war
- aber zu dick, so daß ich diesen Trick nie vorführen konnte. Später
- habe ich so einen Verkäufer mal gesehen, und auf den Faden
- geachtet ? er war nicht zu sehen. Der Verkäufer benutzt also ein
- sehr viel dünneren Faden.
-
- Wer mal die Beine einer Frau gestreichelt hat, welche eine teurere
- Strumpfhose trug (10 DEN), kann sich denken, daß dünne Fäden
- Realität sind. Solche werden für den Trick benutzt. Vermutung: das
- Hüpfen des Taschentuchs läuft auf Befehl, weil der Finger über
- Umwege wieder mit dem Taschentuch verbunden ist. Der Kreis mit dem
- Armen klappt deshalb, weil der / die Fäden mit den Armbewegungen
- mitbewegt werden. Trotzdem scheint bis hierher noch alles recht
- unmöglich.
-
- Laut einem e-mail von N.N.2 ist der Faden entweder zwischen
- Standmicro und Mund, oder zwischen Mund und zwei Fingern. Der
- Fadenverlauf sei zwischen Handrücken und Arm und sei schriftlich
- nicht zu erklären. Am Ende des Faden ist ein Stück Wachs, welches
- zwischen die Zähne geklemmt wird.
-
- Der Moment jedoch, wo der Zauberer die "Hosen herunterlassen muß",
- ist wo die Papierblume ruhig in der Luft schwebt. Bei DC hatte ich
- schon aufgegeben, dann habe ich den Trick in der "Knoff-Hoff-Show"
- von einem weniger talentiertem Zauberer vorgeführt gesehen. Die
- Papierblume bewegte sich etwas. Auf einen Vorschlag von Chan
- benutzte ich das Standbild: es waren tatsächlich Fäden zu sehen,
- weil der Zauberer eine schwarze Weste trug. Es waren zwei Fäden in
- V-Form, die Blume hing an der Spitze.
-
- Das Papier ist natürlich Pyropapier (Nitrozellulose, brennt im
- Gegensatz zu Papier sehr schnell, hell und rückstandsfrei). Die
- Rose kam übrigens nicht aus dem Ärmel (dachte ich zuerst), sondern
- aus der anderen Hand des Zauberers, welche während des Brandes aus
- der Tasche kam.
-
- Aus der Newsgroup alt.magic im INTERNET entnahm ich übrigens, daß
- der Trick "The floating rose" heißt, und von Kevin James erfunden
- wurde, welcher auch ein gleichnamiges Video gemacht hat. Der Trick
- selbst sei für höchstens $45 zu kaufen, wobei Leute darüber
- stritten, ob der Preis nun überhöht sei oder nicht.
-
- 3.6 Wie läuft eine Entfesselung ? Wie tat es Houdini ?
-
- Der größte Entfesselungskünstler war Erich Weis, alias Houdini. Er
- trat in der ganzen Welt auf, und entkam immer aus allen Fesseln.
- Er nahm immer Herausforderungen an, aus Gefängnissen zu entkommen.
- Zur großen Verärgerung der Direktoren entkam er immer. Wie tat er
- das ? Die Antwort liegt teilweise in der von seiner Frau Bess
- erstellten Biographie.
-
- 1. Er informierte sich.
- Er hatte eine Lehre als Schlosser gemacht. Später informierte
- er sich in jedem Land rechtzeitig über die Bauweise der
- Schlösser. Er war ein Perfektionist in seinem Fach.
- 2. Er hatte eine sehr gute Kontrolle über seine Muskeln.
- Durch regelmäßiges Training konnte er auch für normale Leute
- unmögliche Bewegungen ausführen.
- 3. Man kann sich leichter aus Fesseln befreien, als man
- denkt.
- Immer wieder hört man bei Überfällen "nach einigen Stunden
- konnten die Opfer sich befreien". Fesseln und Seile haben eben
- doch einen gewissen Spielraum. Ich selbst würde eine Person
- viel lieber mit einem stabilen Paketklebeband fesseln.
- Ähnliches gilt möglicherweise für Zwangsjacken: diese werden
- ja nicht gebaut für Zauberer, sondern für Leute, die wild um
- sich schlagen.
- 4. Er benutzte Bühnenschlösser, welche besonders leicht zu
- öffnen sind.
- Für die großen Aktionen (Gefängnisausbrüche) ausgeschlossen
- (siehe 1. bis 3.), jedoch bei heutigen Zauberern stark zu
- vermuten, da Aktionen wie damals heute nicht mehr gemacht
- werden. Ähnliches ist aber leider auch bei den
- Bühnenauftritten zu vermuten, da man immer wieder von Sammlern
- (z.B. David Copperfield) hört, die sagen: das hier sind
- Houdini's Fesseln, das hier seine Zwangsjacke, etc.
- (Bestätigung in [7])
- 5. "With a kiss, I pass the key" (Kate Bush). Dieses
- Hilfsmittel war auch wohl mehr für die Bühne. Jeder
- Gefängnisdirektor weiß daß dies der Weg ist, über dem so dies
- und das an die Gefangenen weitergeleitet wird.
- 6. Er hatte Superkräfte.
- Diese Behauptung kam von Leuten, deren Hellseher-Tricks durch
- Houdini durchschaut wurden. Houdini hatte es als eine
- Lebensaufgabe gemacht, solche Betrüger zu entlarven. Anstatt
- zuzugeben, daß sie mogelten, sagten sie, Houdini sei selbst
- übernatürlich.
-
- In dem Buch [7] gibt William Poundstone einige recht überraschende
- Erklärungen:
-
- 7. Die meisten Handschellenschlösser sind gleich.
- Handschellen sind ja nur da, Gefangene in Begleitung ruhig zu
- stellen. Die Polizei konnte das seinerzeit natürlich nicht
- verraten, da dies sonst die Verbrecher auch gewußt hätten.
- Handschellen zu öffnen ist also nicht schwierig ? es kommt
- also darauf an, daß der Zauberer eine große Sache daraus
- macht.
- (Bestätigung von Polizeibeamten erbeten !)
- 8. Echte Zwangsjacken werden nicht richtig angezogen.
- Der Zauberer hält seine Arme beim Anziehen etwas steif. Die
- Zuschauer, ohne Erfahrung mit Wahnsinnigen, ziehen die Jacke
- nicht fest genug zu. Der Zauberer hat nun etwas Spielraum.
- Alles weitere ist harte Arbeit (zu anstrengend, um es aus dem
- Buch zu übersetzen).
- Bei "Bühnenjacken" (durch einen Hebel geben sie Spielraum)
- wird diese "harte Arbeit" nur simuliert. Das übliche brennende
- Seil muß von gleichbleibender Qualität sein, es kann dann
- genau nachgemessen werden, wann es durchgebrannt ist. Kurz
- davor kann der Zauberer sich wie geplant in letzer Minute
- befreien.
- 9. Fliehen aus dem Gefängnis: Schummeln !
- Die Polizei ist daran interessiert, Verbrecher im Knast zu
- halten. Sie ist nicht verpflichtet, Zauberkünstler
- einzusperren. Der Zauberkünstler muß also nur noch einen
- Direktor finden, der Hobbyzauberer ist. Alternativ dazu wird
- empfohlen, den Leuten eine "Aufwandsentschädigung" zu zahlen.
-
- 3.7 David Copperfield entkommt aus Abbruchhochhaus
-
- Ein Hochhaus soll gesprengt werden. DC läßt sich in ein Safe
- einschließen, welcher im Haus ist. Eine ferngesteuerte
- aufgestellte Kamera filmt diesen. Während das Kamerateam und die
- Sprengleute sich hektisch entfernen, läuft der Countdown. Man
- sieht eine Hand aus dem Safe kommen, sie kann jedoch nicht die
- Kette entfernen, welche um den Safe gelegt ist. Bum. Der Knall ist
- so stark, daß das Bild einen Moment weiß wird, danach sieht man
- Tonnen Trümmer fallen, bis die Kamera kaputt geht. Hat DC versagt
- ? Draußen ist eine Metallplatte auf vier Holzböcken. Darauf liegt
- ein zusammengefaltetes Tuch. Plötzlich hebt es sich bis auf
- Körperhöhe, und DC kommt schließlich heraus. Und das, obwohl
- vorher Leute auf der Metallplatte gehüpft sind, und ein Arbeiter
- unter der Platte gewesen ist.
-
- Die einzige Sache die ich erklären kann, ist die Flucht aus dem
- Hochhaus. Meiner Meinung nach ist das Bild der "ferngesteuerten"
- Kamera ein Video, bis zu dem Zeitpunkt, wo das Bild weiß wird
- (danach sieht man für eine Sekunde noch alles zusammenbrechen). In
- dieser Zeit verschwindet DC durch einen Hinterausgang, oder
- verkleidet als Teammitglied. Für die Videotheorie spricht daß die
- Positionen der Kette (zu dem Zeitpunkt wo die Restzeit erscheint)
- aus meiner Sicht unterschiedlich sind.
-
- Das Erscheinen auf der Metallplatte ist mir jedoch noch ein
- Rätsel. Leider wird diese nicht die gesamte Zeit gezeigt: am
- Anfang mit vielen Leuten, und am Ende leer, bevor DC erscheint.
- Welche Vorgänge dazwischen ablaufen, kann man nicht sehen. So kann
- bestenfalls vermutet werden: durch eine Drahtkonstruktion wird
- zunächst das Tuch gehoben, DC erscheint aus seinem Versteck hinter
- den Holzböcken und klettert dann hinter das Tuch. Das würde nur
- gehen, wenn die Zuschauer 1. echt sind, und 2. keine komplette
- Sicht unter die Platte haben. Die Video-Zuschauer haben diese
- Sicht jedenfalls nicht. Ich würde auch gerne sehen, ob die Platte
- überall gleich dick ist.
-
- In der alt.magic, wo ich unangenehm aufgefallen bin, wurde mir zu
- der Video-Erklärung heftig widersprochen. "DC braucht keine
- Kameratricks und hatte ausreichend Zeit, zu entkommen". Somit ein
- zweiter Erklärungsversuch: bei ca. 0:38 geht die "ferngesteuerte"
- Kamera soweit zurück, daß von der Hand nichts mehr zu erkennen
- ist. Er hätte immer noch die Möglichkeit, durch eine Öffnung
- hinten vom Tresor (!) abzuhauen. Und warum eigentlich ist das Bild
- Schwarzweiß ? Trotzdem sind 30 Sekunden wirklich wenig... Dritte
- Möglichkeit wären falsche Hände (siehe Niagara-Fälle), diese
- erscheinen mir jedoch verdammt beweglich. Im übrigen steht
- nirgendwo, daß Magier die Wahrheit sagen müssen, wenn "Verrat"
- droht.
-
- Noch ein Wort zu der Kameraführung:
-
- In alt.magic wurde die unglaublich ruhige Kameraführung bei der
- "Flucht" des Teams aus dem Hochhaus bewundert. Da nicht jeder die
- Antwort kennt, soll auch dies verraten werden: es handelt sich um
- eine "steadicam" (Am Anfang des Tricks für ca. 1 Sekunde zu
- sehen). Es handelt sich um eine Kamera, welche über ein System von
- Federn mit dem Kameramann verbunden ist, und seine Bewegungen
- ausgleicht. Der Kameramann sieht das Bild nicht über ein
- Augenteil, sondern auf einem Kontrollmonitor. Erfinder ist Garrett
- Brown (zusammen mit Cinema Products, Inc.). Die Erfindung spart
- zeit- und kostenintensive "Schienen". Filme, bei denen die
- steadicam verwendet wurde, sind z.B. Shining und Alien3.
-
- 3.8 David Copperfield zeigt einen Kameratrick
-
- Um den ewigen Vorwurf zu entkräften, seine für das Fernsehen
- gemachte Sendungen seien Kameratricks, sagt er: diesmal zeige ich
- wirklich einen Kameratrick.
-
- Eine ziemlich große Kamera wird von einem Kameramann auf die Bühne
- gerollt. Dort steht bereits ein Sockel mit aufgeklappten
- Seitenwänden. Auf einer Videoleinwand wird das Bild der Kamera
- gezeigt.
-
- Kamera und Kameramann kommen auf den Sockel. Die Seitenwände
- werden hochgeklappt, es entsteht ein merkwürdiger Schrank in
- Kameraform. Das Bild wird bei Hochziehen der letzten Wand schwarz.
- DC öffnet eine Klappe, das Bild ist zu sehen. Erst macht DC etwas
- Blödsinn vor der Kamera, danach wird der Schrank etwas auf der
- Bühne herumgerollt, ein entsprechendes Bild erscheint auf der
- Leinwand. Schließlich erfolgt eine magische Bewegung, das Bild ist
- weg, statt dessen erscheint nur noch Rauschen. Die Wände werden
- aufgeklappt, niemand ist da.
-
- Später erscheint auf der Leinwand ein "special report", wo erzählt
- wird, die Kamera sei auf einem Hochhaus gefunden worden. Der
- Kameramann beschwert sich, daß es ihm das jedes Mal passieren
- würde, und er sauer sei. Zwei Sicherheitsbeamte erscheinen, und
- bitten den Kameramann, cool zu bleiben. Sie nähern sich ihm,
- werfen ihn von dem Hochhaus (!), und sagen DC: alles klar David,
- die Kamera ist in Sicherheit.
-
- Meine Vermutung:
-
- 1. Die Kamera ist in Wirklichkeit eine zusammenklappbares
- Ding, in dem eine "Handicam" ist.
- 2. Kameramann verschwindet (nachdem die vier Wände oben
- sind) durch den scheinbar durchsichtigen Sockel unter die
- Bühne. Deshalb steht der Schrank nach dem Zuklappen und Öffnen
- der kleinen Klappe noch eine Zeitlang still.
- 3. Die Sequenz die folgt ist ein Video, welches DC auswendig
- gelernt hat. Alle Bewegungen sind genau synchronisiert und
- eingeübt. Das einzige Mal, wo ein Zuschauer gezeigt wird, ist
- es ein Mitarbeiter, der vorher gefilmt wurde. (Ev. gibt es
- sogar mehrere Bänder, weil manche Zuschauer mehrmals kommen).
- Da DC Talent hat, kann man ihm ruhig so etwas zutrauen.
- 4. Das Wiedererscheinen der Kamera ist natürlich nur ein
- Gag. Die beiden Sicherheitsleute sind übrigens Penn & Teller,
- zwei Zauberer, die wegen ihren macabren Tricks (auch bei mir)
- sehr beliebt sind.
-
- Dem wurde in einem privaten e-mail widersprochen, den ich durch
- eine Bemerkung in alt.magic erhalten habe: Die Kamera ist nicht in
- der Kamera, sondern in der Holzverkleidung. Den Trick so
- durchzuführen, wie ich erzählt habe, sei viel zu risikoreich.
- Klingt glaubwürdig, da Minikameras kein Problem sind, und in der
- Medizin heute ausgiebig verwendet werden. Allerdings muß auch bei
- dieser Erklärung irgendwo ein Schnitt sein, da am Anfang des
- Tricks nur die große Kamera arbeitet.
-
- 3.9 David Copperfield durchbohrt Geldschein zweimal ohne ihn zu
- beschädigen
-
- DC bittet eine Person von weiter hinten, ihm einen Geldschein
- ($100) zu reichen. Er wird gleich diesen Geldschein zweimal
- durchbohren, ohne ihn zu beschädigen. Das Ganze ist unmöglich zu
- erklären, man muß es gesehen haben. Bei ersten mal wird der
- Geldschein waagerecht gehalten und der Länge nach etwas gefaltet,
- ein Bleistift wird senkrecht hineingestoßen. Beim zweiten Mal
- faltet er den Schein der Breite nach, und läßt den Stift langsam
- dazwischen durchgleiten.
-
- Die Erklärung hilft hier wirklich nur dem, der den Trick gesehen
- hat und sich daran erinnert. Besonders ist nicht der Schein (der
- ausgiebig vorgezeigt wird), sondern der Bleistift. Dieser muß
- einen feinen, aber tiefen Einschnitt haben. Bei (1) klappt deshalb
- der hintere Teil des Scheins nicht richtig hoch (weil er im Stift
- ist); bei (2) ist auf Video für 1/25 sek zu sehen, daß der Stift,
- als er fast durch ist, hinter dem gesamten Schein ist, was damit
- zu tun ist, daß vorher nur ein kleiner Teil von Stift zwischen den
- beiden Geldschein-Teilen war. Es kommt auf genau abgestimmte und
- verdeckte Handbewegungen beim "Einfügen" des Stiftes an.
-
- Gegen diese Erklärung spricht folgendes: in alt.magic wurde von
- verschiedenen Leuten gesagt, daß sowohl Stift als auch $-Note vom
- Zuschauer kommen können, und daß es nicht nötig sei, etwas zu
- vertauschen. Der Bleistift müsse jedoch bestimmte Eigenschaften
- haben, die jedoch die meisten Bleistifte haben. Zur Sicherheit
- habe der Zauberer jedoch einen Bleistift dabei. Aus den Dialogen
- in alt.magic war zu entnehmen, daß man noch ein drittes Teil
- braucht, und daß der Trick "misled" oder "mislead" heißt. Ich
- vermute, daß dieser "gimmick" ein Teil-Bleistift ist, der auf den
- richtigen Bleistift geklemmt wird. Die Klemme muß durch Daumen und
- Zeigefinger verborgen bleiben.
-
-
-
- 4 Historische Zaubertricks
-
- Die hier erklärten Tricks sind natürlich nicht von mir
- entschlüsselt, sie kommen aus verschiedenen Büchern bzw.
- Fernsehsendungen.
-
- 4.1 Der indische Seiltrick
-
- In Cartoons, Märchen, Werbung etc. wird dieser Trick erwähnt bzw.
- parodiert. Angeblich soll er folgendermaßen gelaufen sein: Der
- Fakir wird ein Seil in die Höhe, es bleibt stehen. Er läßt einen
- Assistenten (kleiner Junge) darauf klettern, welcher ober
- verschwindet. Der Fakir wird wütend, steigt auch auf,
- verschwindet, Körperteile fallen herunter. Der Fakir kommt runter,
- sammelt die Teile ein, tut sie in einen Korb, schließt ihn, öffnet
- ihn wieder: der Assistent kommt heraus.
-
- All dies beruht auf Berichten von Reisenden aus den vergangenen
- Jahrhunderten. Nun, in der Zeit, wo von Al Gore's "information
- super highway" noch nicht die Rede war, haben einige Leute ihre
- Berichte etwas geschönt. Noch im Jahr 1890 war ein Artikel in der
- Chicago Tribune von einem S.Ellmore zu lesen, daß der Autor das
- Ganze fotografiert hätte, aber auf dem Foto saß der Fakir auf dem
- Boden, mit zusammengerolltem Seil (also Massenhypnose). Es stellte
- sich jedoch später heraus, daß das Ganze frei erfunden war (siehe
- den Namen des Autors !).
-
- Von etwas bescheidenen Weltreisenden wurde das Ganze
- folgendermaßen erzählt: der Trick wurde kurz vor Sonnenuntergang
- vorgeführt, und zwar so, daß der Zuschauer durch die untergehende
- Sonne geblendet wurde. Außerdem ließ der Fakir noch Rauch
- aufsteigen. Ein an der Vorführung nicht teilnehmender konnte
- sehen, daß das Seil mit Hilfe eines Hakens an einem anderen Seil
- befestigt wurde, welches zwischen zwei Häusern gespannt war. Der
- Junge verschwand nicht, sondern hüpfte im Gegenlicht auf ein Baum.
- Ein anderer Reisender sah eine ähnliche Vorführung; als wachsamer
- Tourist merkte er jedoch auch, daß ein kleiner Junge versuchte,
- die Fotoausrüstung eines Mitreisenden zu stehlen (also nix
- Massenhypnose) !
-
- Zu Anfang des Jahrhunderts haben Fachleute insgesamt 10000
- englische Pfund (damals eine Menge) ausgesetzt für die Vorführung
- des Tricks im Freien. Keiner hat sich je gemeldet.
-
- Buchquelle: [1]
-
- 4.2 Einen Türken bauen
-
- Der Ursprung des Wortes ist in der Rokoko-Zeit zu suchen, und zwar
- im Automatenbau. Hofrat Baron Wolfgang von Kempelen (1734 ? 1804)
- baut 1769 einen Schachautomaten, welcher aus einer Art Kommode
- besteht, an der eine prachtvoll türkisch gekleidete lebensgroße
- Puppe aufgebaut ist. Vor einer Schachpartie zeigt der Hersteller
- im Inneren des Automaten ein undurchschaubares Räderwerk. Die
- Leistung des Automaten ist hervorragend: Er spielt zügig und
- gewinnt fast immer, insbesondere gegen die Prominenten von damals.
-
- Tatsächlich befindet sich in dem Automaten ein Schachmeister,
- welcher durch Magneten im Boden der Figuren und unterhalb der
- Felder die aktuelle Spielposition erkennen kann, und über eine
- Hebelvorrichtung seine eigenen Figuren bewegen kann. Andere
- Berichte meinen, daß der Spieler selbst teilweise in der Puppe war
- und einen Arm bewegte.
-
- Buchquelle: [1]
-
- 4.3 Auf glühenden Kohlen laufen
-
- Immer wieder liest man bewundernde Berichte über Völker, bei denen
- die Einwohner sich in "Trance" begeben und dann ohne Probleme über
- glühende Kohlen laufen. Auch in Deutschland gibt es Seminare
- (Bildungsurlaub ?), bei denen dies das Endziel ist. Der Kurs wird
- in allerlei Mysteriöses verpackt, und am Ende klappt es
- tatsächlich.
-
- Überrascht war ich vor einigen Jahren beim Sehen einer Folge von
- "Die Knoff-Hoff show". Der Moderator Joachim Bublath behauptete
- nämlich, jeder könnte dies tun, es reiche aus, daß die Füße
- wirklich trocken seien. Die Fußsohlen seien dick genug, um die
- Hitze einigen Sekunden von der Nerven frei zu halten. Prompt wurde
- das auch während der Sendung vorgeführt, wobei zusätzlich noch
- eine Art Sonde in die Fußhaut eingeführt wurde, welche die
- Behauptung bewies.
-
- Zugegeben, es ist trotzdem nicht jedermanns Sache, ähnlich wie
- Fallschirmspringen...
-
- Buchbestätigung: [6]
-
- 4.4 Leichter Kasten, schwerer Kasten
-
- (Trick von Jean-Eugène Robert-Houdin). Auf die Bühne wird ein
- Kasten gestellt, der leicht hochzuheben wird. Der Magier erzählt,
- daß dieser Kasten sowohl leicht als auch schwer sein könne. Ein
- kräftiger Zuschauer konnte auch zunächst den Kasten heben; nach
- einem Zauberspruch gelang dies jedoch nicht mehr.
-
- Elektrizität war damals noch nicht jederman's Sache. Robert-Houdin
- verwendete einen starken Elektromagneten, welcher unter der Bühne
- installiert war. Der Kasten hatte einen Metallboden. Außerdem
- bestand noch die Möglichkeit, einen elektrischen Schlag in den
- Tragegriff abzusetzen, da manche Zuschauer so kräftig waren, daß
- der Kasten auseinander zu brechen drohte.
-
- Robert-Houdin zeigte diesen Trick u.a. im Auftrag der
- französischen Regierung auch vor einem Algerischen Wüstenstamm,
- der mit Aufstand drohte. Es sollte beweisen, daß Frankreich
- größere Kräfte besaß.
-
- Quelle: [2]
-
- 4.5 Pistolenkugel mit den Zähnen aufschnappen
-
- Eine Pistolenkugel wird von einem Zuschauer mit einer Aufschrift
- markiert. Die Kugel wird in eine Pistole eingelegt, auf den Magier
- abgefeuert, welcher nicht stirbt, sondern die Kugel mit den Zähnen
- fängt. Später wird festgestellt, daß die Aufschrift stimmt.
-
- Aus gutem Grund wird dieser Trick nicht im TV gezeigt: Kinder
- könnten versuchen es nachzumachen.
-
- Dieser Trick wird immer wieder erzählt, bzw. parodiert, jedoch
- meistens nicht erklärt. Es kommt darauf an, die Kugel
- "unauffällig" verschwinden zu lassen und vorher in den Mund zu
- nehmen, bzw. eine andere Kugel in den Mund zu nehmen und beim
- (selbst) herausnehmen sie mit der markierten Kugel zu vertauschen.
- Abgefeuert wird eine "falsche" Ladung, bzw. es wird zwar eine
- Kugel eingelegt, aber abgefeuert wird Pulver in einer Nebenkammer.
-
- Angeblich sind bei diesem Trick mindestens ein Duzend Magier
- umgekommen. Einer kam dadurch um, daß durch einen Riß in der
- "heißen" Kammer sich in der "kalten" Kammer langsam eine Ladung
- aufgebaut hatte, welche irgendwann los ging.
-
- Quelle: [2]
-
- 4.6 Die zersägte Jungfrau
-
- Der Trick wurde in den dreiziger Jahren erfunden von Horace
- Goldin, der sich sogar den Trick patentieren ließ, und dann
- fleißig seine Konkurrenten verklagte. Zauberer lassen sich
- offensichtlich von ihren Kollegen nicht so leicht beeindrucken,
- d.h. ein Zauberer kommt leicht hinter den Trick eines anderen
- Zauberers.
-
- In der ursprünglichen Version war die zweite Jungfrau in dem Tisch
- versteckt, auf dem die zwei Kisten gestellt wurden. Die Kopf-Kiste
- war trotzdem dick, weil darin sich die eigentliche Jungfrau
- zusammenklappen mußte. Die "versteckte" Jungfrau steckte zum
- richtigen Zeitpunkt ihre Füße heraus.
-
- Später wurde von jemand ein Trick vorgeführt, wo mit einer
- Kreissäge in eine Jungfrau hineingesägt wurde. (Fotos werden in
- vielen Büchern gezeigt, aber ohne Erklärung). Die Erklärung: die
- Jungfrau trägt ein Korsett, welches die Bauchdecke an der
- Sägestelle stark eindrückt. Es entsteht somit eine Rille, und die
- Säge kann weitgehend durch.
-
- Buchquellen für beides: [3,4]
-
- In einem s/w Film habe ich eine Version von Harry Blackstone
- Senior gesehen. Da wurde in den Rücken der Jungfrau gesegt, welche
- dabei sogar in Ohnmacht fiel. Die Bildqualität war jedoch einfach
- zu schlecht.
-
- 5
-
- Wie entschlüsselt man Zaubertricks ?
-
- 5.1 Die Vorgehensweise
-
- Voraussetzung dafür ist Logik, Gedächtnis, ein Videorecorder,
- sowie Zeit und Geduld.
-
- Logik: Die Denkweise ist aus meiner Sicht sehr ähnlich wie bei
- der Fehlersuche in einer Software. Man trifft Annahmen,
- überprüft sie, und tastet sich Schritt für Schritt an die
- Lösung.
- Gedächtnis: Notwendig wenn man den gleichen Trick von
- verschiedenen Zauberern präsentiert bekommt. Man achte
- auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Außerdem verraten
- Zauberer manchmal kleine Teile ? zusammengesetzt ergibt
- sich manchmal eine Lösung.
- Video: Durchbricht eine der Grundregeln der Magier: Zeige nie
- einen Trick zweimal. In bestimmten Fällen hilft außerdem
- das Standbild, die Zeitlupe oder der Zeitraffer. Diese
- dienen jedoch nicht so sehr zum Herausfinden des Tricks,
- nur zum Beweis einer vorher erstellten Theorie.
- Dazu kommt, daß schlechtere Zauberer nicht die
- Möglichkeit haben, einen eigenen Kameramann einzustellen,
- bzw. die Aufnahmen vor der Sendung zu prüfen.
- Zeit und Geduld:
- Es dauert manchmal drei mal so lange wie die eigentliche
- Sendung, den Trick herauszufinden.
-
- Den wichtigsten Tip habe ich vor über 10 Jahren von meinem
- Mathematiklehrer bekommen: Es passiert immer schon bevor es
- passiert. Das heißt, die eigentliche Schummelei läuft immer schon
- ab, bevor der Zauberer "Abrakadabra" o.ä. sagt.
-
- 5.2 Geeignete Fernsehsendungen
-
- · Grundsätzlich alle Zirkussendungen. Die dort vorgeführte
- Tierquälerei übersieht man mit Hilfe des Videos leicht. Solche
- Sendungen gibt es zu Silvester, aber auch sonst von Zeit zu Zeit,
- z.B. "Meine Freunde die Artisten", oder "Internationaler
- Artistenpreis". Im Zirkus ist allerdings die Auswahl beschränkt,
- wegen des nicht vorhandenen doppelten Bodens, und weil die
- Zuschauer fast rundherum sitzen. (Zauberer hassen es, wenn Leute
- hinter ihnen gucken können). Wenn man Glück hat, wird die Sendung
- von Marlène "85-55-85" Charell präsentiert; wenn man Pech hat, ist
- es Freddy "brennend heißer Wüstensand" Quinn.
-
- · Alle Varieté-Unterhaltungssendungen. Auch diese werden zu
- Silvester oft gezeigt.
- · Die "Knoff-Hoff Show", von Zeit zu Zeit am Sonntag um 19:30 im
- ZDF.
- · "Up'n Swutsch" auf N3 lief einige Zeit mit den "magic
- Orwellis", ein typisches Beispiel für reine Investoren, jedoch
- gute Zulieferer für dieses Papier. Allerdings treten sie jetzt
- nicht mehr dort auf.
- · Vermutlich "Gottschalk". Es paßt ins Konzept, ich weiß jedoch
- nicht ob dort tatsächlich gelegentlich Zauberer auftreten, da mein
- Video und ich eine Gottschalk-Allergie haben.
- · "Harry's wundersames Strafgericht" (Original: Night Court).
- Eine Serie um ein amerikanisches Schnellgericht u.a. mit einem
- Richter (Harry Anderson, ist übrigens tatsächlich Zauberer), der
- auch ein wenig zaubern kann. Allerdings kann man bei in Filmen
- gezeigt Zaubertricks nie sicher sein, ob diese tatsächlich
- durchgeführt werden.
- · "Der Magier". Eine Serie mit Bill Bixby um ein Magier, der
- Kriminalfälle löst. Ich habe vor ewiger Zeit nur eine Folge
- gesehen.
- · "Raven". Eine obskure Karate-Serie im Privat-Fernsehen. Hat
- mit Zauberei nichts zu tun, aber der Held sieht aus wie David
- Copperfield. Wem's gefällt...
- 5.3 Quellen
-
- Tatsächlich sind natürlich noch mehr Bücher verwendet worden,
- welche jedoch hauptsächlich zu einem allgemeinen Verständnis
- geführt haben. Erst nach langem Suchen bin ich auf folgende
- Quellen gestoßen, welche auch über diesen Text hinaus ergiebig
- sind:
-
- [1] "Die zersägte Jungfrau ? Kleine Kulturgeschichte der
- Zauberkunst" von Dr. Aloys Christof Wilsmann, Scherl Verlag,
- Berlin 1943. Erhältlich in der Amerika-Gedenk-Bibliothek im
- Magazin (d.h. man muß fragen). Der Titeltrick wird übrigens
- nicht erklärt. Das Buch erzählt allerlei historisches:
- Seiltrick, Türke aber auch vieles aus der Zeit, wo Zauberer
- noch als Betrüger gearbeitet haben (z.B. Gold aus Blei).
-
- [2] Smithsonian Jan 1991, about collector Ken Klosterman (gefunden
- in CompuServe durch Recherche mit GO MAGDB). Erzählt über die
- Pistolenkugel und über "Leichter Kasten schwerer Kasten".
-
- [3] "Zauberkunst ? Magie, Illusionen, Tricks" von Werner Waldmann,
- DTV. Erhältlich in der Bibliothek Schöneberg. Kopieren kostet
- dort nur 15Pf ! Das Buch enthält u.a.: Levitation mit "S",
- Levitation mit Schwert, Personenaustausch, Messer-durch-Kopf-
- Kiste, Rasierklingentrick, Zigarette im Daumen, Kartensteiger
- im Wasserglas, Wasser in eine Zeitungstüte, zersägte Jungfrau
- (historische Versionen), Ringe, Zigarette in Tuch.
-
- [4] "Zaubern: einfach ? aber verblüffend", von Dieter Buoch,
- Falken Verlag. Erhältlich in der Bibliotheken Schöneberg und
- Wilmersdorf. Enthält: Vorgeteilte Banane, zersägte Jungfrau
- mit Kreissäge, Verschwindenlassen von Auto à la Kalanag,
- Verschwindenlassen von Elefant à la Kassner, Unerschöpfliche
- Flasche, Kalanag's magische Bar, Rasierklingen, Enthauptete
- Gans.
-
- Eine unglaubliche Fundgrube sind die drei folgenden Bücher. Nur
- ca. 1/5 sind Erklärungen von Zaubertricks, sondern es werden alle
- mögliche Geheimnisse verraten. Um hinter die Zaubertricks zu
- kommen, hat der Autor es auf die ganz freche Art gemacht: er hat
- sich von namhaften magischen US-Versandhäusern
- Arbeitsbeschreibungen gekauft.
-
- Sein Motto zum Thema Zaubertricks (frei übersetzt): "Wie die
- meisten Spätpubertierenden, interessierst Du Dich nicht für die
- lächerlichen Karten und Münztricks, die in hunderten von Büchern
- dem allgemeinen Publikum angeboten werden. Du willst nur wissen,
- wie das richtige Zeug geht. Es macht Spaß, hereingelegt zu werden.
- Viel mehr Spaß macht es aber, auf die Drähte und Spiegel zeigen zu
- können und den Spaß für jedermann zu ruinieren."
-
- [5]"Big secrets" von William Poundstone, QUILL 1983,
- ISBN 0-688-04830-7.
- Inhalt: tanzendes Taschentuch, schwebende Kugel, zersägte
- Jungfrau (dicke Version, dünne Version, Kreissäge), Uri
- Geller's "blinde" Autofahrt, der verschwindende Reiter /
- Motorradfahrer.
-
- [6] "Bigger secrets", von William Poundstone, Houghton Mifflin
- 1986,
- ISBN 0-395-53008-3
- Inhalt: indischer Seiltrick, gehen auf glühenden Kohlen,
- schwebende Jungfrau, Zeittungsschlagzeilen voraussagen, Zigzag
- Jungfrau, Jungfrau ohne Mittelteil, Freiheitsstatue, 3 card
- monte (drei-Karten Straßenbetrug).
-
- [7] "Biggest secrets", von William Poundstone, QUILL 1993,
- ISBN 0-688-13792-X.
- Inhalt: Kaninchen aus Hut, Flucht aus Handschellen /
- Zwangsjacken / Papiertüte / Gefängnis, verschwindende Elefant,
- Metamorphose von zwei Personen und ein Tiger, Jungfrau wird
- zum Tiger, DC's Erscheinung aus Fahrstuhl, Bühnenhypnose.
-
- Und dann gibt es noch ein Buch, welches für dieses Papier keine
- Rolle gespielt hat, jedoch wirklich gut zu lesen ist. Das Buch
- beschreibt sogenannte paranormale Phänomene / Betrüger (z.T.
- unbewußt) aller Art: UFOs, Wünschelruten, Uri Geller, Operationen
- ohne Einschnitt (auf den Philippinen), Astrologie, Tischrücken,
- ESP, Bermuda-Dreieck, Erich von Däniken, etc.
-
- [8] "Flim Flam!", von James Randi, Prometheus Books 1982,
- ISBN 0-87975-198-3
-
- Ausländische Bücher bestellt man am besten bei einer darauf
- spezialisierten Buchhandlung (in Berlin z.B. Marga Schöller). Es
- kann allerdings auch mal 2 Monate dauern, und Preise sind auch
- ungewiß.
-
- Eine besonders zynische Freude bereitet mir, den Autor zu nennen,
- dessen Buch am wenigsten taugt: Martin Michalski, dessen Namen
- auch hinter den "Ravensburger Zauberkästen" steht. Mit seinem Buch
- kann damit weder Zaubertricks entschlüsseln (weil bekannte Tricks
- nicht erklärt werden), noch kann man damit Zauberkunst erlernen
- (weil das Buch schlimme Druckfehler in grundlegenden Dingen
- enthält). Dafür ist der Autor Ingenieur für Thermische
- Turbomaschinen und Mitglied von mindestens vier Verbänden. Durch
- die schlechte Qualität seines Zauberkasten und Buchs bin ich auf
- die Idee gekommen, mich mehr dem Entschlüsseln als dem Darstellen
- zu widmen.
-
- 5.4 Fragen und Antworten
-
- Verdirbt das Entschlüsseln den Spaß ?
- JEIN. Bei reinen "Investoren", welche zwar zaubern, jedoch das
- Publikum nicht verzaubern, ist die Antwort ganz klar JA, weil man
- sieht, daß diese Typen doch nur mit Wasser kochen. Bei Leuten, die
- auch wirklich etwas Gutes bieten, macht es weiterhin Spaß,
- zuzuschauen, mit welcher Frechheit die Leute betrogen werden.
-
- Wie entstehen Zaubertricks ?
- Die Zauberei ist eine Fachübergreifende Wissenschaft, da Leute aus
- allen Berufsgruppen zaubern: Physiker, Postbeamte, Chemiker,
- Schuhverkäufer, Schneider, Arbeitslose, Biologen, Hausfrauen,
- Psychologen. Dadurch werden natürlich unglaubliche Möglichkeiten
- geboten, da der Zuschauer bestenfalls ein Fach beherrscht. So weiß
- kaum ein Nichtbiologe, daß bestimmte Vögel ein eine Art Starre
- fallen, wenn man sie auf den Rücken legt. Diese Eigenschaft nützt
- natürlich dem Zauberer, welcher einige Tauben im Ärmel hat.
-
- Soll man sich Zaubervorstellungen ansehen ?
- Wenn man Lust hat, durch Illusionen getäuscht zu werden, und sich
- nicht für das interessiert, was dahinter steckt, JA. Wenn man
- dagegen immer auch nach der Lösung sucht, NEIN: es wird doch
- irgendwann im Fernsehen gezeigt.
-
- Soll man sich Zaubergeräte kaufen, um hinter die Tricks zu kommen
- ?
- Besser nicht. Ich habe die Vermutung, daß Zaubergeschäfte
- versuchen, aus Zauberlehrlingen æne schnelle Mark herauszuholen.
- Tricks werden wundervoll beschrieben und als ganz leicht erklärt,
- am Ende hat man doch nur einige Gummibälle und kleingedrucktes
- Papier. Tatsächlich bestehen die Tricks meistens mehr in der
- Routine der Vorführung als in der Mechanik, welche verkauft wird.
- Ein gutes Beispiel dafür sind die "unglaublichen" Ringe: von den
- 5, 6 oder 9 Ringen ist nur ein einziger getürkt ! Der Zauberer
- führt aber den Trick so vor, daß es so aussieht, als könnten alle
- Ringe ineinander und zurück.
-
- Wie reagieren Zauberer auf dieses oder ähnliche Papiere ?
- Sie sind natürlich unglücklich.
-
- 1. Weniger, weil jemand die Berufsgeheimnisse verraten hat,
- sondern mehr, weil Zuschauer zu einer "falschen Einstellung"
- verleitet werden. Die Zauberer wünschen sich, daß die Zuschauer
- "oooh ! aaah ! unglaublich ! unmöglich !" sagen, und nicht "aha".
- Zauberer sehen ihr Handwerk nicht als Rätselaufgabe, sondern als
- Unterhaltung ("Entertainment"). Somit sind Zauberer auch
- irritiert, wenn falsche Erklärungen gegeben werden. Der
- Wunschzuschauer ist der, der sich einfach nur freut, daß der
- Zauberer ihn soeben etwas unglaubliches gezeigt hat, und wirklich
- nicht wissen will, wie es geht.
-
- 2. Sie geben möglichst nicht öffentlich zu, daß jemand den Trick
- verraten hat. Sie stellen sich vielmehr auf den Standpunkt, daß
- der Autor "keine Ahnung" hat. Dies stimmt insofern, daß ein
- Zauberer mit den Beschreibungen alleine den Trick nicht vorführen
- kann. Zuschauer und Zauberer haben nun mal unterschiedliche Ziele:
- der Zuschauer will nur wissen, an welcher Stelle er getäuscht
- wurde; der Zauberer will wissen, welche Technik, Musik,
- Beleuchtung, Verwirrung, Ablenkung, Training, Bekleidung,
- Zuschauerwinkel- und Abstand er benutzen muß.
-
- Die Reaktion von MZvD ist somit eine überraschende (und
- erfreuliche) Ausnahme.
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